Rettungseinheit der DLRG
Die Strömungsretter aus dem "flachen Land"

Wolfgang Weber zeigt einen Teil der Ausrüstung, auf die die Strömungsretter bei ihren Einsätzen zurückgreifen
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Sie retten dort, wo Boote und Taucher nicht mehr weiterkommen: die Strömungsretter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Mit Neoprenanzügen, Seilen und speziellen Rafting-Booten sind sie dort im Einsatz, wo es für andere Rettungskräfte zu gefährlich wird. Wolfgang Weber aus Buchholz ist Referent für Strömungsrettung im Landesverband Niedersachsen und bildet in dieser Funktion auch immer wieder neue Strömungsretter aus. Und das, obwohl es hier oben im Norden kaum Gewässer gibt, in denen reißende Strömungen herrschen. Die Abteilung ist seit 2004 ein fester Bestandteil der DLRG. Das Elbe-Hochwasser im Jahr 2002 war damals ein maßgeblicher Faktor für die Schaffung einer Gruppe in der Wasserrettung, die auf Einsätze in fließenden Gewässern spezialisiert ist.

Weber war von Anfang an dabei. Der Vater von zwei Kindern kam mit 14 Jahren zur DLRG und durchlief dort mehrere Abteilungen. Einsatztaucher, Hubschraubergestützter Wasserretter, Strömungsretter, Ausbilder sind nur einige Stationen, die sich Weber heute in seinen Lebenslauf schreiben kann.

Die Rafts werden zu Wasser gelassen
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Bei den Einsätzen beim Elbe-Hochwasser 2002 steckte die Strömungsrettung in Deutschland noch in den Kinderschuhen. In Österreich gab es ein ähnliches Programm bereits seit 2000, auch im Süden Bayerns wurden bei Rettungseinsätzen oft speziell ausgebildete Einsatzkräfte eingesetzt. Ein klares Konzept wie heutzutage lag allerdings noch in weiter Ferne. Davon berichtet auch Wolfgang Weber: "Wenn ich an 2002 zurückdenke, dann wird mir immer wieder klar, was für Risiken wir damals eingegangen sind. Nach unseren jetzigen Regelungen und Schulungen würde ich heute niemanden mehr in solche Situationen schicken", erklärt er.

"Diese Erfahrungen haben sich dennoch gelohnt, damit wir heute wichtiges Wissen an unseren Nachwuchs vermitteln können", so Weber. Ein wichtiger Baustein, der den angehenden Strömungsrettern in der Ausbildung vermittelt wird, ist die Fähigkeit, das Wasser "zu lesen". "Man muss schon mal selber ordentlich Wasser geschluckt haben, um sich in Situationen begeben zu können, wie wir es tun", so Weber.

Besonders die Einsätze beim Elbe-Hochwasser 2002 sind dem 49-Jährigen im Gedächtnis geblieben. Er berichtet von Menschen, die ihre Häuser und ihr Hab und Gut trotz der Gefahren nicht aufgeben wollten. "Es gab dann Situationen, da mussten wir mit Polizeischutz in die Wohnungen gehen, um wenigstens die Kinder da rauszuholen." Seine Motivation, sich immer wieder in gefährliche Situationen zu begeben: "Wenn man jemanden aus so einer Gefahrensituation rettet und man bekommt ein Lächeln als Dankeschön zurück, dann ist das das Beste, was einem passieren kann."

(lm). 

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Autor:

Lennart Möller aus Rosengarten

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