Standortfaktor Kinderbetreuungsgebühren

Sind zurück nach Hamburg gezogen: Britta und Ulf Böttcher, hier mit Sohn Paul
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Familie aus Buchholz zieht wegen deutlich geringerer Kosten zurück nach Hamburg

(os). Gute Infrastruktur, aber deutlich günstigere Lebenshaltungskosten - jahrelang gab es für junge Familien gute Gründe, aus Hamburg in die umliegenden Gemeinden zu ziehen. Jetzt könnte sich das Blatt wenden: Weil in der Hansestadt seit dem 1. August die Kinderbetreuung in den ersten fünf Stunden kostenlos ist, kehren immer mehr Familien nach Hamburg zurück.
Diesen Weg haben auch Ulf und Britta Böttcher aus Buchholz gewählt. Sie wohnen seit wenigen Tagen in Hamburg-Bramfeld. Der gewichtigste Grund für den Umzug: Für die Betreuung ihrer beiden Söhne Max (4) und Paul (18 Monate) zahlen die Böttchers künftig nur noch 230 Euro pro Monat - anstatt 798 Euro (!) in Buchholz. „Wir verdienen gut und würden auch mehr für die Kinderbetreuung bezahlen als andere, aber fast 800 Euro sind für eine Familie eine Wahnsinnsbelastung“, sagt Ulf Böttcher, der als Außendienstmitarbeiter tätig ist. Da auch die Mieten im Hamburger Speckgürtel in den vergangenen Jahren angezogen haben, entschieden sich die Böttchers nach nur wenigen Jahren zur Rückkehr in die Hansestadt. „Dabei haben wir uns in Buchholz eigentlich pudelwohl gefühlt“, erklärt Ulf Böttcher.
So wie in Buchholz sind auch in anderen Gemeinden in den Landkreisen Harburg und Stade die Kinderbetreuungsgebühren deutlich höher als in Hamburg. So werden z.B. für eine täglich achtstündige Krippenbetreuung in Stelle - je nach Einkommen der Eltern - bis zu 317 Euro pro Monat fällig, in Neu Wulmstorf bis zu 502 Euro und in Buxtehude (inkl. Essen) bis zu 410 Euro.
Hamburg lässt sich seine Kinderfreundlichkeit einiges kosten: Nach Medienberichten kommen auf die Hansestadt im kommenden Jahr Mehrkosten von rund 75 Millionen Euro zu. Jetzt hat die SPD in Schleswig-Holstein angeregt, im nördlichsten Bundesland auf Beiträge im Kindergarten zu verzichten. Erwartete Kosten: rd. 40 Millionen Euro pro Jahr. So weit müsse man gar nicht gehen, sagt Familienvater Ulf Böttcher: „Die Kommunen sollten aber ihre Gebührensatzungen überdenken. Mit Familienfreundlichkeit haben diese häufig nichts zu tun!“

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