Freiwillige Sammler sind erschrocken, wie viel Unrat in der Nordheidestadt herumliegt
Buchholz schwimmt im Müll

Die freiwlligen Helfer von "Fridays for Future", Greenpeace und "lebe lieber unverpackt" sammelten säckeweise Müll
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  • Die freiwlligen Helfer von "Fridays for Future", Greenpeace und "lebe lieber unverpackt" sammelten säckeweise Müll
  • Foto: Fridays for Future
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os. Buchholz. "Es ist erschreckend, wie Buchholz teilweise im Müll schwimmt." Das sagt Jannes Mittelbach von der Initiative "Fridays for Future Buchholz". Jüngst befreite er zusammen mit 44 fleißigen Helfern die Buchholzer Innenstadt vom Unrat. Zu der Aktion aufgerufen hatten neben "Fridays for Future" auch Greenpeace Buchholz und Alex Miemczyk von "lebe lieber unverpackt".
Es gebe in der Innenstadt kaum einen Quadratmeter, auf dem nicht mindestens ein Objekt liegt, das eigentlich in den Müll gehöre, bilanziert Jannes Mittelbach und bestätigt damit den Artikel "Buchholz ist immer noch viel zu dreckig" im WOCHENBLATT vom 13. März. Die Freiwilligen sammelten säckeweise Kronkorken, Zigarettenstummel, Alkoholflaschen, Tüten, Coffee-to-go-Becher, Felgen, Matratzen, Stühle, Reifen und selbst Heroinspritzen ein.
Die Initiatoren der Müllaktion fordern die Buchholzer Politik auf, sich des Müllproblems anzunehmen. "Das Augenmerk sollte dabei nicht auf akute, sondern auf präventive Maßnahmen gelegt werden", erklärt Jannes Mittelbach.
Das Grundproblem in Buchholz scheint zu sein, dass es deutlich zu lange dauert, ehe eine gemeldete Verunreinigung beseitigt wird. Christian Horend, Bürgermeister von Dibbersen und ehemaliger CDU-Ratsherr, berichtet von einer Geschichte, die sich "zu einer echten Posse" entwickelt hat. Ende Januar meldete Horend der Stadt eine verschmutzte Verkehrsinsel in Dibbersen mit der Bitte, diese zu reinigen. Zunächst habe man feststellen müssen, ob die Stadt oder der Landkreis Harburg dafür zuständig sei, berichtet Horend. Ergebnis: Die Stadt muss tätig werden. Am 4. März beauftragte die Stadt den Baubetriebshof, sich des Problems anzunehmen. Als nichts geschah, fragte Horend am 28. März noch einmal bei der Verwaltung nach. Und tatsächlich: Anfang April, mehr als neun (!) Wochen nach der ersten Meldung, wurde die Verkehrsinsel gereinigt.
"Es ist wirklich anstrengend und nervtötend, welcher Aufwand für die Beauftragung und Überwachung kleinster Aufgaben erfolgen muss", kritisiert Horend. Er schlägt eine Vor-Ort-Lösung z.B. mit einer 450-Euro-Kraft vor, um schnell reagieren zu können. Horend: "Das ist aber nach Aussagen der Verwaltungsspitze nicht mög-lich ..."

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