Schwerhöriger Fußballer aus Buchholz
Marc Eisenberg mit Deutschland Vierter bei den "Deaflympics"

Dynamisch: Marc Eisenberg (re.) im Spiel gegen die Türkei
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  • Foto: Schneid & Kleinert
  • hochgeladen von Oliver Sander

Er gehört leistungsmäßig zu den besten gehörlosen bzw. schwerhörigen Fußballern in Deutschland: Bei den 24. Deaflympics, den olympischen Spielen für Gehörlose, in Caxias do Sul/Brasilien hat Marc Eisenberg (26), Außenstürmer des Oberligisten TSV Buchholz 08, mit der deutschen Nationalmannschaft den vierten Platz belegt. Im kleinen Finale gegen den Mitfavoriten Türkei verlor das Team von Bundestrainer Frank Zürn im Elfmeterschießen mit 4:5.
Bereits in der Vorrunde waren die Teams aufeinandergetroffen, die Türkei siegte mit 2:0. "Dadurch waren wir gezwungen, alle weiteren Gruppenspiele zu gewinnen", berichtet Eisenberg. Das gelang durch Siege gegen Mali (5:0), die USA (4:0) und den Irak (2:1). Als Gruppenzweiter qualifizierte sich Deutschland, das neben Eisenberg aus Spielern von der Kreis- bis zur Verbandsliga bestand, für das Viertelfinale gegen den Senegal. Auf einem "nahezu unbespielbaren Platz" (Eisenberg) siegte die deutsche Elf mit 4:3 nach Verlängerung. Im Halbfinale gegen Frankreich waren die Deutschen nach individuellen Fehlern dreimal gezwungen, einen Rückstand zu egalisieren. "Leider ist uns das nur zweimal gelungen", berichtet Marc Eisenberg. Die Partie endete 2:3. Der Nullachter gehörte in allen Partien zu den besten Deutschen und steuerte fünf Scorerpunkte zu Platz vier bei. Turniersieger wurde die Ukraine.
Im deutschen Team standen sowohl Gehörlose als auch Schwerhörige. Eisenberg, der nach abgeschlossenem Bachelor-Studium des Wirtschaftsingenieurwesens derzeit sein Masterstudium für "Real Estate Management" absolviert, gehört zu Letzteren. "Ich kann dank meiner Hörhilfe, einem sogenannten Cochlear-Implantat, noch etwas hören", berichtet er. Gleichwohl liege sein Grad der Behinderung bei 100 Prozent. 
Nach dieser Saison kehrt Marc Eisenberg nach vier erfolgreichen Jahren Buchholz den Rücken. "Ich möchte mich aufgrund des zeitlichen und körperlichen Aufwands etwas zurücknehmen", sagt der Offensivspieler, der in Inzmühlen lebt. Zur kommenden Spielzeit kehrt Eisenberg zu seinem Jugendverein TV Welle zurück, der gerade in die Kreisliga aufgestiegen ist. Auch dort wird er sicherlich weiter im Blickfeld von Bundestrainer Zürn stehen. (os).

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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