Naturschutz trifft auf Tourismus

Christiane Vogt und Detlef Gumz am Brunsberg, wo der
Heidschnuckenweg seit Kurzem auf einer kleinen Kurve von seiner ursprünglichen Route abweicht
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  • Christiane Vogt und Detlef Gumz am Brunsberg, wo der
    Heidschnuckenweg seit Kurzem auf einer kleinen Kurve von seiner ursprünglichen Route abweicht
  • Foto: Landkreis Harburg
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Am Heidschnuckenweg sind Wildbienen und Wanderer gleichermaßen willkommen. 

(mum). Der Tourismus in der Lüneburger Heide boomt: In der ersten Jahreshälfte 2019 sind die Übernachtungszahlen erneut deutlich gestiegen. Gäste schätzen die einzigartige Natur und die abwechslungsreiche Landschaft, die zu Fuß oder mit dem Rad auf zahlreichen Routen erkundet werden kann. Eine der beliebtesten Touren führt entlang des Heidschnuckenwegs, einem der schönsten Wanderwege Deutschlands, der gleichzeitig beweist, wie gut sich Naturschutz und Tourismus ergänzen können.
Ein konkretes Beispiel dafür bietet die Etappe, die am Brunsberg bei Buchholz entlang führt: Erosionsschäden hatten den Heidschnuckenweg hier auf einigen Metern unpassierbar gemacht. Doch statt den Weg einfach an der ursprünglichen Stelle wiederherzustellen, wurde er gezielt ein kleines Stück verlegt. Nicht etwa, um den Wanderern einen noch schöneren Ausblick zu bieten, sondern um sehr viel kleineren "Heide-Liebhabern" einen Gefallen zu tun: Wildbienen nutzen diesen Abschnitt nun, um im lockeren Sand und in den Abbruchrinnen Bruthöhlen anzulegen.
"Aus Sicherheitsgründen hätte man die Erosionsrinnen auch zuschütten und den Wanderweg an selber Stelle neu befestigen können", erklärt Detlef Gumz, Leiter der Naturschutzbehörde beim Landkreis Harburg. "Stattdessen haben wir uns dafür entschieden, den Weg zu verlegen und so den nützlichen, aber leider immer seltener werdenden Insekten einen idealen Lebensraum zu bieten."
Um die Heide rund um den Brunsberg zu erhalten und so als Erholungs-, aber auch Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten zu bewahren, werden regelmäßig Pflegemaßnahmen durchgeführt. Zwischen Wald und Heide wurden zudem Übergangsbereiche geschaffen, die diese Flächen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere aufwerten und die Vielfalt steigern. Der Wald selbst wurde, wie für die Heideregion typisch, bewusst licht gestaltet - hier mussten die Douglasien als nicht heimische Baumart weichen. Damit wurde nicht nur den heimischen Tier- und Pflanzenarten geholfen. Für den Erholungsuchenden wurde zugleich das wunderschöne Relief der eiszeitlichen Landschaft erlebbar gemacht. Von der Bedeutung der Heide als Bienenweide zeugt ein Bienenzaun, der heimischen Imkern zur Verfügung gestellt wird.
"Einheimische wie Gäste schätzen das naturnahe Erlebnis einer Wanderung auf dem Heidschnuckenweg sehr", weiß Christiane Vogt, Mitarbeiterin in der Stabsstelle Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung und verantwortlich für die Koordination des Wanderweges.
• Wer selber noch nicht auf dem Heidschnuckenweg unterwegs war, sollte unbedingt den schönen Herbst für eine Wanderung nutzen. Weitere Infos unter www.heidschnuckenweg.de.

Christiane Vogt und Detlef Gumz am Brunsberg, wo der
Heidschnuckenweg seit Kurzem auf einer kleinen Kurve von seiner ursprünglichen Route abweicht
Gut zu erkennen: Hier haben Wildbienen Bruthöhlen angelegt

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