Bundesfreiwilligendienst: Wartezeit optimal genutzt

Jonathan Selke versorgt eine junge Patientin, Stationsleitung Sylvia Perske schaut zu
  • Jonathan Selke versorgt eine junge Patientin, Stationsleitung Sylvia Perske schaut zu
  • Foto: Krankenhaus Buchholz
  • hochgeladen von Axel-Holger Haase

ah./nw. Landkreis. Ein arbeitsreicher Nachmittag in der chirurgischen Ambulanz des Krankenhauses Buchholz. Eine junge Frau ist von der Leiter gefallen, hat sich die Hand verletzt und muss verbunden werden. Der Rettungsdienst bringt eine Seniorin, die gestürzt ist und kaum stehen kann. Mittendrin Jonathan Selke. Der 21-Jährige aus Buchholz packt zu, wo er kann, hat immer ein freundliches Wort für die Patienten und strahlt Ruhe und Gelassenheit aus wie ein Medizinprofi. Der junge Mann ist Teilnehmer des Programms Bundesfreiwilligendienst, BFD. Seit August 2018 arbeitet er im Krankenhaus Buchholz. Seine Praxisanleiterin, die Stationsleitung Sylvia Perske, sagt: „Er ist sehr gewissenhaft und macht das total gut. Wir sind froh, dass wir ihn haben.“
Eigentlich hatte die Perspektive des Buchholzers nach dem Abitur auf dem Gymnasium am Kattenberge völlig anders ausgesehen. Doch nach zwei Semestern Soziologie an der Uni Bremen stellte er fest: „Das ist nicht mein Ding“. Jonathan Selke, der kaum eine Arztserie im Fernsehen verpasst, begann, sich gedanklich auf ein Medizinstudium einzustellen. Allerdings war die Bewerbungsfrist schon abgelaufen. Im Krankenhaus Buchholz bekam er einen BFD-Platz und bat darum, in der Ambulanz eingesetzt zu werden, denn „das Innere des Körpers interessiert mich“.
Wo Schwerverletzte versorgt werden, ist Jonathan nicht weit. Zwar darf er selbstständig nur wenige medizinische Aufgaben erfüllen. Ein EKG unter Anleitung schreiben und – unter Aufsicht - Patienten verbinden, das ist schon alles. Aber trotzdem ist der Arbeitstag des jungen Mannes gut ausgefüllt. Denn das Stationsteam bezieht den künftigen Medizinstudenten ein, wo es geht. Die Ärzte lassen sich von ihm gern über die Schulter schauen und erklären ihm viel. Was er nicht versteht, liest Jonathan zu Hause in Fachbüchern nach. „Ich lerne, wo ich kann“, sagt er. Auf diese Weise ist das BFD-Jahr für ihn die beste Vorbereitung auf das anspruchsvolle Studium und wird sogar als dreimonatiges Pflegepraktikum angerechnet. „Mir macht es hier unheimlich viel Spaß“, strahlt Jonathan. Er hat seinen Weg gefunden.
Der Bundesfreiwilligendienst in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen kann zwischen sechs Monaten und zwei Jahren dauern. Die Mitarbeiter auf Zeit bekommen ein von der jeweiligen Einsatzstelle festgelegtes Taschengeld (max. 402 Euro) und zahlreiche Freileistungen wie zum Beispiel Arbeitskleidung. Für den abwechslungsreichen Dienst in den Ambulanzen oder auf der Station werden keineswegs nur junge Leute gesucht. Interessenten jeden Alters können sich bewerben. Wichtigste Zugangsvoraussetzung ist Engagement und Zuverlässigkeit.ewerben. Wichtigste Zugangsvoraussetzung ist Engagement und Zuverlässigkeit.

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