Finanzamt Buchholz
Leiter Wolfhard Krentz geht, Arne Homfeldt kommt

Der scheidende Finanzamtschef Wolfhard Krentz (re.) mit seinem Nachfolger Dr. Arne Homfeldt
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os. Buchholz. Mit seiner Forderung, dass die Steuererklärung auf einem Bierdeckel erledigt werden müsse, sorgte der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz im Jahr 2003 für Aufsehen. Bislang ist man davon weit entfernt, und das wird auch so bleiben, prognostiziert Wolfhard Krentz (64). "Die Steuererklärung auf dem Bierdeckel ist eine Illusion. Steuerrecht umfasst ja nicht nur die Steuererhebung, sondern viele andere Aspekte wie individuelle Förderung, Vermietung, Verpachtung oder Unternehmensbeteiligungen", betont der scheidende Leiter des Finanzamts Buchholz. Trotz der elektronischen Hilfe etwa durch das Elster-System sei die Steuererklärung in Teilen kompliziert, räumt Krentz ein: "Ich rattere meine Steuererklärung auch nicht einfach runter, da brauche ich schon einige Zeit." Nach mehr als 16 Jahren in Buchholz und insgesamt 34,5 Jahren im öffentlichen Dienst geht Krentz Ende Januar in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Dr. Arne Homfeldt (51), derzeit Vorsteher des Finanzamts Rotenburg.
Wolfhard Krentz, geboren in Detmold, startete nach einem Studium der Rechtswissenschaften seine Laufbahn in seinem Heimat-Bundesland Nordrhein-Westfalen. Nach Stationen in Siegburg und Bonn wechselte Krentz nach Niedersachsen ins Finanzamt für Fahndung und Strafsachen in Lüneburg. Weitere Arbeitsorte waren die Finanzämter in Uelzen, Lüneburg und Winsen, wo Krentz von Juli 2001 bis November 2004 Vorsteher war. Von der Kreisstadt wechselte er zum 1. Dezember 2004 in gleicher Funktion nach Buchholz - und blieb. Zuletzt führte Krentz hier rund 250 Mitarbeiter.
Eine Besonderheit habe der Einzugsbereich des Finanzamtes Buchholz, der im Landkreis Harburg östlich der Seeve beginnt, gehabt. "Hier gibt es besonders viele Wohlhabende", berichtet Krentz. Das schlägt sich auch in den Einnahmen der Institution nieder: Diese erhöhten sich von 409 Millionen Euro im Jahr 2009 auf 694 Millionen Euro im Jahr 2019. Im vergangenen Jahr gab es durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie erstmals einen Rückgang der Steuereinnahmen, dieser seit mit 31 Millionen Euro aber vergleichsweise moderat ausgefallen. Grund sei, dass es im Landkreis Harburg viele kleinere Firmen gibt, die trotz der Pandemie weiter arbeiten und produzieren konnten. Die Zahl der "normalen" Arbeitnehmer sei im Zeitraum von 2010 bis 2019 nur leicht von 34.000 auf 35.000 gestiegen, dagegen habe die Anzahl der Selbstständigen stark von 19.000 auf 24.000 und von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) und Aktiengesellschaften besonders stark von 2.100 auf 2.850 zugenommen.
Die spannendste Zeit in seiner Laufbahn seien die Monate nach dem Ankauf von Steuer-CDs gewesen, erinnert sich Krentz: "Wir haben in unserem Zuständigkeitsbereich viele Selbstanzeigen gehabt, das hat sich richtig gelohnt. Das war eine aufregende Zeit."
Im Ruhestand will sich Wolfhard Krentz auf seinem Grundstück im Landkreis Lüneburg "austoben". Zudem freut er sich darauf, sich intensiver um sein Steckenpferd, die Malerei in den Niederlanden, kümmern zu können. Und schließlich hat er begonnen, Französisch zu lernen.
Krentz' Nachfolger, Dr. Arne Homfeldt, ist in Buchholz kein Unbekannter: Bereits von 2001 bis 2004 und dann noch einmal von 2008 bis 2010 arbeitete Homfeldt in Buchholz. Er übernehme ein gut bestelltes Feld, betont Homfeldt, der im Landkreis Rotenburg lebt. Wie sein Vorgänger wird er großen Wert auf die Fortbildung der Mitarbeiter legen - und auf die Akquise des Nachwuchses. Viele glaubten immer noch, dass man beim Finanzamt gut rechnen können muss und Akten wälzt. Richtig ist: Ein gutes Zahlenverständnis hilft, doch das Rechnen übernehmen größtenteils spezielle Computerprogramme. Und auch die Akten gibt es vorwiegend digital.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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