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Nindorf: "Wir möchten doch nur Ruhe im Ort"

Sie machen sich für Nindorf stark und haben gemeinsam Unterschriften gesammelt: Antonio Morais (v. li.), Joachim Federau, Sarah Morais, Martina Loeper, Emily Morais, Barbara Federau, Lukas und Andreas und Tanja von Stade und Henning Klindworth

Nindorfer sammeln Unterschriften gegen Rindermist in Biogasanlage / Thema steht wieder am 4. Dezember auf der Agenda

ab. Nindorf.
Sie sind genervt, denn sie wollen eigentlich nichts anderes als Ruhe in Nindorf. Darum hat sich jetzt eine Gruppe von Anwohnern zusammengeschlossen und Unterschriften gesammelt - gegen den Antrag von "Danpower", Betreiber der dortigen Biogasanlage, der die Biomasse, die er zur Energiegewinnung einsetzt (Inputstoff), umstellen und zukünftig einen Mix aus Maissilage und Rindermist verwenden will. 

"Wir befürchten eine starke Verkehrs- und Geruchsbelästigung", sagt Tanja von Stade, Nindorferin und Pressesprecherin der Grünen im Ortsverband Buxtehude-Apensen. Von Dorfbewohnern sei sie gebeten worden, aktiv zu werden, und hatte mit fünf weiteren Anwohnern eine Unterschriftensammlung gestartet. Das Ergebnis zeigt: Viele Nindorfer sind gegen die neuen Inpustoffe.

"Wir möchten doch nur Ruhe im Dorf", sind sich die Aktiven einig und Tanja von Stade erklärt: "Durch das, was damals mit dem vormaligen Betreiber "Dalkia" gelaufen ist, sind viele noch immer enttäuscht." Wie berichtet, hatte der frühere Betreiber vor Inbetriebnahme der Biogasanlage versprochen, dass es für viele Haushalte im Ort einen Fernwärmeanschluss geben werde. Das hatte sich jedoch als unrentabel herausgestellt, sodass schließlich nur das Dorfgemeinschaftshaus Nindorf angeschlossen wurde.

Bislang wird die Biogasanlage mit Maissilage gespeist. "Danpower" möchte die Zusammensetzung aber ändern, da es bei trockenen Sommern wie dem diesjährigen zu Engpässen mit den Inputstoffen kommen könnte. Was dem Unternehmen zugute kommt, sind die neuen Düngeverordnungen, hatte Betriebsleiter Peter Gröner in einem Gespräch mit dem WOCHENBLATT erklärt: Landwirte dürfen Rindermist ab sofort nur noch auf trockenen Flächen lagern und hätten "Danpower" den Dung angeboten. Was die Dorfbewohner ebenfalls vermissen, sei mehr Transparenz seitens des Betreibers. "Die Bürger von Anfang an mit einzubeziehen wäre gut gewesen", heißt es. Auch mit einem erhöhten Lkw-Aufkommen rechnen sie. "Hier in der Gegend stehen nicht viele Rinder, da sind bestimmt zwei Fahrten pro Tag erforderlich", befürchtet Tanja von Stade.

Das Thema steht am Dienstag, 4. Dezember, um 18.30 Uhr im Beekhoff auf der Tagesordnung des Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde Beckdorf.
Die Unterschriftenliste will Tanja von Stade dann persönlich dem Rat überreichen.


Anwohner mit ins Boot holen
Die Nindorfer sind enttäuscht und verärgert: Erst große Zusagen des früheren Betreibers "Dalkia", die nicht umgesetzt wurden, jetzt der Antrag des derzeitigen Betreibers "Danpower", Rindermist verwenden zu wollen.
Einerseits gehört Biogas zu den umweltfreundlichsten Energiequellen, gespeist aus dauerhaft verfügbarer Biomasse wie Pflanzenabfall und Gülle. Andererseits kann ich das Misstrauen der Anwohner verstehen: Ihnen wurde eine Anlage vor die Nase gesetzt, von der sie kaum profitieren. Nun wird von ihnen erwartet, dass sie Rindermist als Inputstoff akzeptieren. Zwei Vorschläge zur Einigung: vertraglich regeln, dass bei zu großer Geruchsbelästigung wieder komplett auf Maissilage umgestellt wird. Und Interessierten die Besichtigung einer Biogasanlage ermöglichen, die mit Rindermist gespeist wird, um sich selbst ein Bild machen zu können. Das könnte helfen.
Alexandra Bisping