Evelyn Hardt gibt nach 25 Jahren die Leitung ab
Besuchsdienst der St.-Paulus-Gemeinde Buchholz: Für den anderen da sein

Evelyn Hardt mit einer Auswahl der Hefte, die sie gerne bei ihren Besuchen an die Jubilare übergibt
  • Evelyn Hardt mit einer Auswahl der Hefte, die sie gerne bei ihren Besuchen an die Jubilare übergibt
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os. Buchholz. "Es gibt nichts, was ich nicht erlebt habe. Die meisten Begegnungen waren aber sehr positiv!" Dieses Fazit ihrer langen ehrenamtlichen Tätigkeit zieht Evelyn Hardt. Ende September gibt die Buchholzerin die Leitung des Besuchsdienstes der ev.-luth. St.-Paulus-Kirchengemeinde ab. 25 Jahre lang war sie an Bord, 18 davon als Leiterin.
Mit viel Freude und Akribie hat Evelyn Hardt die Arbeit des Besuchsdienstes organisiert und strukturiert. Mit zehn ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen besuchte sie die Geburtstagskinder der Kirchengemeinde - und zwar die, die über 80 Jahre alt sind. Viele hundert Begegnungen sind dabei zusammengekommen. Die "runden" Geburtstage - 80, 85, 90 usw. - werden in den meisten Fällen von den Pastoren der Kirchengemeinde wahrgenommen, für die anderen ist der Besuchsdienst zuständig.
Dabei finden die meisten Besuche als Überraschung statt. "Viele Jubilare haben immer Angst, dass sie uns etwas anbieten müssen", erklärt Evelyn Hardt. Das sei aber nicht notwendig. Ganz im Gegenteil: Die Mitarbeiterinnen des Besuchsdienstes kommen, um Zeit zu schenken oder zuzuhören.
"Grundidee ist es, den anderen nicht zu vereinnahmen, sondern einfach für ihn da zu sein", sagt Evelyn Hardt. In den meisten Fällen sei ein tolles Vertrauensverhältnis zwischen den Mitarbeiterinnen des Besuchsdienstes und den Geburtstagskindern entstanden. "Viele haben sich schnell geöffnet, zumal sie wussten, dass wir der Verschwiegenheitspflicht unterliegen", berichtet Hardt. Viele private Erlebnisse hat sie so mitbekommen, mitunter auch Kritik an der Kirche als Institution gehört. "In den allermeisten Fällen war die Stimmung aber positiv", blickt Evelyn Hardt zurück.
Einmal im Vierteljahr trafen sich die Mitarbeiterinnen, um die Besuche für die drei Pfarrbezirke der St.-Paulus-Gemeinde abzustimmen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres kamen so allein im Pfarrbezirk I, in dem Evelyn Hardt selbst Besuche abstattet, fast 110 Termine zusammen. Immer dabei haben die Mitarbeiterinnen Hefte mit kleinen Geschichten aus der Bibel, Gebete oder Psalmen. Während der Corona-Krise entfielen in den vergangenen knapp vier Monaten die direkten Kontakte. "Dafür haben wir viele Karten zu den Geburtstagen geschrieben", berichtet Evelyn Hardt.
In den vergangenen 25 Jahren habe sie immer sehr gut mit den Pastoren zusammengearbeitet, sagt sie. Ihr besonderer Dank geht an Pastor Andreas Kern, der sich bei Fortbildungsmaßnahmen für den Besuchsdienst immer großzügig gezeigt habe.
Jetzt, findet Evelyn Hardt, sei es an der Zeit, dass mal wieder frischer Wind in den Besuchsdienst kommt. Deshalb will sie sich auch komplett zurückziehen, auch, damit eine potenzielle Nachfolgerin eigene Schwerpunkte setzen kann. Noch ist die Nachfolge nicht geregelt. "Es wird zunehmend schwieriger, ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen zu finden", sagt Evelyn Hardt. Wer sich engagieren möchte, kann sich mit ihr unter Tel. 04181-4447 oder per E-Mail unter evelyn.lothar@gmail.com in Verbindung setzen. "Ich habe das Ehrenamt nie als Belastung empfunden und immer gern gemacht. Gerade wenn sich Jubilare gerne an den letzten Besuch erinnert haben, hat mich das sehr erfüllt."

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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