Rolf Pöker - Wenn Schikane zur Methode wird

Rolf Pöker ist verzweifelt. Die Stadt Buchholz setzt ihm übel zu
  • Rolf Pöker ist verzweifelt. Die Stadt Buchholz setzt ihm übel zu
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Will die Stadt Buchholz den obdachlosen Rentner Rolf Pöker (74, Foto) zermürben? Die Rathaus-Mitarbeiter greifen zumindest zu immer perfideren Methoden, um Pöker das Leben schwer zu machen. Unter anderem soll er sogar Geld für das Zimmer zahlen, das bis Montagnachmittag nicht einmal ansatzweise bewohnbar war.


mum. Buchholz.
„Jetzt wollen sie mich fertig machen“, sagt Rolf Pöker (74). Er sitzt zusammengesunken in seinem kleinen Zimmer in der Dachgeschosswohnung an der Rütgersstraße und versucht zu verstehen, was in den vergangenen Tagen alles geschehen ist. Im Fall des obdachlosen Rentners, über dessen Schicksal das WOCHENBLATT mehrfach berichtet hat, treibt die Stadt Buchholz ihre Schikane-Methoden nun auf die Spitze. Weil den Rathaus-Mitarbeitern nicht passt, dass einem Menschen am Rand der Gesellschaft Aufmerksamkeit geschenkt wird?
• Rolf Pöker möchte gern seine Wohnung in der Obdachlosen-Unterkunft an der Bremer Straße räumen. Dafür gab man ihm am vergangenen Freitag nur zwei Stunden Zeit. Also beschränkte er sich aus das Wichtigste. Als er jetzt um einen weiteren Termin bat, teilte ihm der zuständige Rathaus-Mitarbeiter mit, dass er seine Termin-Wünsche nur schriftlich einreichen darf.
• Die Stadt Buchholz hat Pöker eine Rechnung für die Unterkunft an der Rütgersstraße per Boten zustellen lassen. Er soll 69,37 Euro zahlen. Dies ist der Anteil, der seit Schlüsselübergabe am Donnerstag, 25. Juli, errechnet wurde. Zur Erinnerung: Die völlig verdreckte Wohnung wurde erst am Montag - vier Tage später - von der Stadt Buchholz gereinigt, so dass dort überhaupt jemand einziehen konnte. Insgesamt zahlt Pöker für das 18 Quadratmeter große Zimmer sowie für ein Bad und die Küche, die er sich mit anderen teilen muss, 307 Euro (zuzüglich Heizung). Zum Vergleich: Eine 42 Quadratmeter große Wohnung kostet in Hannover 350 Euro - warm, versteht sich.
• Laut Vertrag ist es Pöker verboten, die verschraubten Türen zu den Abseiten der kleinen Wohnung zu öffnen. Warum? Ein Blick ins Innere offenbart das dunkle Geheimnis der Stadt Buchholz. Die Abseiten sind komplett vollgestopft - unter andrem mit Plastiktüten, deren Inhalt man lieber nicht sehen möchte. Offensichtlich hatte der verantwortliche Mitarbeiter der Stadt keine Lust, sich um den Müll zu kümmern. Stattdessen wurden schnell zwei Schrauben in die Türen getrieben. Kein Wunder also, dass Rolf Pöker bereits eine Ratte in seinem Zimmer entdeckte. Es ist erschreckend, wie die Stadt Buchholz mit ihrem Eigentum umgeht. Oder soll das Haus demnächst abgerissen werden?
Immer mehr festigt sich der Eindruck, dass Rolf Pöker ein Opfer der Verwaltungswillkür ist. Erst recht nach den Schilderungen einer Geschäftsfrau aus Brandenburg mit Wurzeln in Neu Wulmstorf, die dem Rentner bereits am 14. Juli ein neues Zuhause anbieten wollte. Sie hatte aus dem WOCHENBLATT erfahren, dass die Stadt Buchholz ihm seine Tiere nehmen wollte.
Die Frau fuhr zur Unterkunft, um Rolf Pöker anzubieten, bei ihr auf dem Hof zu wohnen. Doch die Stadt hatte den 74-Jährigen bereits am 12. Juli aus der Wohnung geworfen und der Anlage verwiesen.
Eine Frau, die vermutlich die Hausmeisterin war, habe sie barsch abgefertigt: Herr Pöker sei verreist, man wisse nicht, ob und wann er wiederkomme. Und dann habe die „Hausmeisterin“ hinzugefügt: „Suchen Sie sich doch einen jüngeren Mann.“ Das, so die Geschäftsfrau, habe sie echt schockiert. Wäre die Stadt-Mitarbeiterin kooperativ gewesen, hätte Rolf Pöker vielleicht schon vor drei Wochen ein „echtes“ Zuhause gefunden.

