Ein Kleinod von großer Bedeutung

Die Seeve ist Heimat vieler geschützter Arten
  • Die Seeve ist Heimat vieler geschützter Arten
  • Foto: Landkreis Harburg
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

"Natura 2000": Verordnung tritt zum 1. Juli in Kraft. 

(mum).
Der Fischotter fühlt sich hier wohl, in dem Fluss tummeln sich seltene Arten wie Meerneunauge und Äsche, die Ufer säumen Erlenwälder und auf den angrenzenden Wiesen findet sich das Gefleckte Knabenkraut: An der Seeve sind viele geschützte Arten zu Hause. Damit dieser besondere Lebensraum erhalten bleibt, weist der Landkreis Harburg dieses Kleinod von europäischer Bedeutung als Naturschutzgebiet aus. "Nachdem der Beschluss im Kreistag gefallen ist, soll die Verordnung zum 1. Juli in Kraft treten", so Niels Vollmers von der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung.
Der Landkreis Harburg sichert so ein rund 553 Hektar großes Gebiet. "Der floristische und faunistische Wert des Ober- und Mittellaufes der Seeve von ihrem Quellbereich östlich von Handeloh bis zum Rangierbahnhof Maschen im Norden wurde bereits vor Jahren von europäischer Seite bestätigt", sagt Vollmers. In das neue Gebiet wurden die anliegenden und bereits bestehenden Naturschutzgebiete "Hangquellmoor bei Weihe" und "Altes Moor" integriert.
Die Besonderheit: "Die Seeve ist mit durchschnittlich 6 bis 7 Grad Celsius der kälteste Fluss Norddeutschlands", erläutert Vollmers. Ihr geschwungener Gewässerverlauf ist in großen Teilen naturnah ausgeprägt. In den höher gelegenen, grundwasserfernen Talrändern bestehen Übergänge zu mäßig nährstoffreichen Buchen- und Eichenmischwäldern. Überwiegend ist das Gebiet jedoch von Grünland geprägt: Neben angrenzenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen finden sich hier noch größere Bereiche mit extensiv genutztem Feucht- und Nassgrünland, das in seiner artenreichen Ausprägung zu den Biotoptypen mit dem stärksten Rückgang in den vergangenen 50 Jahren gehört.
Die Seeve ist aber nur eines der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Schutzgebiete, die der Landkreis Harburg im Rahmen des Programms "Natura 2000" der Europäischen Union unter besonderen Schutz stellt. "Die EU und die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis wollen mit 'Natura 2000' erreichen, dass Lebensräume für Tiere und Pflanzen dauerhaft so geschützt sind, dass sich die Arten dort ungestört entwickeln können", erläutert Kreisrat Josef Nießen.
Die 14 FFH-Gebiete im Landkreis Harburg umfassen insgesamt 22 Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Sieben Verordnungen werden noch in Zusammenarbeit mit der Politik sowie den Bürgern erarbeitet. Als Nächstes sind das die Bereiche des Estetales und des Garlstorfer Waldes.

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