Buchholz: Gespräch zur Stärkung des Einzelhandels zwischen Stephan Schmidt und Bürgermeister Röhse
"Vorstoß kommt genau zum richtigen Zeitpunkt"

Sorgt sich um die Zukunft des Einzelhandels: Stephan Schmidt
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os. Buchholz. Mit seiner öffentlichen Warnung, dass der stationäre örtliche Einzelhandel durch die verstärkte Nutzung des Internethandels zugrunde gehen könnte, wenn nicht gemeinsame Anstrengungen zur Stärkung der Attraktivität der Innenstädte unternommen werden, hat Stephan Schmidt für Aufsehen weit über Buchholz hinaus gesorgt. Jetzt hat Schmidt, Inhaber von Smile Records, in einem Gespräch mit Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse erörtert, wie eine Kooperation zwischen Einzelhandel aussehen könnte. Beim Gespräch im Rathaus war auch Alexander Kühl, Vorsitzender des Vereins Buchholz Stadtmarketing, dabei.
"Der Grundtenor war, dass alle Punkte, die ich angebracht habe, zielführend sind", erklärt Stephan Schmidt. Die Beteiligten seien sich einig gewesen, dass es Bedarf gibt, den Einzelhandel in Buchholz zu stärken. Zentraler Punkt in Stephan Schmidts Überlegungen ist der Betrieb einer Bühne in der Innenstadt. Dort sollen regelmäßig Veranstaltungen stattfinden, u.a. Konzerte. "Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Frequenz in der Innenstadt zu erhöhen", sagt Stephan Schmidt. Eine provisorische Bühne könne ab Frühjahr 2020 in der Nähe des Emporeteichs installiert werden. Veranstaltungen sollten auf jeden Fall jede Woche stattfinden, möglichst nach dem Wochenmarkt. "Die Leute müssen wissen, dass in Buchholz etwas los ist, wenn sie hierherkommen", betont Stephan Schmidt. "Der Einzelhandel wiederum muss sehen, dass es sich lohnt, samstags länger zu öffnen." Klar sei, dass sich der Betrieb einer öffentlichen Bühne in der Innenstadt nicht ehrenamtlich organisieren lasse. Wie der Betrieb organisiert werden kann, müsse durch weitere Gespräche eruiert werden. "Ich würde es machen, aber nur gegen Bezahlung", verdeutlicht Stephan Schmidt.
Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse steht der Idee einer Bühne aufgeschlossen gegenüber. Wenn die Bühne mit einem attraktiven Programm bespielt werde, könne sie für die Innenstadt zu einem richtigen Höhepunkt werden. "Das ganze Drumherum muss allerdings gut organisiert werden", betont Röhse. Zuletzt habe die bestens besuchte dritte Auflage der Buchholzer Kulturnacht gezeigt, wie viele Bands, Theatergruppen und Künstler es gibt, die ein breites Publikum anziehen. Die Stadt könne "sicherlich keinen Kulturbetrieb organisieren, dafür fehlt uns am Ende die erforderliche Expertise", erklärt der Bürgermeister. Er sehe die Rolle der Stadtverwaltung eher in der Unterstützung der Organisation und bei der Schaffung positiver Rahmenbedingungen. "Hier müssen alle Beteiligten an einen Tisch, um zu sehen, wie die Aufgaben sinnvoll verteilt werden können. Ob das am Ende in der Hand einer externen Gesellschaft liegen wird, muss sich zeigen", betont Röhse.
Er finde es richtig, dass Stephan Schmidt als langjähriger und erfahrener Buchholzer Einzelhändler die Initiative ergriffen hat, auf die schwierige Situation der Einzelhändler hinzuweisen. Er selbst betrachte mit Sorge die zunehmenden Leerstände von Ladenflächen in der Innenstadt. Eine attraktive Innenstadt brauche den Einzelhandel. Mit dem Verein Buchholz Marketing führe die Stadt Gespräche, wie die Innenstadt dauerhaft für Einzelhändler auf der einen sowie Buchholzer und Gäste auf der anderen Seite attraktiv gestaltet werden kann. "Von daher kommt der Vorstoß von Stephan Schmidt genau zum richtigen Zeitpunkt", sagt Röhse.
"Stephan Schmidt hat in vielen Dingen Recht", erklärt Freddy Brühler, Inhaber des "Handy Store & More" in der Buchholzer Innenstadt. Die von Schmidt vorgeschlagene Bühne könne allerdings nur ein Teilaspekt sein. "Wir brauchen einen weiteren Dialog zwischen Einzelhändlern, Verwaltung und Politik, in dem wir klären müssen, wohin sich Buchholz entwickeln soll", erklärt Brühler. Wichtig sei, dass die Verwaltung Kontakt zu den Vermietern halte, wie es der damalige Kämmerer und spätere Bürgermeister Wilfried Geiger getan habe, mit dem Ziel, dass die Mieten nicht durch die Decke gehen. Letztlich nimmt Brühler auch die Einzelhändler in die Pflicht: "Wir müssen uns auf den sich ändernden Markt einstellen und sehen, wie wir trotz starker Konkurrenz im Internet durch unsere Dienstleistungen beim Endverbraucher punkten können."

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