Handwerkskammer fordert: Sparkassen und Genossenschaftsbanken müssen unter nationaler Aufsicht bleiben.

(nw). Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade unterstützt die Position der Bundesregierung in den schwierigen Verhandlungen zur Ausgestaltung der europäischen Bankenunion. „Eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht ist zweifellos erforderlich. Sie muss sich aber auf systemrelevante, internationale Banken beschränken. Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit ihren regionalen Geschäftsmodellen müssen unter nationaler Aufsicht bleiben“, sagt Kammerhauptgeschäftsführer Norbert Bünten. Er befürchtet andernfalls erhebliche zusätzliche Regulierungskosten, wodurch die Kreditvergabemöglichkeiten der regionalen Institute unnötig eingeschränkt würden. „Letztlich träfe es vor allem den Mittelstand. Die Finanzierungsbedingungen für kleine und mittlere Handwerksbetriebe würden sich verschlechtern.“
Für das Handwerk seien Sparkassen und Genossenschaftsbanken die wichtigsten Geschäftspartner in Finanzierungsfragen, weiß Bünten. In der Verbändeumfrage 2012 der KfW seien die Handwerksbetriebe nach ihren Hauptbankverbindungen befragt worden, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Jeder dritte Betrieb nutze demnach mehr als eine Hauptbankverbindung. Von den befragten Handwerksbetrieben hätten 64 Prozent eine Sparkasse als Hauptbankverbindung. Mit 48 Prozent habe jeder zweite Betrieb eine Genossenschaftsbank angegeben. Nur knapp 21 Prozent hätten hingegen eine Hauptbankverbindung bei einer privaten Geschäftsbank.
Die Handwerkskammer warnt zudem eindringlich davor, im Zuge der Bankenunion eine gemeinsame europäische Einlagensicherung zu schaffen. „Das dürfte für die deutschen Sparer ein teures Abenteuer werden, wenn sie plötzlich mit den Kunden unsicherer Banken aus den Euro-Krisenländern in einem Boot sitzen“, sagt Bünten. Die Einlagensicherung würde sich eher verschlechtern, in jedem Fall käme es zu höheren Sicherungskosten. Bünten: „Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken hierzulande haben jeweils ihre eigenen bewährten Einlagensicherungssysteme. Darauf vertrauen die Handwerksbetriebe und ihre Beschäftigten ebenso wie auf die nationalen Sicherungssysteme bei den privaten Geschäftsbanken.“ Anstatt Risiken zu vergemeinschaften, müssten die anderen europäischen Mitgliedsländer eigene funktionierende Einlagensicherungssysteme aufbauen.

Autor:

Tamara Westphal aus Buchholz

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