„Die sozialen Strukturen können gefährdet werden“

Wilfried Bolte
Service

Zeitnahe Benachrichtigung nicht mehr möglich
Corona: Gesundheitsamt im Kreis Stade kommt nicht mehr hinterher

jd. Stade.  Die Corona-Fallzahlen im Landkreis Stade steigen weiter – und das Gesundheitsamt kommt nicht mehr hinterher. Eine zeitnahe Kontaktnachverfolgung bzw. Benachrichtigung von Personen, die positiv getestet wurden, ist seit dieser Woche nicht mehr möglich. „Wir schieben derzeit rund 1.000 Betroffene vor uns her, die wir nicht mehr – wie bisher üblich – binnen 24 Stunden angerufen haben“, sagt Landrat Kai Seefried. Die Masse der Infizierten sei einfach zu groß, um alle Fälle innerhalb...

Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Panorama
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Corona-Warnapp
Was tun bei einer Begegnung mit erhöhtem Risiko?

(sv). Die Corona-Zahlen befinden sich seit Anfang des Jahres in einer steilen Aufwärtskurve. Durch die sich schnell verbreitende Corona-Variante Omikron schlägt vieler Orts nun die Corona-Warnapp häufiger aus und meldet Begegnungen mit niedrigem oder hohem Risiko. Aber was bedeuten die Risikowarnungen und was ist in einem solchen Fall zu tun? Das RKI erklärt die Meldungen folgendermaßen: Begegnung mit niedrigem Risiko"Zeigt die Corona-Warnapp ein 'niedri­ges Risiko' an und listet gleich­zeitig...

Panorama
Auch während der Rastzeit vollführen die Kraniche ihre imposanten Tänze mit lauten trompetenartigen Rufen
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Vogelbestand im Aufwind
70 Kranich-Paare im Landkreis Stade gezählt

sv/nw. Landkreis Stade. In den 1990er Jahren war der Kranich nur ein sehr seltener Gast im Landkreis Stade. 1996 konnte lediglich ein Brutpaar nachgewiesen werden – inzwischen haben 70 Kranichpaare ihr Revier im Landkreis. Dr. Uwe Andreas, Leiter des Naturschutzamtes: „Dieser große Erfolg ist der Renaturierung und Wiedervernässung in den Naturschutzgebieten Feerner Moor und Hohes Moor sowie in den Kehdinger Mooren zu verdanken.“ Die Zahl der Kraniche nimmt zuWährend der Zugzeit der Kraniche...

Wirtschaft
Beim umstrittenen Thema Surfpark hielten sich die Stimmen von Befürwortern und Gegnern die Waage

Online-Voting im WOCHENBLATT
Leser-Umfrage zum Surfpark Stade: Fast ein Patt

jd. Stade. Dieses Bauprojekt bietet offenbar reichlich Diskussionsstoff: Beim geplanten Surfpark in Stade gehen die Meinungen auseinander. Das WOCHENBLATT wollte ein Stimmungsbild bei den Leserinnen und Lesern einfangen und richtete daher ein Online-Voting aus. Das brachte folgendes Ergebnis: 49 Prozent sprechen sich für einen Surfpark aus, 46 Prozent positionieren sich ganz klar dagegen. Der Aussage, dass der Surfpark nur gebaut werden soll, wenn bestimmte ökologische Kriterien eingehalten...

Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

thl. Winsen. Im Mai 2024 soll das Naturbad im Eckermannpark fertig sein und kurz danach eröffnet werden. Diesen Fahrplan gab jetzt Angelina Gastvogel von der Stadtverwaltung in der Sitzung des des Ausschusses für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften vor, die am Dienstagabend im Marstall stattfand. Gastvogel stellte dabei die Entwurfsplanung für das Bad vor, die nahezu komplett abgeschlossen ist. "Der Förderantrag beim Bund ist fristgerecht eingereicht worden, jetzt sind wir im...

Panorama
3 Bilder

Corona-Zahlen am 26. Januar im Landkreis Harburg
Inzidenzwert sinkt den dritten Tag in Folge

(lm). Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Harburg ist am heutigen Mittwoch, 26. Januar, erneut leicht gesunken. Am Vortag lag der Wert bei 1.274,5, heute bei 1.263,6. Am Mittwoch der Vorwoche zuvor belief sich der Inzidenzwert auf 976,9.  374 neue Corona-Fälle wurden heute vermeldet, 3.235 waren es in den vergangenen sieben Tagen. Die landesweiten Werte der Hospitalisierungsinzidenz (6,9 auf 7,3) und der Intensivbettenbelegung (4,9 auf 5,2 Prozent) sind dagegen angestiegen.  Seit Ausbruch der...

Panorama
Viele Pflegekräfte arbeiten am Rande ihrer Kräfte. Ab Mitte März gilt eine Impfpflicht - zunächst in Gesundheits- und Pflegeberufen

Dramatischeren Pflegenotstand suggerieren
Fake-Annoncen gegen die Impfpflicht

(bim). Bundesweit werden aktuell Anzeigenblätter mit Stellengesuchen von Pflegekräften überschüttet, die ungeimpft sind und ab Mitte März - dann soll die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal gelten - angeblich nach neuen "Wirkungskreisen" und "Herausforderungen" suchen. So auch das WOCHENBLATT. Allerdings handelt es sich dabei offenbar um eine Kampagne von Impfgegnern. "Keine seriöse Krankenschwester würde eine solche Stellenanzeige schalten", erklärte eine medizinische Fachkraft dem...

