Impfpriorisierung endet am Montag
Zu wenig Impfstoff: Niedersachsen plant keine Sonderimpfaktionen im Juni

Die Aufhebung der Impfpriorisierung wird für die Arbeit im Impfzentrum Buchholz 
keine praktischen Auswirkungen haben
  • Die Aufhebung der Impfpriorisierung wird für die Arbeit im Impfzentrum Buchholz
    keine praktischen Auswirkungen haben
  • Foto: Johanniter
  • hochgeladen von Thomas Sulzyc

(ts). Mit keinem anderen Tag dürften in diesem Jahr die meisten Menschen mehr Hoffnungen verbinden als mit dem kommenden Montag: Am 7. Juni endet in Deutschland die sogenannte Impfpriorisierung. Das bedeutet: Jeder und jede Impfwillige darf unabhängig von Alter und Vorerkrankungen einen Termin für eine Corona-Schutzimpfung vereinbaren. Das ist die Theorie. Wer bisher in der Impfreihenfolge nicht vorgesehen war, wird es in diesem Monat weiter schwer haben, den Piks zu bekommen. Denn Impfstoffe sind und bleiben weiter knapp.

Die Impfstoffe verteilt allein der Bund. Höhere Liefermengen dürfen die Impfzentren in Niedersachsen vorerst nicht erwarten. Der Bund will es bei 235.000 Dosen pro Woche für die 50 Impfzentren im Land belassen. Bis Redaktionsschluss hatte die Landesregierung noch nicht entschieden, ob Niedersachsen die Impfpriorisierung in dem Impfzentren am 7. Juni überhaupt aufhebt.

Auf jeden Fall gilt: Hausarztpraxen und Betriebsärzte sind nicht an die Impfreihenfolge gebunden. Ärzte und Ärztinnen erhalten Impfstoffe über den Apothekengroßhandel. Anders als bei den Impfzentren hat das Land Niedersachsen keinen Einfluss auf die Verteilung. Nach Informationen des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums sollen Arztpraxen und Betriebsärzte in Niedersachsen insgesamt 500.000 Impfdosen pro Woche erhalten - jetzt seien es 300.000.

Niedergelassene Ärzte im Landkreis Harburg haben (Stand 1. Juni) 31.353 Menschen eine Erstimpfung verabreicht. 9.445 Einwohner haben Hausärzte vollständig geimpft. Im Landkreis Harburg leben mehr als 255.000 Menschen. Im Landkreis Stade (205.467 Einwohner) haben in den Arztpraxen 28.044 Menschen eine Erstimpfung erhalten. 6.386 sind bei den niedergelassenen Ärzten vollständig geimpft worden.
Wegen der geringen Liefermengen plane Niedersachsen im Juni keine Sonderimpfaktionen zum Beispiel für einzelne Berufsgruppen oder Altersgruppen. Landesweit seien rund 630.000 Impfwillige auf der Warteliste registriert, sagte der Sprecher des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums Oliver Grimm dem WOCHENBLATT.

Impfzentren im Landkreis Harburg: 20.000 Personen auf der Warteliste

Die Signale des Bundes und des Landes, die zusätzliche Impfstofflieferungen in Aussicht stellen, machten sich an der Basis noch nicht bemerkbar. "Durch die weitere Öffnung und den Wegfall der Priorisierung wird die Warteliste im Landkreis Harburg immer länger. Aktuell stehen rund 20.000 Personen auf der Warteliste", sagt Jan Bauer, Impfprojektleiter beim Deutschen Roten Kreuz im Landkreis Harburg.
Mit dem Ende der Impfreihenfolge am 7. Juni und der medialen Aufmerksamkeit zu diesem Datum dürfte der Ansturm auf die Wartelisten wachsen - und damit auch die Enttäuschung, weil die Versuche am Telefon oder im Internet misslingen. Das Land Niedersachsen habe zum 7. Juni weder die Kapazitäten der Landes-Hotline noch die Serverkapazitäten für die Online-Anmeldung ausgebaut, antwortete Oliver Grimm dem WOCHENBLATT.

Der Unmut der enttäuschten Impfwilligen könnte sich bei den Hausärzten und vor den Impfzentren entladen. Bei denen, die engagiert ihr Bestes geben und nichts für den Impfstoffmangel können. Die Leiterin des Impfzentrums in Buchholz schließt das nicht aus: "Wir können die Frustration verstehen, wenn man noch keinen Impftermin bekommen hat und lange auf der Warteliste steht. Seinen Unmut bei den Mitarbeitenden des Impfzentrums oder beim Sicherheitsdienst zu äußern, trifft auf jeden Fall die Falschen. Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten hier jeden Tag großartige Arbeit und können nur das umsetzen, was an anderer Stelle entschieden wird", sagt Nadine Fischer von der Hilfsorganisation Johanniter.

Das Niedersächsische Gesundheitsministerium verweist auf Fortschritte der Impfkampagne: 45 Prozent der Bevölkerung in Niedersachsen haben eine Erstimpfung erhalten. In dem Bundesland leben acht Millionen Menschen.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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