Bürgerbefragung und Grundsteinlegung des Mensabaus: Zoff im Samtgemeinderat Apensen

Ist "aus allen Wolken gefallen", als er vom geplanten Neubau für weitere Hortplätze erfuhr: Dieter Kröger (Grüne) fühlt sich durch die Vorgehensweise des Verwaltungschefs "massiv überfahren"
3Bilder
  • Ist "aus allen Wolken gefallen", als er vom geplanten Neubau für weitere Hortplätze erfuhr: Dieter Kröger (Grüne) fühlt sich durch die Vorgehensweise des Verwaltungschefs "massiv überfahren"
  • hochgeladen von Nicola Dultz-Klüver

Hoch her ging es vergangene Woche im Samtgemeinde-Rat in Apensen. Gleich zwei Themen wurden von den Politikern emotional diskutiert: Die Bürgerbefragung zum Winterdienst sowie die Frage nach dem Bedarf an Kinderbetreuung.

• Bei der Grundsteinlegung für den Mensabau mit vier Horträumen in Apensen an der Schulstraße vor zweieinhalb Wochen hatte Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer öffentlich verkündet, schon jetzt sei klar, dass die Betreuungsplätze nicht ausreichen würden. Daher sei auf dem Gelände ein weiteres Gebäude geplant (das WOCHENBLATT berichtete). Das stieß einigen Samtgemeinderat-Mitgliedern der Fraktionen SPD, Grüne und Freien Wählergemeinschaft sauer auf. Der Samtgemeinderat sei trotz Zuständigkeit über diesen Plan nicht informiert gewesen und - genauso wie der Architekt Bernd Grambow - auch nicht zur Grundsteinlegung eingeladen. "Das war anders abgesprochen", kritisiert Apensens Gemeindebürgermeister Kurt Matthies (SPD). Hans-Heinrich Twiefel (SPD) forderte Zahlen über den Fehlbedarf an Betreuungsplätzen. Dieter Kröger (Grüne) sagte, die Vorgehensweise von Peter Sommer sei eine Brüskierung des Rates und warf dem Verwaltungschef vor, dass dieser noch vor einem Jahr den Bau weiterer Betreuungsplätze abgelehnt habe. Während Sommer versicherte, im neuen Kindergartenjahr habe jedes Kind in der Samtgemeinde einen Betreuungsplatz, spricht Dieter Kröger von mehr als 20 fehlenden Plätzen. Ruth Uhlendorf und Stefan Reigber (beide CDU) konnten die Aufregung um den geplanten Neubau nicht verstehen. Rolf Suhr (CDU) stellte fest, dass die Verwaltung angemessen auf den steigenden Betreuungsbedarf reagiere und bezeichnete Dieter Kröger und Hans-Heinrich Twiefel als beleidigte Leberwürste.
• Auch das Thema Bürgerbefragung zur Einführung eines Winterdienstes in der Samtgemeinde Apensen wurde im Samtgemeinderat kontrovers diskutiert: In der Zeit vom 14. bis zum 27. Juni sollen alle nach kommunalen Wahlrecht wahlberechtigten Bürger per Brief abstimmen, ob sie die Einführung eines Winterdienstes befürworten. Nicht klar scheint zu sein, wie mit dem Ergebnis umgegangen werden soll. So möchte Rolf Suhr die Umfrage als ein Meinungsbild verstanden wissen, während Frank Buchholz (Freie Wählergemeinschaft) die Quote der Wahlbeteiligung für ein verpflichtendes Ergebnis festsetzen möchte. Weitere Kritikpunkte sind u.a., dass die Kosten unklar sind (Frank Buchholz), dass mit der Auswahl der Wahlberechtigen ein ausländischer Grundstückbesitzer nicht abstimmen darf (Jan Klindtworth, Freie Wählergemeinschaft) und dass aus den Vorlagen nicht hervorgehe, dass der Winterdienst den Schnee von der Straße auf den Gehweg schiebe, für den der Bürger nach wie vor zuständig sei (Dirk Brumme, SPD). Auch dass die Stimmen vom Verwaltungspersonal ausgezählt werden, wie Peter Sommer erklärte, stieß nicht bei allen Ratsmitgliedern auf Zustimmung.