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier:

Stadt Buchholz treibt Rentner in den Wald

"Ich bin ein Mensch zweiter Klasse!"

„Das hat Rolf Pöker wirklich nicht verdient!“

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

Politik
Freiwillig mit Mund- und Nasenschutz kehrten Grundschüler in Maschen Anfang Mai nach der Corona-Zwangspause in die Schule zurück

Corona - eingeschränkter Regelbetrieb
Niedersachsen will auf eine Maskenpflicht in Schulen verzichten

(ts). Nach der Corona-Zwangspause und den Sommerferien dürfen Hamburgs Schüler seit vergangenem Donnerstag wieder zur Schule gehen - an den weiterführenden Schulen herrscht für Schüler, Lehrer und Besucher Maskenpflicht. Im Klassenzimmer dürfen sie den Mund- und Nasenschutz allerdings abnehmen. In Niedersachsen sollen die Schulen zum Schulstart am 27. August ebenfalls in einem eingeschränkten Regelbetrieb anlaufen können - allerdings lockerer beim Mund- und Nasenschutz. Im Unterricht und...

Politik
Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln, ist das nicht gefährlich, beruhigt der Landkreis

Antwort des Landkreises Harburg auf FDP-Antrag
Maden in Biotonnen sind ungefährlich

(os). Wenn sich in der Biotonne Maden sammeln oder die Tonne einen unangenehmen Geruch verbreitet, ist das für Menschen ungefährlich. Das geht aus der Antwort des Landkreises Harburg auf eine Anfrage der FDP-Kreistagsfraktion hervor. Wie berichtet, wollten die Freidemokraten wissen, ob es möglich ist, die Biotonne in den Monaten zwischen Mai und September jede Woche und nicht wie derzeit alle 14 Tage leeren zu lassen. Die FDP-Fraktion hatte auf viele Klagen von Bürgern verwiesen, denen beim...

Panorama
Die Container der inzwischen geschlossenen Testzentren - wie hier am Krankenhaus Buchholz - bleiben zunächst stehen Foto: os

Corona-Testzentren in der Pampa

KVN eröffnet Testeinrichtung für Urlaubsrückkehrer in Rosche (Uelzen) / Landkreis Harburg stinksauer thl. Winsen. "Corona-Testzentren werden für Urlaubsrückkehrer neu eröffnet" - so lautet die vollmundige Überschrift einer Pressemitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Wie das WOCHENBLATT berichtete, gab es heftige Kritik an der KVN, nachdem sie die Abstrichzentren in der Region, wie z.B. an den Krankenhäusern Winsen und Buchholz, geschlossen hatte. Deswegen hat die...

Panorama
Bei Drochtersen soll die A 20 die Elbe unterqueren. Der Tunnelbau könnte - wenn alles gut läuft - 2025 beginnen

Fertigstellung der A 20 weiter für 2030 angepeilt
Neuer Elbtunnel: Baubeginn soll 2025 sein

Ab 2030 sollen die ersten Autos durch den neuen Elbtunnel bei Drochtersen rollen.(jd).  Der Termin 2030 wurde in den Vorjahren immer wieder von Planern und Politikern genannt. Jetzt bestätigte der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Bernd Buchholz noch einmal indirekt die Zeitplanung: Er rechne damit, dass die A 20 in seinem Bundesland ab 2030 in ihrer kompletten Länge befahren werden kann, erklärte der Minister. Er dürfte dabei auch an die Elbquerung gedacht haben. Denn ohne den Tunnel...

Panorama
  3 Bilder

Eklat zwischen dem Künstler Erwin Hilbert und dem Vorstand der St.-Petri-Kirche
Kunstausstellung in Buxtehuder Kirche vorzeitig beendet

sla. Buxtehude. Nach etlichen Vorfällen, über die das WOCHENBLATT berichtete, hat der Kirchenvorstand der St.-Petri-Kirchengemeinde die Kunstausstellung "Jesus und andere Gestalten" sowie die weitere Zusammenarbeit mit dem Künstler Erwin Hilbert vorzeitig beendet. Der Entschluss wurde durch Pastor Michael Glawion nach dem Druck der Wochenendausgabe bekanntgegeben. Die genauen Hintergründe, die zu dieser Entscheidung führten, werden in der nächsten WOCHENBLATT-Ausgabe am Mittwoch ausführlich...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen