Quartett erfüllt beim "Winter Baltic Circle" Wünsche
In kurzen Hosen am Polarkreis

Freuen sich auf ihr Abenteuer (v. li.): Nico Bußmann, Maik Kuschel, Christian Graf und Christian Horend
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mum. Buchholz. "Die nördlichste Rallye des Erdballs" - unter diesem Titel bewirbt der Veranstalter eine rund 7.500 Kilometer lange Tour durch zehn Länder rund um die Ostsee. Der Name der Tour: "Baltic Sea Circle" (BSC). Nachdem sich Nicolas Bußmann (40), Christian Graf (46), Christian Horend (46) und Nils Pralow (46) diesem Abenteuer bereits im Sommer 2015 gestellt hatten, ist die Zeit jetzt reif, das Abenteuer in leicht veränderter Besetzung - statt Nils Pralow geht Maik Kuschel (30) mit an den Start - im Winter erneut zu bestehen. Auch bei dieser Variante gilt: kein GPS, kein Navi, der Weg ist das Ziel und das "Roadbook" gibt nur eine grobe Orientierung, wohin die Reise geht.
"Durch die Teilnahme im Jahr 2015 können wir etwas gelassener an die Tour herangehen. Dennoch wissen wir noch nicht, welche Abenteuer das Roadbook für uns bereithält", erklärt Christian Horend. In der Anleitung, die die rund 60 Teams am heutigen Samstag beim Start am Hamburger Fischmarkt erhalten, sind kurzweilige Aufgaben und Missionen enthalten, die den Rallyealltag verkürzen - etwa "Tausche möglichst oft einen Gegenstand".
"Dass wir die Strecke weitestgehend selbst bestimmen können, macht den besonderen Reiz dieser Tour aus", sagt Christian Graf. "Auch wenn die Wintertour eigentlich keinen Halt in Murmansk vorsieht, wollen wir uns diese besondere Stadt nicht entgehen lassen." Welche Städte die Teilnehmer ansteuern, ist weitestgehend offen. Fest steht zum Start nur, dass es irgendwo im Baltikum eine "Winterbiwak Party" geben wird und die Teilnehmer am Polarkreis auf Polarlichter warten. "Der Tradition unserer 2015er-Tour folgend, werden wir den Polarkreis natürlich wieder in kurzen Hosen überschreiten", sagt Nicolas Bußmann. "Wie lange wir es in Anbetracht der zu erwartenden Minusgrade allerdings aushalten, bleibt abzuwarten." Zu dieser besonderen Aufgabe für das Team kommt es, weil Bußmann, Graf und Horend auch 2015 in kurzen Hosen im Schnee standen - allerdings mehr aus Versehen. Das Team lag damals weit abgeschlagen hinter dem Hauptfeld und hatte sich dann in Mittelschweden dazu entschieden, möglichst viel "Strecke zu machen". So überquerte man fast unbemerkt die Grenze zu Norwegen und stand plötzlich in kurzen Hosen am Polarkreis.
Maik Kuschel, der im Jahr 2016 bereits ein Rallyeabenteuer durch England und Schottland absolviert hat, freut sich besonders auf die Tour in den Norden. "Es wird jetzt auch Zeit, dass es losgeht. Hinter uns liegen mehrere Wochen intensiver Arbeiten an unserem Fahrzeug, jetzt freue ich mich auf die hoffentlich unvergessliche Tour. Wer kann von sich schon behaupten, im Winter die rund 1.400 Kilometer lange Strecke von Murmansk nach St. Petersburg mit dem Auto bereist zu haben? Dass wir uns mit dieser Tour nicht nur einen Traum erfüllen, sondern durch den von uns gegründeten Verein Buchholzer Wunschbaum auch noch Gutes tun können, rundet die Tour ab."

"Buchholzer Wunschbaum" gegründet

(mum). Verbunden mit der Teilnahme an der Rallye ist auch immer ein Charity-Projekt, dass sich die teilnehmenden Teams selbst aussuchen. "2015 konnten wir für die Kinder-Stiftung St. Paulus mehr als 1.500 Euro einsammeln", so Christian Horend. "Ein solches Ergebnis wollten wir auch jetzt gern erreichen, allerdings haben wir lange nach einem passenden Thema gesucht." Während der Arbeiten an dem Rallyefahrzeug kam man dann darüber ins Gespräch, dass sich jeder mit der Tour einen eigenen Wunsch erfüllt: Horend will Polarlichter sehen, Graf auf schnee- und eisbedeckter Straße zum Nordkap, Bußmann noch einmal in kurzen Hosen über den Polarkreis und Kuschel ist gespannt auf den besonderen Charme der russischen Städte. "Da wir auch rund um die Weihnachtszeit an unserem Fahrzeug gearbeitet haben, waren dann auch Weihnachtswünsche eine Gesprächsthema. So sind wir dann auf die Idee einer Vereinsgründung gekommen", so Kuschel, der als stellvertretender Vorsitzender fungiert.
Der Verein "Buchholzer Wunschbaum" möchte hilfsbedürftige Personen unterstützen. Der Satzungszweck soll unter anderem durch die Verbesserung der Lebensumstände von Kindern und Senioren sowie die Erweiterung des Angebots an sozialen Projekten für Jugendliche, Senioren und sozial- und einkommensschwacher Familien verwirklicht werden. Hierzu wird der Verein Aufrufe, Sammlungen und Aktionen veranstalten. Insbesondere sollen Gebrauchsgegenstände, Geschenke und Dienstleistungen für die genannte Zielgruppe vermittelt, organisiert und verteilt werden. "Wir wollen zu Weihnachten kleine Wünsche erfüllen, insbesondere auch Wünsche von Senioren", sagt Vereinsvorsitzende Horend. "Das kann beispielsweise ein Buch, eine Eintrittskarte fürs Kino oder ein Frühstücksgutschein sein." Der Wunsch kann dadurch entstehen, dass die finanziellen Mittel fehlen oder schlicht und einfach niemand mehr da ist, der einen beschenkt. "Wir wollen einfach ein wenig Freude bereiten", so Schatzmeister Christian Graf. "Da wir nicht wissen, wie diese Idee angenommen wird, sammeln wir ab sofort Spenden, damit Weihnachten 2020 möglichst keine Wünsche unerfüllt bleiben."
Wie funktioniert das Projekt? Menschen, die einen Wunsch haben, schreiben diesen einfach auf. Diese Wünsche werden dann an einen Weihnachtsbaum gehängt und können von Personen, die etwas schenken wollen, aus dem Baum genommen werden. Die gekauften Geschenke werden dann wieder beim Verein abgegeben und den Wünschenden zugeleitet. Die Aktion ist völlig anonym, die Namen der Wünschenden tauchen nicht auf.
• Die Freunde haben bei der Volksbank ein Spendenkonto eröffnet. Die IBAN-Nummer lautet DE04240603002111265700.
• Wer die Freunde bei ihrem Abenteuer online begleiten möchte, kann dies auf ihrer Facebook-Seite tun. Zu finden unter "Plan B - Baltic Sea Circle Winter 2020"

Freuen sich auf ihr Abenteuer (v. li.): Nico Bußmann, Maik Kuschel, Christian Graf und Christian Horend
Wie 2015 wollen (v. li.) Christian Horend, Nico Bußmann und Christian Graf den Polarkreis in kurzen Hosen überqueren
Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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