Jägerschaft zu Verkehrsunfällen mit Wild
Zwei Dutzend Todesopfer pro Jahr

Nach einem Crash: Auch an Landstraßen kommt es häufig zu Wildunfällen
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  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce/jab. Landkreis. Bei Wildunfällen werden deutschlandweit pro Jahr bis zu 3.000 Verkehrsteilnehmer verletzt, und mehr als zwei Dutzend kommen ums Leben. Diese alarmierenden Zahlen nennt Bernard Wegner, Öffentlichkeitsbeauftragter der Jägerschaft Landkreis Harburg (JLH). Er beruft sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes und des Deutschen Jagdverbandes (DJV).
Im Landkreis Harburg gab es laut Jägerschaft und Polizei in 2018 insgesamt 1.153 Wildunfälle (2017: 1.216), bei 13 davon (12) wurden Menschen verletzt. Einen leichten Rückgang bei Unfällen mit Wildbeteiligung verzeichnet die Polizei im Landkreis Stade. Waren 2017 noch 750 Unfälle gemeldet worden, waren es 2018 nur 687. Dabei kamen zwei Menschen zu Tode, eine Person verletzte sich schwer und sieben leicht. Insgesamt betrug im vergangenen Jahr der Anteil von Wildunfällen 14,7 Prozent des Gesamtunfallgeschehens im Landkreis Stade. Im Landkreis Harburg waren es 17,7 Prozent.
Die Ausgaben der Automobilversicherer erreichen demnach inzwischen ein Regulierungsniveau von jährlich über einer halben Milliarde Euro für Blechschäden durch Wildunfälle. Kollisionen mit Tieren, die keinen Schaden am Fahrzeug verursachen, würden oft gar nicht gemeldet. Dies gelte insbesondere für den Lkw-Verkehr. Dementsprechend würde das Ausmaß der Todesopfer auf Straßen und Bahnstrecken und die damit verbundenen Auswirkungen auf zahlreiche Tierarten radikal unterschätzt.
Statistisch gesehen ereigne sich - so Wegner - alle zweieinhalb Minuten ein gemeldeter Wildunfall in Deutschland. Im Sinne von Tierschutz und Wildunfallprävention sollten alle mithelfen, das Risiko zu minimieren. Totfunde zu melden sei dabei der erste Schritt. Auf der Basis vieler Einzeldaten könnten Wissenschaftler Unfallschwerpunkte bestimmen und Hinweise zur Unfallvermeidung geben.
Bei 80 Prozent aller Wildunfälle kollidiere das Auto mit einem Reh, bei zehn Prozent mit einem Wildschwein. Besonders in der Dämmerung und nachts müsse man mit Wildwechsel rechnen - vor allem auf Landstraßen, die entlang unübersichtlichen Wald- oder Feldkanten oder direkt durch Waldgebiete verlaufen. Hier gelte es daher, die Geschwindigkeit zu verringern und vorausschauend zu fahren. "Wer mit Tempo 80 statt 100 fährt, verringert seinen Bremsweg schon um 35 Meter, die entscheidend sein können", betont Bernard Wegner. Wenn Wild am Straßenrand auftauche, sollten die Verkehrsteilnehmer möglichst hupen. Die größte Gefahr drohe in der Morgen- und Abenddämmerung, nachts und bei Nebel. "Ein Tier kommt selten allein, Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen", mahnt Wegner. Bei einem drohenden Zusammenprall rät er, das Lenkrad festzuhalten und eine Vollbremsung zu machen. Ein kontrollierter Crash sei besser als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver, das im Gegenverkehr oder sogar an einem Baum enden könne. (ce). Die Jägerschaft gibt Tipps, was Verkehrsteilnehmer nach einem Unfall mit Wild beachten müssen:
• Unfallstelle absichern, Warnblinklicht einschalten, Warnweste anlegen und Warndreieck aufstellen.
• Bei Personenschäden Erste Hilfe leisten und per Notruf 112 Hilfe holen.
• Totes Wild gegebenenfalls von der Fahnbahn räumen, um Folgeunfälle zu verhindern. Verwundete Tiere dürfen wegen Verletzungsgefahr für den Menschen nicht berührt werden. Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
• Polizei benachrichtigen, auch wenn das Tier vermeintlich unverletzt geflüchtet ist.
• Wildunfallbescheinigung vom zuständigen Förster oder Jagdpächter ausstellen lassen. Eine Bescheinigung zum Herunterladen gibt es unter www.jagdverband.de (Suchbegriff eingeben). Was tun beim Wildunfall?

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