Einsatz gegen das Insektensterben

Setzen sich für Insekten ein: (v. li.) Hartmut Peters (Beratungsring Hohe Geest), Rudolf Meyer (Landvolk), Sybille Kahnenbley (Landfrauen), Ulrich Peper (Landwirtschaftskammer), Ralf-Peter Dieck (Maschinenring Harburg) und Kreislandwirt Willy Isermann
2Bilder
  • Setzen sich für Insekten ein: (v. li.) Hartmut Peters (Beratungsring Hohe Geest), Rudolf Meyer (Landvolk), Sybille Kahnenbley (Landfrauen), Ulrich Peper (Landwirtschaftskammer), Ralf-Peter Dieck (Maschinenring Harburg) und Kreislandwirt Willy Isermann
  • hochgeladen von Oliver Sander

Initiative des Vereins "Kuratorium für Wirtschaftsförderung": Landwirte wollen mehr Blühstreifen und Bienenweiden anlegen

os. Buchholz. Nachdem Ende 2017 die Ergebnisse einer über 27 Jahre hobbymäßig betriebenen Langzeitstudie veröffentlicht worden waren, ist das Thema "Insektensterben" in aller Munde. Demnach ist die Insekten-Population seit 1990 um 76 Prozent geschrumpft. "Auch wenn die Datenbasis im Einzelnen sicher kritisiert werden kann, stellen die Ergebnisse einen Trend dar, der uns Sorgen macht", erklärte Ulrich Peper von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Buchholz. Der Verein "Kuratorium für Wirtschaftsförderung", zu dem neben der Landwirtschaftskammer noch die Landberatung, der Beratungsring Hohe Geest, der Kreis-Landfrauenverein, das Kreis-Landvolk und der Maschinenring Harburg e.v. gehören, will dem Insektensterben entgegen treten. Er ruft die Landwirte im Landkreis Harburg dazu auf, noch mehr als bisher die Anlage von Blühflächen und Bienenweiden in ihrer Anbauplanung zu berücksichtigen. Davon sollen u.a. nektarsuchende Insekten wie Honigbiene, Hummel und Schmetterling profitieren.
Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis Harburg bereits mehr als 800 Hektar Blühstreifen und -flächen. Die Grundstückseigentümer werden bei der Anlage durch ein Förderprogramm des Landes unterstützt. Bis zu 800 Euro pro Hektar sind an Förderung möglich. Nach Abzug der Anschaffungskosten für die Blühmischungen und die Pflege der Flächen bleibt für die Landwirte allerdings oft nur wenig Geld übrig. "Uns geht es nicht um den Profit, wir wollen einen Beitrag für mehr Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger leisten", betont Kreislandwirt Willy Isermann. Das Interesse bei Landwirten, Blühstreifen zu planen, sei sehr groß, erklärt Hartmut Peters vom Beratungsring Hohe Geest.
Neben Blühstreifen, die an Rändern von Ackerflächen entstehen und eine Breite zwischen sechs und 30 Metern haben, besteht seit diesem Jahr die Möglichkeit, Brachflächen als Bienenweide für Insekten herzurichten. Im Landkreis Harburg gibt es derzeit rund 1.500 Hektar Brachflächen. Das Problem: Das Förderprogramm greift nur bei einem Aussaatermin bis zum 15. April. "Aus landwirtschaftlicher Sicht ist das viel zu früh", kritisiert Isermann. Er hofft, dass diese Regelung in Zukunft angepasst wird.
In Kürze soll feststehen, welche Blühmischungen für die Blühstreifen und Bienenweiden verwendet werden dürfen. Bislang gibt es lediglich eine Empfehlungsliste, auf der u.a. Dill, Kornblume, Klatschmohn, Sonnenblumen, Klee und Schafgarbe stehen.
Moralische Unterstützung erhalten die Landwirte vor Ort von Bundes-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU): „Mir sind Bienen wichtig, ohne Bienen stirbt das Leben. 80 Prozent der Pflanzen müssen bestäubt werden. Hier sehe ich alle europäischen Staaten in der gemeinsamen Verantwortung. Bienen kennen keine Ländergrenzen. Die Bedrohung des Bienensterbens müssen wir europäisch denken und eine Lösung auf europäischer Ebene gemeinsam finden. Ich treibe das gern an", sagte sie am Donnerstag.
Der Verein Kuratorium für Wirtschaftsberatung im Landkreis Harburg ruft Kommunen und Privatpersonen auf, ihrem Beispiel zur Rettung der Insekten zu folgen. Jeder könne sich im örtlichen Landhandel ebenfalls Blühmischungen besorgen und im heimischen Garten oder auf Ausgleichflächen Blühstreifen schaffen, erklärt Ulrich Peper.
Einige Kommunen haben das Thema "Insektensterben" bereits auf die Agenda gehoben. So haben die Politiker der Gemeinde Tostedt beschlossen, öffentliche Randstreifen wieder in blühende Randstreifen zu verwandeln, um dem Rückgang der Insektenpopulation entgegenzuwirken. Als Pilotprojekt sollen im Frühjahr erste Rand- und Grünstreifen im Gemeindebereich in ihrer ursprünglichen Breite wiederhergestellt werden.
Hintergrund: Die Bundesfreiwilligendienstleistenden im Natur- und Umweltschutz, Madeleine Meyer und Sebastian Mohrmann, hatten zwischen November 2016 und März 2017 im Außenbereich 88 gemeindeeigene Wege vermessen und die von ihnen ermittelten Werte mit den Parzellen-Daten des Geoportals des Landkreises Harburg verglichen. Bei acht Wegen hatten die Bufdis einen Flächenverlust von insgesamt rund 5.200 Quadratmetern ermittelt.

