Verkehrszählung
60.000 Fahrzeuge in 99 Stunden in Buchholz

Ein tägliches Bild im Buchholzer  Berufsverkehr: Stau auf den 
Hauptverkehrsachsen
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bim. Buchholz. Rolf Niefind aus Kakenstorf ist leidenschaftlicher Zähler - in der Regel von Zügen. Doch als er von dem Mobilitätskonzept der SHP-Ingenieure für Buchholz 2025 erfuhr, das im Sommer 2014 vorgestellt wurde, aber auf Verkehrszahlen aus dem Jahr 2007 basierte, war sein Ehrgeiz geweckt. Hinzu kommt, dass gängigen Verkehrsgutachten meist keine reellen, sondern errechnete Zahlen zugrunde liegen. Also nahm Rolf Niefind es selbst in die Hand und zählte vom 22. August bis 12. September in insgesamt 99 Stunden an den Hauptverkehrsadern zu den Hauptverkehrszeiten jeweils von 6 bis 9 Uhr und von 16 bis 19 Uhr die Fahrzeuge (Pkw, Lkw, Sprinter, Bus, Krad und Rad) und die Fußgänger stadtein- und stadtauswärts sowie Links- und Rechtsabbieger.
Mit Ausnahme der Schützenstraße zählte er u.a. auf der Canteleubrücke, Hamburger und Soltauer Straße, Bremer Straße, Steinbecker und Seppenser Mühlenweg.
"In der Kirchenstaße hätte ich schreien können", so Rolf Niefind. Denn der "Einmannbetrieb" kam bei 3.000 Fahrzeugen in beide Richtungen binnen drei Stunden am Nachmittag an seine Grenzen.
Erstaunt war er bei der Zählung auf der Hamburger Straße: "Ich dachte, der Verkehr fährt morgens raus aus der Stadt und abends wieder rein. Das ist aber nicht so", berichtet Niefind. Er habe noch nicht herausfinden können, wo ein Teil des Verkehrs abgeblieben sei.
Zwei seiner Erkenntnisse: "Lange Lkw haben in der Innenstadt nichts zu suchen." Und: "Städtische Arbeiten sollten nicht im morgendlichen Berufsverkehr stattfinden."
Rolf Niefinds Resümee zu:
Radverkehr:
"Außerhalb eines Radius von rund 1.000 Metern findet praktisch kein Fahrradverkehr mehr statt. Ob sich das durch 'Radschnellwege' ändern wird? Zweifel sind angebracht. Ich habe nicht mehr als fünf sportlich durchtrainierte Fahrer beobachtet, denen ich zutrauen würde, einen Radschnellweg nach Hamburg sinnvoll zu nutzen.
Lastenfahrräder sind die SUVs der Radler. In der Bremer Straße beobachtet: Auf dem Fahrradschutzstreifen fuhr ein Lastenfahrrad, vorne mit ca. 60x60-Zentimeter-Kasten, ein Eigenbau. Darin saß ein kleines Hündchen. Der Schulbus konnte wegen des Schutzabstandes nicht überholen, so dass er bis zur Kreuzung Steinbecker Mühlenweg/Mühlentunnel hinter dem Hündchen-Transporter hinterherzockeln musste."
Fußgänger:
"Insgesamt ist die Zahl sehr gering. Außerhalb eines Radius von 1.000 Metern lohnt das Zählen nicht mehr."
Kfz-Verkehr:
"Ich habe fast 60.000 Bewegungen beobachtet. Dabei nur ein echter Raser, der in Höhe meines 'Zählfahrzeugs' ein Fahrzeug überholte. Ich musste um meinen Außenspiegel bangen … Lediglich zwei laute Autos, ein Golf und ein Jaguar. Auffallend ist die große Anzahl der Kfz mit Abschalteinrichtungen. An der Ampel kann man das sehr gut beobachten. Am schnellsten wird auf der Canteleubrücke gefahren, am sinnigsten im Heidekamp."
Verkehr "flüssiger" machen:
"Wenn man sechs Stunden lang den Verkehr an einer Kreuzung beobachtet, so macht man sich seine Gedanken. An zumindest zwei Plätzen ließe sich durch geringe Baumaßnahmen der Verkehr flüssiger gestalten. Das Hauptproblem sind immer die Linksabbieger! Die Ampel Bendestorfer Straße / Radeland wird nicht verkehrsgerecht geschaltet. Dadurch in der Hauptzeit Rückstau bis in die Schützenstraße hinein."
Rolf Niefind bedankt sich bei den Grundstückeigentümern, die es ihm ermöglichten, dort sechs Stunden zu stehen und zu zählen. Er sucht nun Mitstreiter, um das Projekt noch weiter zu verfeinern, z.B., um die Verkehrsströme zu erfassen. Interessierte melden sich bei ihm per E-Mail an: niefind.rolf@t-online.de.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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