Neuer Vorstoß zum Wohnungsbau

Die Grafik zeigt die Flächen, die nach dem Antrag der rot-rot-grünen Gruppe für den Wohnungsbau genutzt werden sollen
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Buchholz: Rot-rot-grüne Ratsgruppe beantragt Masterplan für Flächen östlich des Finanzamtes

os. Buchholz. „Wir möchten gleich zu Beginn der Wahlperiode ein wichtiges Signal geben. Wir haben im Wahlkampf versprochen uns für bezahlbaren Wohnraum einzusetzen. Deshalb möchten wir das Thema jetzt auch schnell anpacken.“ So begründet Wolfgang Niesler, Fraktionsvorsitzender der SPD im Buchholzer Stadtrat, den gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und Linken aus der Gruppe „R2G“ zum Wohnungsbau in Buchholz.
Demnach soll für die innenstadtnahen Flächen östlich des Finanzamtes ein Masterplan aufgestellt werden. Die gute Anbindung an die örtliche Infrastruktur mache die Flächen für eine gemischte Wohnbebauung attraktiv. Insgesamt könnten im östlichen Teil von Buchholz bis zu 1.000 Wohneinheiten entwickelt werden - und das zeitnah, da viele Grundstücke bereits im Besitz der Stadt Buchholz sind.
Vor allem ältere Menschen mit geringer Rente und junge Arbeitnehmer hätten es in Buchholz schwer, geeigneten Wohnraum zu finden, erklärt Niesler. Hauptsächlich für Zwei- bis- Drei-Personen-Haushalte fehlten bezahlbare Wohnungen. Das habe zu einem so hohen Mietniveau geführt, dass in Buchholz bereits die Mietpreisbremse eingeführt wurde.
Ob der Vorstoß der Gruppe „R2G“ bereits ein Hinweis darauf ist, dass Buchholz den sozialen Wohnungsbau lieber in Eigenregie vorantreibt als sich an der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Harburg zu beteiligen, wird sich weisen. „Wir hoffen sehr, dass im Interesse der Buchholzer Bürger nun endlich Bewegung in das Thema Wohnungsbau kommt“, erklärt SPD-Fraktionschef Niesler.

KOMMENTAR

Ein Masterplan Verkehr muss her

Dass die rot-rot-grüne Gruppe (R2G) das Thema sozialer Wohnungsbau voranbringen möchte, ist löblich. Es ist unstrittig, dass viele Mieter durch die hohen Preise vom Wohnungsmarkt in Buchholz abgeschnitten sind. Der jetzige Antrag ist, nun mit breiterer Basis, letztlich eine Fortführung der Gedanken, die Ex-Bürgermeister Norbert Stein (SPD) im vergangenen Jahr zur Oststadt geäußert hat.
Und hier liegt für mich die Krux, denn das Grundproblem wird nicht angepackt: Ein Masterplan Oststadt kann ohne einen Masterplan Verkehr nicht funktionieren. R2G verliert in seinem Antrag kein Wort darüber, wie die Oststädtler zu ihren Wohnungen kommen sollen. Klar ist: Die jetzige Infrastruktur ist nicht für 1.000 neue Wohneinheiten ausgelegt, auch die von Stein favorisierte Bypass-Lösung würde das nicht schaffen. Wenn die Gruppe zeitnah eine umsetzbare Variante einer Erschließungsstraße präsentiert, kann aus dem Wohnungsbau-Antrag eine runde Sache werden. Ansonsten drohen die Pläne zum Rohrkrepierer zu werden, der mehr Probleme schafft als löst. Oliver Sander

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