Nicht Tokio - jetzt aber Paris

Der 18-jährige Top-Turner Pablo Broszio (TSV Buchholz 08) an den Ringen
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  • Der 18-jährige Top-Turner Pablo Broszio (TSV Buchholz 08) an den Ringen
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TURNEN: Wie die Corona-Pandemie die Olympia-Pläne von Pablo Broszio auf den Kopf stellt

(cc). „Mein Olympia-Traum ist verschoben – nicht geplatzt“, betont Pablo Broszio vom TSV Buchholz 08. Der 18-jährige Top-Turner des TSV hatte große Chancen, bei den Olympischen Spielen 2021 in der japanischen Hauptstadt Tokio teilzunehmen. Wegen der Pandemie und den damit verbundenen Reisebeschränkungen darf er aber nicht in die USA reisen, um sich bei den internationalen Meisterschaften für Olympia zu qualifizieren.
Die besten Athleten der Welt treten 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio gegeneinander an. Da wollte Pablo Broszio unbedingt dabei sein. Der amtierende Landeskunstturnmeister der mit sieben Meistertiteln der erfolgreichste Turner der NTB-Titelkämpfe der Junioren schon im Jahr 2019 war, musste aber seine „Olympia-Qualifikation“ für seinen zentralamerikanischen Staat Panama City, in dem er Nationalturner ist, erwerben, Da seine Mutter Michele aus Panama stammt, hat Pablo Broszio, der in Deutschland geboren ist, die doppelte Staatsbürgerschaft. „Für Panama bei Olympia zu starten wäre für Pablo realisierbar, denn in Deutschland haben die Männer-Turner eine viel stärkere Leistungsspitze“, erklärt sein Vater Jan Markus „Bolle“ Broszio: „Jetzt müssen wir unsere Vorbereitungen auf Olympia 2024 ausrichten.“
Im Jahr 2024 wird das weltgrößte Sportereignis vom 26. Juli bis zum 11. August in der französischen Hauptstadt Paris stattfinden. Die Stadt wird nach 1900 und 1924 zum dritten Mal die Veranstaltung ausrichten. „Bis dahin müssen wir seinen unter erschwerten Bedingungen in Panama-Stadt ausgestellten Reisepass wieder verlängern lassen“, sagt Jan Markus Broszio.
An das kuriose Erlebnis in der Passbehörde mit Pablo und seiner Mutter Michele in Panama-Stadt erinnert sich „Bolle“ Broszio mit einem Lächeln im Gesicht: „Als wir endlich in der Passbehörde angekommen waren, wurde uns der Zutritt verwehrt, weil wir nicht angemessen gekleidet waren“, so Broszio: „Da waren lange Hosen für Männer und ein schulterbedecktes Outfit für Frauen vorgeschrieben. Mein Sohn und ich trugen aber kurze Hosen, und meine Frau ein ärmelloses T-Shirt.“
Familie Broszio wusste sich aber zu helfen: Michele konnte eine Trainingsjacke ihres Mannes überziehen, und die beiden Männer besorgten sich weiße Malerhosen aus dem gegenüberliegenden Baumarkt. Damit glaubten sie den vorgeschriebenen Dresscode erfüllt zu haben. „Dem war aber nicht so“, erinnert sich „Bolle“ Broszio: „Wir mussten erst lange den Behördenmitarbeitern erklären, wie wir so am Türsteher der Behörde vorbeikamen, und dass wir keine Maler sind. Glücklich mit einem panamaischen Pass im Gepäck konnten wird wieder unsere Heimreise antreten.“
Jetzt will Pablo Broszio darauf vorbereitet sein, an Meisterschaften auf dem amerikanischen Kontinent für die Olympia-Quali teilzunehmen, sobald die Corona-Beschränkungen gelockert werden und er auch wieder reisen darf. „Zur kompletten Ausrichtung auf Olympia 2024 in Paris gehört es auch, dass wir unser volles und zeitintensives Trainingsprogramm fortsetzen“, erklärt sein Trainer Bernward Bade. Jeweils mit einer Sondergenehmigung der beiden Städte trainiert der 18-Jährige viermal in der Woche in der Nordheidehalle in Buchholz, und einmal in der Turnhalle in Bremen.

Der 18-jährige Top-Turner Pablo Broszio (TSV Buchholz 08) an den Ringen
Markus, Michele und Pablo Broszio (v. l.) vor der Skyline von Panama-Stadt, bei dieser Behörde wurde der neue Pass für Pablo ausgestellt
Autor:

Roman Cebulok aus Buchholz

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