Dr. Heinz Unger ist tot

Ein Bild aus der Zeit seiner aktiven Ratsarbeit: Dr. Heinz Unger
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Der Politiker entschied mit seiner Stimme über die Dimension der Empore Buchholz

rs. Buchholz. Bereits am Donnerstag vergangener Woche ist der frühere Buchholzer CDU-Ratsherr Dr. Heinz Unger im Alter von 76 Jahren verstorben.
Dr. Unger gehörte von 1976 bis 1988 dem Buchholzer Stadtrat an, davon fünf Jahre als 2. stellv. ehrenamtlicher Bürgermeister. Zehn Jahre war er auch Mitglied des Kreistages.
Als es 1988 zur entscheidenden Abstimmung über den Bau eines Buchholzer Mega-Veranstaltungszentrums mit integrierter Stadtbücherei und weiteren Nutzungen kam, verweigerte Dr. Heinz Unger die Zustimmung. Seine Stimme fehlte der damaligen Ratsmehrheit zur Durchsetzung einer Bebauung, die weit in den Platz vor dem heutigen Citycenter hineingeragt hätte. Stattdessen entstand - als Kompromiss - die "Empore", wie sie sich heute darstellt.
Dr. Unger musste die Konsequenzen tragen, wurde von seinen Parteifreunden geschnitten und zog sich 1988 aus dem Stadtrat und drei Jahre später auch aus dem Kreistag zurück.
Auch jenseits der Politik hatte Dr. Heinz Unger ein bewegtes Leben. Sein Geld verdiente der dreifache Vater lange Jahre in seiner Zahnarztpraxis in Seppensen, stand nach Feierabend so manches Mal im "Bohrloch" am Klecker Weg, seiner damals legendären Kneipe, hinter und vor der Theke, war Jäger mit eigener Jagd und gescheiterter Sportvereinsgründer. In einem bunten Freundes- und Bekanntenkreis war er nicht selten der Meinungsführer. Dem Schützenverein 01 gehörte Dr. Unger seit 1968 an, war zweimal Buchholzer Schützenkönig und seit 2010 auch Ehrenmitglied.
Seine letzten Jahre waren von Krankheiten bestimmt. In der Öffentlichkeit machte er sich zunehmend rar. Mit Heinz Unger, der eine tief christliche Grundeinstellung besaß und auf seinen Doktortitel immer viel Wert legte ("Dr. Unger bitte, soviel Zeit muss sein") ist ein weiterer Politiker jener Generation von uns gegangen, die den Wandel vom Dorf zur Stadt in Buchholz maßgeblich gestaltet hat.

Autor:

Reinhard Schrader aus Buchholz

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