"Wir Frauen müssen viel lauter werden"
Svenja Stadler diskutierte mit Buchholzer Unternehmerinnen über deren Sorgen und die Corona-Verordnung

Als Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Harburg möchte Svenja Stadler sich dafür einsetzen, unter 14-Jährige von den Kontaktbeschränkungen auszunehmen Screenshot: sv
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sv. Buchholz. Svenja Stadler, die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Harburg, stellte sich am vergangenen Freitagabend in einem Zoom-Meeting den Fragen und Sorgen zahlreicher Unternehmerinnen des Netzwerks "Buchholzer Frauenpower" (Landkreis Harburg). Dabei ging es um aktuelle Themen wie die neue Corona-Verordnung, die Belastungen, denen Kinder durch Homeschooling ausgesetzt sind, und den holprigen Impfstart in Niedersachsen.
Sabrina Meincke, die Gründerin des Netzwerks, organisierte das Online-Treffen, um den Buchholzer Unternehmerinnen und sich "die Möglichkeit zu bieten, das anzusprechen, was uns momentan auf dem Herzen lastet".
"Frauen tragen eine extreme Belastung", sagte Svenja Stadler zu Beginn des Gesprächs. "Nicht nur als Unternehmerinnen, sondern weil sie auch Eltern sind und sich häufig (pflegend) um andere kümmern müssen." Sie freue sich, mit den Unternehmerinnen in einem Gespräch zusammenzukommen und über ihre Probleme zu sprechen, denn: "Wir Frauen müssen viel lauter und viel deutlicher werden in unseren Forderungen, gerade in Bezug auf unsere Kinder und die Situation der Unternehmen. Da haben wir noch Nachholbedarf."
Deutlich ausdrücken konnten sich die Unternehmerinnen auf jeden Fall. So hätten viele im Handel momentan überhaupt keine Perspektive. Gesundheit sei ohne Frage wichtig, doch die Kollateralschäden seien massiv. Wie sich das in Zukunft auf die Wirtschaft auswirke, sei noch unvorhersehbar. Viele wüssten nicht, wie es weitergehen soll und die Angst um die eigene Existenzgrundlage wachse. So sehr, dass manch einer Kapitalanlagen verkaufe und die eigene Altersvorsorge in das Unternehmen stecke, um es zu retten. Aufgrund mangelnder Effizienz entstünden zudem viele Hürden durch Behörden und die meisten fühlten sich alleingelassen.
Stadler reagierte mit Empathie auf die Schilderungen und versprach, die Anregungen der Unternehmerinnen an Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) weiterzugeben und für ihre Sorgen einzutreten. Auch ihren Frust über die neue Corona-Verordnung verstehe sie gut. So öffneten am Wochenende die ersten Gartencenter und auch die Friseure dürfen in Niedersachsen ab dem 1. März wieder an die Arbeit. Währenddessen bleiben alle anderen Unternehmen mit genauso gut umgesetzten Hygienemaßnahmen weiterhin geschlossen.
Stadler appelliert diesbezüglich an die Bürger, die Landtagsabgeordneten im Landkreis Harburg und auch darüber hinaus anzuschreiben. Dass die anderen Bundesländer die Öffnungen im Einzelhandel unterschiedlich organisieren und so den Kauftourismus trotzdem fördern, könne leider nicht ausgeschlossen werden, gerade an den Landesgrenzen.
Im Laufe des Gesprächs kamen die 16 Teilnehmerinnen vom "Buchholzer Frauenpower" Netzwerk auch auf ihre Sorgen um die psychische Gesundheit ihrer Kinder zurück. Das Homeschooling funktioniere nach wie vor nur dürftig und sie würden im Lockdown zunehmend vereinsamen. Es sei unheimlich wichtig, die Kinder wieder in die Schule zu bekommen und ihnen den sozialen Kontakt wieder zu ermöglichen.
Darum sei der niedersächsische Stufenplan so wichtig, erklärte Svenja Stadler. Durch dessen zügige Durchsetzung soll ermöglicht werden, dass alle Kinder bis Ostern im Wechselunterricht wenigstens einmal die Schule gesehen haben. Zudem möchte sie für die nächste Corona-Verordnung nicht nur alle unter Sechsjährigen von den Kontaktbeschränkungen ausnehmen, sondern alle unter 14-Jährigen. Die momentane Situation habe verdeutlicht, "dass wir uns untereinander brauchen und dass die Digitalisierung eben nicht alles ersetzt".
Auf die Frage, warum Niedersachsen das Schlusslicht bei den Impfungen in Deutschland sei, wies Stadler auf die Wichtigkeit der Zweit-impfungen hin. Niedersachsens Strategie habe darauf aufgebaut, zunächst die Ältesten zu impfen und genügend Impfdosen zurückzuhalten, damit keine Engpässe bei der Zweitimpfung entstehen. In dieser Hinsicht liege Niedersachsen sehr weit vorne.
Während des Zoom-Meetings kam Stadler immer wieder auf die Bedeutsamkeit des Stufenplans zurück. Dieser sei ein gutes Mittel, um den Bürgern Orientierung zu geben, wann was wieder öffnen kann, sodass besser geplant werden könne. Ebenso wichtig sei aber auch, mithilfe von Fakten und Zahlen aus der "Angstmache" herauszukommen.
Zum Ende zeigten sich die Teilnehmerinnen positiv überrascht, in Stadler eine aufgeschlossene Zuhörerin gefunden zu haben.

Autor:

Svenja Adamski aus Buchholz

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