Setzen sich für Insekten ein: (v. li.) Hartmut Peters (Beratungsring Hohe Geest), Rudolf Meyer (Landvolk), Sybille Kahnenbley (Landfrauen), Ulrich Peper (Landwirtschaftskammer), Ralf-Peter Dieck (Maschinenring Harburg) und Kreislandwirt Willy Isermann
Solche Blühstreifen sollen im Landkreis Harburg 
vermehrt angelegt werden Fotos: os / Landwirtschaftskammer
Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

Sport
Im Zuständigkeitsbereich des Hamburger Fußballverbandes ruht der Ball jetzt erstmal. In den Landkreisen Harburg und Stade soll vorerst weitergespielt werden

In Niedersachsen wird regional entschieden
Fußballsaison in Hamburg unterbrochen

os. Buchholz. Der klare 6:1-Sieg der Oberliga-Fußballer des TSV Buchholz 08 im Süd-Derby gegen den FC Süderelbe am vergangenen Sonntag war auf unabsehbare Zeit das letzte Punktspiel der Buchholzer. Das Präsidium des Hamburger Fußballverbandes (HFV) hat beschlossen, wegen der aktuellen Corona-Lage die Saison in allen Altersklassen zu unterbrechen. Auslöser war die Verfügung im Landkreis Pinneberg, Sportveranstaltungen nur noch für maximal zehn Personen zuzulassen. Viele Pinneberger...

Service

Corona-Zahlen im Landkreis Stade am 23. Oktober: Anstieg um 25 Prozent
Zu viele Kontakte: Nachverfolgung bei Corona-Infektionen immer schwieriger

jd. Stade. Das Gesundheitsamt meldet für den Landkreis Stade am Freitag, 23. Oktober, 51 aktuell mit dem Coronavirus infizierte Personen. Damit hat sich die Zahl der aktiven Corona-Fälle im Landkreis innerhalb nur eines Tages um rund 25 Prozent erhöht.  Solche Steigerungsraten gab es bisher nur im Frühjahr auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle. Der höchste Wert seit Beginn der Pandemie wurde am 28. März mit damals 76 aktuellen Fällen registriert. Sieben-Tage-Inzidenz klettert nach...

Service

Wird kreisweit bald häufiger auf Corona getestet?
Nur leichter Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Stade

jd. Stade. Im Landkreis Stade sind die Corona-Zahlen über das Wochenende nur leicht angestiegen. Das Gesundheitsamt meldete am Montag. 26. Oktober, 55 aktuell mit dem Coronavirus infizierte Personen.  Im Landkreis Stade ist die Gesamtzahl aller positiven Befunde im Landkreis Stade seit Beginn der Pandemie Anfang März auf 474 gestiegen. 110 Personen, die zu Corona-Infizierten engen Kontakt hatten, sowie 31 Einreisende oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten befinden sich in Quarantäne...

Sport
Trainer Dirk Leun (Archivfoto) konnte das Ruder in der zweiten Halbzeit nicht mehr herumreißen. Von der Leitung seiner Mannschaft ist er enttäuscht

Dirk Leun ist enttäuscht von seinem Team
BSV-Handballerinnen verlieren 27:33 gegen Bad Wildungen

nw/tk. Buxtehude. Durch eine desolate zweite Halbzeit hat der Buxtehuder SV erstmals in seiner Vereinsgeschichte ein Bundesliga-Spiel gegen die HSG Bad Wildungen verloren und bleibt auswärts in dieser Saison ohne Punktgewinn. Das Team verspielte eine zwischenzeitliche Sechs-Tore-Führung und verlor am Ende verdient mit 27:33. Am kommenden Samstag, 16 Uhr, geht es für den BSV weiter. Dann ist das Spitzenteam Thüringer HC in der Halle Nord zu Gast. In der Anfangsphase bot der BSV eine...

Sport
Torjubel! Yayar Kunath und Milaim Buzhala kamen gemeinsam auf fünf von den insgesamt sechs Toren gegen FC Süderelbe

Fußball-Oberliga Hamburg
Buchholz 08 feiert Derby-Sieg gegen FC Süderelbe

(cc). In einem der brisantesten Derbys der Hamburger Fußball-Oberliga stürmte Buchholz 08 am heutigen Sonntagnachmittag zum 6:1 (Halbzeit 3:1)-Heimsieg gegen die neu formierte Mannschaft des FC Süderelbe, die mit Andreas Metzler und Can Kömürsü angereist kam, die vor der Saison noch das Buchholzer Trikot trugen. Am Buchholzer Torreigen beteiligt waren Milaim Buzhala (3 Tore), Yayar Kunath (2) und Jakob Schulz (1). "Nach dem 0:1-Rückstand in der 4. Minute haben meine Jungs nahtlos nach vorne...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen