"Es fing alles mit einem Spaziergang an. Meine Frau Gudrun und ich gingen 2002 am Kiekeberg entlang. Da entdeckte ich Früchte an einem Strauch. Ich fragte meine Frau, was das für Früchte sind und wie man sie verwendet", sagt Dipl.-Ing. Hermann Heidbrook aus Winsen-Luhdorf. Als seine Frau antwortete, dass man Schlehen auch für die Erzeugung von Likör verwendet, reifte die Idee für eine Destille. Zunächst informierte sich Herman Heidbrook über Kleindestillen, von denen es rund 32.000 in Deutschland gibt.
"Ich stellte mir die Fragen: Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin?", erzählt Heidbrook. Nach einer ausgiebigen Planung wurde 2006 eine Firma gegründet. Auf dem Grundstück erfolgte ein Bau eines Gebäudes, das die Destillieranlage des renommierten Herstellers "Holstein" vom Bodensee und einen Verkostungs- bzw. Verkaufsraum enthält.

Es wurde Ausschau nach den besten Früchtelieferanten aus der Region gesucht. Schattenmorellen (Sauerkirschen), Zwetschgen (Alte doppelte Hauszwetschge) und Williams-Christ-Birnen wurden getestet. Der Weg führte ins Alte Land. "Die Früchte als Träger der Aromastoffe sind - neben der Kenntniss des Destillierens - das wichtigste Element", so Heidbrook. Wichtig ist, dass sie in voller Reife von Hand geerntet werden, wenn sie das beste Aroma haben. Rund 500 Kilo - verteilt in 125-Kilo-Chargen - werden je Frucht im Jahr verarbeitet. Alle Früchte werden mehrfach sorgfältig gewaschen und begutachtet. Ist eine Frucht nicht einwandfrei, wird sie aussortiert. Danach werden die Stängel entfernt. Nur perfekte Früchte werden zur Maische verarbeitet. Wenige Stunden nach der Ernte werden die Früchte sanft gequetscht und in den doppelwandigen Edelstahl-Maischetank gefüllt. Nachdem die Gärhefe hinzugegeben wurde, wird der Maischetank luftdicht geschlossen. So geht nichts vom Aroma verloren. Dann beginnt der Gärprozess. Der Fruchtzucker wird dabei in Alkohol verwandelt. Die Maische ist naturtrüb und aromatisch. Nach dem Abschluss des Gärprozesses wird die Maische passiert. Bei den Kernfrüchten werden die Kerne entfernt, wobei zehn Prozent der Kerne wieder der Maische zugeführt werden. So wird im späteren Destillat der zarte Hauch von Mandelaroma geschaffen.

Sofort nach Beendigung der Gärung ist der Zeitpunkt für den Brand gekommen: die Destillation. Dafür wird die Maische in eine kupferne Destille gefüllt. Dann wird schonend und langsam destilliert.
Dabei sind Erfahrung und Gespür für den richtigen Moment gefragt. Der Brennmeister hat das Sagen. Nach Abtrennung des Vor- und Nachlaufes beendet er den Brennvorgang. Dann folgt mit Spannung die erste Probe: Reinheit? Aroma? Erst, wenn beides stimmt, wird der Brand in einen Edelstahl-Lagertank umgefüllt. Nichts darf das Aroma verfremden.
Doch nur ein Teil des Destillates, der so genannte Mittellauf, darf in den Behälter. Denn im Mittellauf schlägt das "Herz" des Brandes, das sich zum Edelbrand entfaltet.

Ein Jahr des Reifens vergeht, bevor der große Moment erfolgt: Hermann Heidbrook zieht eine Probe. Stimmen Reinheit und Aroma? Doch verkostet wird noch nicht. Erst muss der Alkoholgehalt von ca. 70% auf exakt 43 Vol.% reduziert werden. Dann folgt ein erstes Nippen.
Was zeichnet den hochwertigen "Gud-Brook" aus? Zuerst überwältigt das einzigartige Aroma. Dann fasziniert der feine Geschmack. "Volles Aroma am Gaumen und gewaltig im Abgang", so Hermann Heidbrook nach der Verkostung.
Nach dem Destillieren geht es ans Abfüllen, das von Hand erfolgt. Ebenso das Verschließen und Versiegeln der Flaschen. Zum Schluss wird das Etikett aufgeklebt.
"Die Faszination hochwertige Brände zu kreieren und diese unseren Privatkunden sowie den Hamburger Sternehotels anzubieten, ist unsere Passion", sagen Gudrun und Hermann Heidbrook.
Die Edelbrände werden unter anderem in Hamburg im Hotel Atlantic, im Le Meredien, im Louis C. Jacob sowie im Hanstedter Ringhotel Sellhorn kredenzt.

Der Verkauf erfolgt auch ab Destille (Infos: Tel. 04171-68275, www.gud-brook.de).

Autor:

Axel-Holger Haase aus Buchholz

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