Zankapfel Beckdorfer Bahnhof: Bürgermeister reagiert auf Kritik der Grünen

Am Beckdorfer Bahnhof  hat sich seit Jahren nichts getan. Nur ein paar Graffiti sind hinzugekommen
  • Am Beckdorfer Bahnhof hat sich seit Jahren nichts getan. Nur ein paar Graffiti sind hinzugekommen
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jd. Beckdorf. Seit Jahren wird über die Zukunft des ehemaligen Beckdorfer Bahnhofs diskutiert. Wie berichtet, hat der Beckdorfer Rat jetzt beschlossen, die Fläche nicht weiter zu überplanen. So ist dort weiterhin nur Gewerbe zulässig. Der Entscheidung waren Vorwürfe der Grünen an Beckdorfs Bürgermeister Siegfried Stresow (SPD) vorausgegangen. Hauptkritikpunkt: Stresow verschleppt die Planungen für neue Baugebiete. Der Kritisierte hat nun ausführlich Stellung bezogen.

Laut Stresow kann von einer Verzögerungs-Taktik bei den Wohnbebauungs-Plänen für den alten Bahnhof keine Rede sein: "Erst durch die Ankündigung der Stader Saatzucht im Frühjahr 2017, den Standort Beckdorf ganz aufzugeben, entstand die Idee, die ganze Bahnhofsfläche in ein Wohngebiet umzuwandeln." Daraufhin habe die Gemeinde untersuchen lassen, ob dort überhaupt ein Neubaugebiet möglich sei.

Stresow verweist auf die Ergebnisse eines Geruchsgutachtens, nach dem ein künftiger Konflikt mit den benachbarten landwirtschaftlichen Betrieben nicht auszuschließen ist. Bei einer Erweiterung der Betriebe, etwa durch den Bau neuer Stallungen, würden die zulässigen Geruchs-Grenzwerte für ein Wohngebiet wahrscheinlich überschritten.

Die Kritik der Grünen, er habe im Samtgemeinde-Rat verhindern wollen, dass das Bahnhofsgelände im Flächennutzungsplan als Wohngebiet ausgewiesen wird, kontert Stresow mit dem Hinweis, dass das Verfahren falsch herum gelaufen wäre: Es sei ein Novum in der Samtgemeinde-Politik gewesen, ohne eine Empfehlung der betroffenen Gemeinde einen Beschluss zur Bauleitplanung zu fassen. Das betrachtet Stresow als Eingriff in die Planungshoheit der Gemeinde.

Im Gegensatz zu einer Bebauung am Bahnhof hält Stresow nach wie vor an den Plänen für das Neubaugebiet "An der Blide" fest: "Nach vielen Gesprächen ist hier ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen." Mit den elf Eigentümern sei sich die Gemeinde einig, die Verträge für den Notar seien in Vorbereitung.

Stresow geht in seiner Replik schließlich in die Offensive und stellt die Frage, ob der Beckdorfer Grünen-Politiker Peter Löwel nicht aus persönlichen Interessen eine Wohnbebauung am alten Bahnhof durchsetzen wolle: "Ist das übereifrige Vorgehen der Grünen möglicherweise auch damit begründet, dass der Ratsherr Peter Löwel selber am Bahnhof wohnt und "Schrauber" fürchtet?" Der Hintergrund: Die Gemeinde Sauensiek - sie ist neben der Saatzucht Eigentümerin der Bahnflächen - hatte bislang vor, dort Garagen zu errichten. Diese könnten dann wohl auch von Autobastlern genutzt werden.

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