Autor:

Nicola Dultz-Klüver aus Buxtehude

Panorama
  3 Bilder

Eklat zwischen dem Künstler Erwin Hilbert und dem Vorstand der St.-Petri-Kirche
Kunstausstellung in Buxtehuder Kirche vorzeitig beendet

sla. Buxtehude. Nach etlichen Vorfällen, über die das WOCHENBLATT berichtete, hat der Kirchenvorstand der St.-Petri-Kirchengemeinde die Kunstausstellung "Jesus und andere Gestalten" sowie die weitere Zusammenarbeit mit dem Künstler Erwin Hilbert vorzeitig beendet. Der Entschluss wurde durch Pastor Michael Glawion nach dem Druck der Wochenendausgabe bekanntgegeben. Die genauen Hintergründe, die zu dieser Entscheidung führten, werden in der nächsten WOCHENBLATT-Ausgabe am Mittwoch ausführlich...

Politik
Üppig zeigt sich das Jakobskreuzkraut auf der Ökokontofläche bei Ramelsloh und Ohlendorf

Giftige Pflanze in Seevetal
Das Jakobskreuzkraut sorgt für Aufregung in Ramelsloh

ts. Ramelsloh. Das Jakobskreuzkraut breitet sich auf der sogenannten Ökokontofläche am Rübenberg und Hinter den Höllen in der Ortschaft Ramelsloh aus. Die giftige, hier heimische Pflanze kann die Gesundheit von Pferden und anderen Weidetieren bedrohen. Nach dem Verzehr können bereits geringe Mengen bei den Tieren zu Leberschäden führen. Bürger haben deshalb die Seevetaler Gemeindeverwaltung in einer E-Mail aufgefordert, das Jakobskreuzkraut auf der nachhaltig bewirtschafteten Fläche...

Panorama
Die DLRG rät, nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen

Viele Tote an ungesicherten Badestellen
24 Menschen sind bisher in Niedersachsen ertrunken

(bim). Eine Zwischenbilanz der bisherigen Ertrinkungszahlen veröffentlichte jetzt der DLRG-Bundesverband. Demnach sind in Niedersachsen 24 Menschen ertrunken und damit fünf weniger als im Vorjahr. Im Ländervergleich erreicht Niedersachsen dennoch den dritthöchsten Wert (in Nordrhein-Westfalen sind es 26, in Bayern 35). Bundesweit wurden 192 Ertrunkene registriert. Die meisten Unfälle ereignen sich nach wie vor im Binnenland - besondere Gefahr besteht an ungesicherten Badestellen, wie...

Panorama
Bei Drochtersen soll die A 20 die Elbe unterqueren. Der Tunnelbau könnte - wenn alles gut läuft - 2025 beginnen

Fertigstellung der A 20 weiter für 2030 angepeilt
Neuer Elbtunnel: Baubeginn soll 2025 sein

Ab 2030 sollen die ersten Autos durch den neuen Elbtunnel bei Drochtersen rollen.(jd).  Der Termin 2030 wurde in den Vorjahren immer wieder von Planern und Politikern genannt. Jetzt bestätigte der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Bernd Buchholz noch einmal indirekt die Zeitplanung: Er rechne damit, dass die A 20 in seinem Bundesland ab 2030 in ihrer kompletten Länge befahren werden kann, erklärte der Minister. Er dürfte dabei auch an die Elbquerung gedacht haben. Denn ohne den Tunnel...

Politik
Auf dem Gelände der Stadtwerke an der Maurerstraße soll in einer Halle ein Feuerwehrfahrzeug stationiert werden

Sechsmonatige Probephase geplant
Feuerwehrstandort bei den Buchholzer Stadtwerken?

os. Buchholz. Steht bald ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Holm in der Waschhalle der Buchholzer Stadtwerke, um von der Maurerstraße zu Einsätzen z. B. ein Steinbeck auszurücken? Das sehen zumindest die Pläne der Stadtverwaltung und der Feuerwehrspitze vor, die Buchholz' Stadtjustiziarin Hilke Henningsmeyer jüngst im Bauausschuss vorstellte. Demnach soll es einen sechsmonatigen Probebetrieb geben und hinterher über weitere Schritte entschieden werden. Hintergrund der Maßnahme ist...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen