Freibad-Schließung in Buchholz nochmal überdenken!

Die Öffnung des Hallenbades am 1. August wird von Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse als Lichtblick verkauft
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Familienunternehmen: Viel Tradition, wenig Frauen

Traditionsunternehmen in Familienhand sind eine der großen Stützen des deutschen Mittelstands. Was allerdings die Besetzung von Führungspositionen betrifft, scheint ein Großteil der Firmen noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Eine Drohende Folgen für die Zukunft Familienunternehmen hätten einen “Blind Spot”, wenn es um das Thema Frauen in Führungspositionen ginge, nennen diesen Umstand Wiebke Ankersen und Christian Berg, die Geschäftsführer von Allbright. Zwar seien Firmen in...

AUF EIN WORT

Die Kritik an der Entscheidung der Stadt Buchholz, der Stadtwerke und deren Aufsichtsrat, das Freibad am Holzweg in diesem Jahr nicht zu öffnen, sorgt nach wie vor für Kopfschütteln bei den Bürgern. Ich kann das nachvollziehen. Die vergangenen Tage gaben einen Vorgeschmack darauf, was Buchholzern in diesem Sommer bevorsteht: Obwohl es warm war und das Wetter zum Sprung ins kühle Nass einlud, müssen die Bürger in der Nordheidestadt zu Hause bleiben, anders als in vielen anderen Kommunen im Landkreis Harburg. Aus diesen gibt es bislang keine Meldungen, dass die Corona-bedingten Einschränkungen zu Problemen führen. Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse, Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Christian Kuhse und Aufsichtsratsvorsitzender Joachim Zinnecker (Grüne) tun gut daran, ihre Entscheidung im Sinne der Bürger noch einmal zu überdenken.

Bürgermeister Röhse hatte im WOCHENBLATT vor allem die Zweifel angeführt, dass man die Abstandsregeln nicht einhalten könne. Ist das stichhaltig, wenn andere, deutlich kleinere Kommunen das offenbar händeln können? Das auch vor dem Hintergrund, dass die Stadt - zum Glück - zwei Mal pro Woche die Durchführung des Wochenmarktes in angespannterer Umgebung in der Innenstadt erlaubt. Dort sind die Abstandsregeln deutlich schwieriger einzuhalten als auf der weiträumigen Freibadfläche am Holzweg. Zu einem Anstieg der Corona-Zahlen hat das nicht geführt.

Andere Städte wie Hamburg oder Kommunen wie Hanstedt haben es vorgemacht, mit zeitbeschränkten Eintrittskarten möglichst vielen Badegästen den Badespaß zu ermöglichen. Nur in Buchholz soll das nicht möglich sein? Der Hinweis von Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse, auf jeden Fall eine zweite Corona-Welle vermeiden zu wollen, ist gerechtfertigt. Gleichwohl muss er den Mut haben, die Bürger in die Pflicht zu nehmen, sich an die Vorgaben zu halten, wenn sie den Badespaß einfordern.

Die Öffnung des Hallenbades am 1. August als Lichtblick zu verkaufen, hat schon etwas Slapstickhaftes. Dann ist ein Großteil der Sommerferien vorbei, und viele Badegäste sehnen sich bei warmen Temperaturen sicherlich nicht nach Schwimmzeiten in einer Halle.

Mal sehen, wie die Stadt- und Stadtwerkespitze mit dem aktuellen Antrag der AfD-Ratsfraktion umgehen, das Freibad noch in dieser Woche zu öffnen und dafür das Konzept der Samtgemeinde Hanstedt anzuwenden, bei dem man vor der Fahrt ins dortige Waldbad im Internet u. a. die Besucherzahlen in Echtzeit ablesen kann. Wenn das Freibad trotzdem zubleiben sollte, ist eines gewiss: Den Zusatz Familien- und Sportstadt braucht die Stadt künftig nicht mehr zu führen, denn genau diese Gruppen stößt sie am meisten vor den Kopf.
Oliver Sander

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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