Er hat Buchholz maßgeblich geprägt: Joachim Schleif feiert seinen 80. Geburtstag

Joachim Schleif an seinem Lieblingsplatz mit Blick auf den heimischen Garten
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os. Buchholz. Er baute das Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) in Buchholz mit auf, saß 35 Jahre im Rat der Nordheidestadt und übernahm sieben Jahre lang als Bürgermeister Verantwortung: Am heutigen Montag, 12. Februar, feiert Joachim Schleif seinen 80. Geburtstag.
Geboren in Thüringen, verbrachte Joachim Schleif seine Jugendzeit in Göttingen. Dort studierte er nach dem Abitur auch Biologie und Chemie auf höheres Lehramt. Eigentlich wollten Schleif und seine Ehefrau Brigitta - sie hatten im Jahr 1964 geheiratet - in Göttingen bleiben, hatten bereits den Vorvertrag für den Kauf eines Reihenhauses unterschrieben. Es kam anders: Nach dem zweiten Staatsexamen wurde der junge Lehrer nach Buchholz versetzt. "Damals wurde man dort hinbeordert, wo Mangel herrscht", erinnert sich Schleif. Das Albert-Einstein-Gymnasium, das damals im neuen Schulzentrum am Buenser Weg entstand, war auf der Suche nach einem Biologen. Joachim Schleif übernahm den Posten, durfte sogar bei der Gestaltung der Räume der Naturwissenschaftler mitbestimmen. "Unser Plan war damals, dass ich nach einem Jahr einen Versetzungantrag zurück nach Göttingen stelle", erklärt Schleif. Stattdessen blieb die Familie in der Nordheidestadt. "Wir haben uns in Buchholz schnell eingelebt und uns schnell heimisch gefühlt", sagt der Jubilar.
In seiner Tätigkeit als Lehrer ging Joachim Schleif voll auf: "Das AEG war mein Leben." 1999 erlebt er noch den Umzug in den Neubau des Gymnasiums, ein Jahr später ging Schleif in Pension. Parallel zur beruflichen Laufbahn hatte der Christdemokrat seine politische Karriere vorangetrieben. 1981 ließ er sich erstmals für den Stadtrat aufstellen, er blieb ohne Unterbrechung bis 2016 Ratsherr. Von 1994 bis 2001 war er Bürgermeister und bildete mit Verwaltungschef Andreas Bendt die Spitze in der Nordheidestadt. Eine Konstellation, die er sich noch heute wünschte: "Ich bin überzeugter Anhänger der Zweizügigkeit", sagt Schleif. Dass der Verwaltungschef heute gleichzeitig Ratsmitglied ist, führe für alle Beteiligten zu schwierigen Situationen. In Schleifs Zeit als Bürgermeister fiel u.a. der Bau des Gewerbegebiets Vaenser Heide II und der Bau der Sozialwohnungen rund um die Rütgersstraße. "Es war eine politisch intensive Zeit, die mich sehr gefordert hat", erinnert sich Schleif. Manchmal, räumt er ein, sei die Familie zu kurz gekommen. "Ich hatte starken Rückhalt von meiner Frau, sonst hätte ich alles nicht unter einen Hut bekommen", sagt Schleif. Zwischen 1996 und 2016 kam noch das Mandat im Kreistag des Landkreises Harburg hinzu - von 2001 bis 2008 war Schleif dort CDU-Fraktionsvorsitzender, zudem von 2006 bis 2011 Ratsvorsitzender in Buchholz. "Ich habe stets viel Kraft aus kleinen Erfolgen gezogen", erinnert sich der Jubilar. Einmal löste er mit viel diplomatischem Geschick eine Sitzblockade junger Leute an der Neuen Straße auf und fand im Gespräch mit ihnen eine Lösung für die Pläne eines neuen Jugendzentrums. Geholfen hat ihm seine ausgleichende Art: "Mir liegt nicht daran, mich zu 100 Prozent gegen einen politischen Gegner durchzusetzen. Das hinterlässt nur Verlierer", so Schleif.
Als Bürgermeister gehörte der CDU-Politiker zu den Mitbegründern der Städtepartnerschaft von Buchholz zur polnischen Stadt Wohlau. Für seinen Einsatz für die deutsch-polnische Freundschaft und Aussöhnung wurde Joachim Schleif die Ehrenbürgerwürde von Wohlau verliehen.
Nachdem er in Pension gegangen war, übernahm Joachim Schleif einen weiteren wichtigen Posten: Als Präsident ist er seit 2002 für die Geschicke von Buchholz' zweitgrößtem Sportverein TSV Buchholz 08 zuständig. Zusammen mit dem jeweiligen Vorsitzenden - zunächst Reimer Hardenfeldt, später Lothar Hillmann - bildete und bildet er ein starkes Führungstrio. "Die Arbeit bei 08 ist sehr motivierend und macht Spaß", sagt Joachim Schleif.
Seinen 80. Geburtstag feiert Joachim Schleif in privatem Kreis gemeinsamen mit seiner Ehefrau, seiner Tochter, seinem Sohn sowie insgesamt sechs Enkelkindern.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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