Landkreis Harburg will rund 400 Flüchtlinge umverteilen / Interview mit Wilfried Bolte vom Bündnis für Flüchtlinge Buchholz

(os). Bereits im Juni kündigte der Landkreis Harburg als Gast des Runden Tisches der Flüchtlingsinitiativen an, die Verträge für möglichst viele Unterkünfte zu kündigen, wenn es sinnvoll sei. Die Flüchtlingshelfer baten darum, dass die Kommunen sowie die ehren- und hauptamtlichen Flüchtlingshelfer möglichst früh eingebunden werden, um negative Auswirkungen auf die beginnende Integration zu verhindern. Welche Auswirkungen drohen bei der angekündigten Umverteilung der Flüchtlinge? Darüber sprach Wilfried Bolte, Vorsitzender des Bündnis für Flüchtlinge in Buchholz, im Interview mit WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander.
WOCHENBLATT: In den vergangenen Jahren sind soziale Strukturen zwischen Flüchtlingen und Bürgern/ehrenamtlichen Helfern gewachsen. Was muss geschehen, dass diese Strukturen durch die Umverteilung nicht zerstört werden?
Wilfried Bolte: Flüchtlinge sind nur sehr bedingt mobil, d.h. sie müssen ihre Beschäftigungs- /Ausbildungsorte mit dem Fahrrad oder öffentlichen Beförderungsmöglichkeiten erreichen. Dies ist durch einen Umzug in eine weit entfernte Unterkunft u.U. nicht gegeben. Soziale Strukturen zu Ehrenamtlichen, beim Sport und untereinander können durch Umsiedlungen gefährdet und/oder zerschlagen werden. Deshalb hoffen wir auf eine Diskussion vor Ort zwischen den Haupt- und Ehrenamtlichen mit dem Landkreis, um möglichst gute Lösungen zu erzielen.
WOCHENBLATT: Was können Flüchtlingshelfer tun, um die Auswirkungen der Umverteilung der Flüchtlinge so gering wie möglich zu halten?
Bolte: Wir können uns einbinden und gemeinsam überlegen, was eine Umverteilung für den Einzelnen bedeutet. Durch neuerliche Verdichtung bis hin zu Drei-Bett-Belegung in Zwölf-Quadratmeter-Containern wird die Integration weiter erschwert. Gerade haben einige Flüchtlinge eine Ausbildung begonnen und machen die Erfahrung, dass die Theorie im Berufsschulwesen für sie die größte Hürde ist. Wenn dann noch Raum zum ruhigen Lernen fehlt (zumindest in Buchholz hat keine Großunterkunft einen Gemeinschaftsraum!) und in den Unterkünften es schwer ist, in den Schlaf zu finden, dann wird die Ausbildung erheblich belastet.
WOCHENBLATT: Was bedeutet das für die Flüchtlingshelfer?
Bolte: Es helfen viele Ehrenamtliche, doch das kann bei Umzügen der Flüchtlinge erschwert werden. Wir haben beispielsweise versucht, fachliche Paten den Auszubildenden an die Seite zu stellen. Das sollte nicht gefährdet werden.
WOCHENBLATT: Welches sind die Bereiche, in denen die Flüchtlinge bereits besonders gut integriert sind?
Bolte: Die Integration schreitet voran und ist immer wieder von der Sprachbeherrschung abhängig. Der Schlüssel bleibt die deutsche Sprache, hier müsste mehr und in kleineren Einheiten bedarfsgerecht geschehen. Die Einbeziehung in die Sportvereine ist schon recht gut gelungen, dafür gebührt den Vereinen vor Ort ein großes Lob. Die Flüchtlingscafés werden im ganzen Landkreis gut angenommen. Winsen ist hier schon lange vorbildlich. In Buchholz können wir dank vieler Ehrenamtlicher und der finanziellen Unterstützung der Stadt und anderer Sponsoren das Café International in der Neuen Straße jeden Tag von 15 bis 18 Uhr öffnen. Es ist inzwischen zu einer zentralen Begegnungsstätte gewachsen, in die auch viele Flüchtlinge aus den Randgemeinden kommen, wenn die Schul- oder Sprachausbildung am frühen Nachmittag beendet ist.
WOCHENBLATT: Ist also alles in Ordnung?
Bolte: Nun, viele Flüchtlinge sind inzwischen in Arbeit und zeigen dort hohen Einsatzwillen und Motivation. Durch die Vielzahl offener Stellen können viele Angebote genutzt werden. Das größte Folgeproblem ist die Unterbringung in Wohnungen. Auf dem engen Wohnungsmarkt ist es für Flüchtlinge doppelt schwer. Dankbar sind wir deshalb für das Pilotprojekt des Landkreises mit der Stadt Buchholz in den Jordanhäusern, wo inzwischen ein gutes Miteinander der Bewohner erreicht wurde und wir gerade mit den Nachbarn aus den angrenzenden Wohnhäusern ein tolles Quartiersfest gefeiert haben.
WOCHENBLATT: Herr Bolte, vielen Dank für das Gespräch.

Lesen Sie auch: Wohin mit den Flüchtlingen?

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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