Caroline Warnecke und ihre Mitstreiter bieten telefonisch Gespräche und Beratung an
"Wir nehmen die Sorgen ernst"

Bei "InKontakt" sitzt am anderen Ende der Telefonleitung jemand, der unvoreingenommen zuhört - das schafft oft schon Entlastung für den Anrufer
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  • Bei "InKontakt" sitzt am anderen Ende der Telefonleitung jemand, der unvoreingenommen zuhört - das schafft oft schon Entlastung für den Anrufer
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as. Hittfeld. Die Folgen der Corona-Pandemie sind für uns alle spürbar. Viele Menschen sind verunsichert, haben Angst, suchen Trost.
In solchen Fällen kann es helfen, mit jemandem über seine Sorgen zu sprechen. Ein solches Gesprächsangebot bietet "InKontakt" mit der kostenlosen Hotline 0800-8070444, die der Kirchenkreis Hittfeld jetzt anbietet.
"Als absehbar war, dass es zu Einschränkungen des sozialen Lebens kommen wird, haben wir die Idee zu unserem Hilfsangebot 'InKontakt' gehabt. Wir wollten für die Menschen eine Möglichkeit schaffen, weiterhin in Kontakt mit ihren Mitmenschen zu bleiben. Wir bieten unsere Hilfe an, seien es Gespräche oder Beratungen", sagt die Initiatorin, Pastorin Caroline Warnecke. "Wir müssen darauf achten, dass die Menschen nicht allein bleiben und vereinsamen, sondern in den Austausch mit anderen kommen." Gerade angesichts der vielen Einschränkungen, die derzeit das gesellschaftliche Leben betreffen, sei es um so wichtiger, Kontakt nach außen zu halten.
Die kostenlose Hotline ist täglich von 16 - 19 Uhr erreichbar und verfügt über mehrere Leitungen, so dass immer zwei Gesprächspartner erreichbar sind. Derzeit stehen rund zehn Gesprächspartner bereit, die sich abwechseln. Sie stammen aus dem Kirchenkreis Hittfeld und sind seelsorgerlich geschult.
"Viele Menschen versuchen zunächst, alleine mit ihren Problemen zurechtzukommen. Aber seine Probleme, Sorgen oder Ängste auszusprechen, schafft auch Entlastung. Wir hören einfach zu, lassen die Anrufer erzählen. Das hilft oft schon", erklärt die Pastorin. Jedes Anliegen kann hier besprochen werden. Auch wer sich einfach nur mal wieder austauschen möchte, ist bei der Hotline richtig.
"Die Menschen, die bei uns anrufen, haben z.B. das Gefühl, dass ihnen die Situation über den Kopf wächst. Oder sie machen sich Sorgen um ihre Familienangehörigen, Kinder oder Enkel, die weiter weg sind. Auch wenn man sich allein fühlt, wenn ein Gesprächspartner fehlt, oder die Nachrichtenflut zu überwältigend ist, kann man bei uns anrufen", sagt Warnecke.
Auch bei konkreten Fragestellungen, z.B. "Wohin kann ich mich wenden, wenn ich nicht einkaufen gehen kann?", "Wer kann mir jetzt helfen, wenn eine Birne ausgewechselt werden muss?", können die Berater am anderen Ende der Hotline helfen. "Wir suchen miteinander im Gespräch wo es noch Unterstützung geben könnte, wo man noch weiter helfen kann. Der Austausch bringt einen auf neue Gedanken, auch das ist entlastend." Die Telefonseelsorger versuchen, gemeinsam mit dem Anrufer, Perspektiven auszuloten, wie es weitergehen kann. "Es gibt Sorgen, aber meist entdeckt man auch etwas, das einen trägt", sagt Warnecke. Sie betont: "Manchmal hilft es aber auch schon, wenn man das Gefühl hat, von seinem Gegenüber Ernst genommen zu werden."
Die Gespräche sind anonym und vertraulich. "Für Familien ist z.B. eine ganz neue Situation entstanden. Plötzlich muss man sich gemeinsam organisieren, sind Partner und Kinder die ganze Zeit zusammen. Das kann auch Druck aufbauen, alte Beziehungskonflikte kommen auf. Da hilft es manchmal, wenn man mit einer unbeteiligten Person sprechen kann." Auch der wirtschaftliche Druck bereitet vielen Menschen derzeit schlaflose Nächte. "Wir haben ein offenes Ohr für jeden."
Für Trauernde ist es jetzt ebenfalls oft schwierig, an Beerdigungen darf nur noch ein eingeschränkter Personenkreis teilnehmen. "Es gibt jetzt viele Menschen, die nicht zur Beerdigung gehen und dort Abschied nehmen, nicht am Grab eines langjährigen Freundes sein konnten", so Caroline Warnecke. "Mit uns können sie über ihre Trauer sprechen."
Viele Menschen tun sich schwer mit dem Begriff "Seelsorge", berichtet die Pastorin. "Sie denken, so schlecht geht es mir ja noch nicht, dass ich auf ein Hilfsangebot zurückgreifen muss. Aber so ist es nicht", sagt Caroline Warnecke. "Unsere Erfahrung zeigt, dass den Anrufern Themen auf der Seele brennen. Themen, wo sie merken, damit komme ich nicht gut zurecht. Das können auch ganz alltägliche Sorgen sein. Jedes Anliegen, wirklich jedes Anliegen, kann mit uns besprochen werden."
"InKontakt" ist ein kirchliches Angebot, "aber wir sehen uns ins erster Linie als Dienst am Menschen und als Dienst für die Gesellschaft. Das ist für uns als diakonische Kirche wichtig", erklärt Warnecke. Die Telefonseelsorge steht jedem frei, unabhängig von einer Zugehörigkeit zur Kirche. Sorgen und Ängste teilen Wenn Sie alleine sind, wenn Sie mal mit jemanden sprechen möchten, wenn Sie einen Rat brauchen oder Unterstützung, rufen Sie an! Wir wollen Sie so gut es geht unterstützen. Wir hören zu und helfen Ihnen gerne weiter.
InKontakt - Gespräch und Beratung am Telefon,
täglich von 16 - 19 Uhr,
vertraulich und kostenlos über Mobil und Festnetz,
Telefon: 0800 - 80 70 444

Bei "InKontakt" sitzt am anderen Ende der Telefonleitung jemand, der unvoreingenommen zuhört - das schafft oft schon Entlastung für den Anrufer
Pastorin Caroline Warnecke
Autor:

Anke Settekorn aus Rosengarten

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