Ziel sind die Paralympics 2020 in Tokio

In Grundstellung vor dem großen Finale: Maurice Schmidt (re., Böblingen) und Azad Abbasov (Rostock)
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ROLLSTUHLFECHTEN: Weltmeister Maurice Schmidt holt in Buchholz viermal Gold – Lob von allen Seiten für Ausrichter TSV Buchholz 08

(cc). In bester Feierlaune zeigte sich das Trio der Fechtabteilung des SV Böblingen nach ihrem siebenfachen Medaillengewinn bei der Deutschen Meisterschaft (DM) im Rollstuhlfechten in Buchholz. Felix Schrader und Nils Neumann (beide SV 1845 Esslingen) kamen auf insgesamt fünf Medaillen.
Bei sieben Starts konnten Maurice Schmidt und Tim Widmaier (beide SV Böblingen) über sieben Siege jubeln. Maurice Schmidt kam auf vier Titel. Er gewann nicht nur die Degen- und Säbel-Titel in der Startklasse A, sondern dominierte auch den U23-Wettkampf. Sein Vereinskamerad Tim Widmaier holte in Buchholz seinen ersten DM-Titel und entschied am Ende alle drei Finals der Startklasse B für sich.
Der 19-jährige Maurice Schmidt ist einer der weltweit besten Rollstuhlfechter seines Jahrgangs und hat sich das Ziel gesetzt, an den Paralympics 2020 in Tokio teilnehmen zu können. Nach dem vierfachen DM-Erfolg rückt das Ziel natürlich näher für den Böblinger. Aber auch durch sein intensives Training in der Fechthalle der SV Böblingen sowie in Tauberbischofsheim, aber auch durch die Teilnahme an Lehrgängen des Nationalkaders, und durch gezielte Übungseinheiten im Kraftraum des Sportinstituts in Tübingen. Maurice Schmidt ist zweifacher Weltmeister in der Altersklasse U 17 im Degen und Florett, vielfacher Deutschen Meister. Bei der U23-Weltmeisterschaft (WM) in Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten belegte er im Degen und im Säbel Platz drei. Beim diesjährigen Weltcup in Sao Paulo wurde er mit dem Degen Zweiter. Der Spitzensportler ist mit einer Dysmelie, einer Fehlbildung der Gliedmaßen, auf die Welt gekommen. Um sich fortzubewegen, benötigt Schmidt einen Rollstuhl.
Maurice Schmidt hat seine Taktik, um erfolgreich zu sein. „Manchmal ist Zurückweichen die beste Taktik“, sagte er dem WOCHENBLATT: „Damit biete ich dem Gegner weniger Trefferfläche.“ Nach dem Gespräch setze er seine Kämpfe fort, und punktete mit blitzschnellen Angriffen. Rollstuhlfechten ist ein vollintegrativer Sport. Dabei werden beide Rollstühle gegenüber fixiert, und der Abstand je nach Körpergröße variabel eingestellt. Die Fechter bewegen sich dadurch nur mit dem Oberkörper zum Angriff oder zur Verteidigung. „Das geht total auf die Bauchmuskeln“, so Schmidt.
Der TSV Buchholz 08 hat das Sportevent in den Sporthalle Am Kattenberge im Rahmen der Feierlichkeiten zum 111-jährigen Vereinsbestehen ausgerichtet. „Es ist das erste Mal, dass die nationalen Titelkämpfe in Norddeutschland stattfinden“, betont 08-Mitorganisator York Lattemann, der von allen Seiten Lob für einer hervorragende Organisation erhielt.
Zu Gast bei der DM am vergangenen Wochenende in Buchholz war auch der Säbelfechter Max Hartung (EM-Mannschafts-Sieger im Säbelfechten und Dritter im Einzel-Säbel ) war heute überraschend in der Halle und hat für Aufmerksamkeit gesorgt. „Max Hartung ist im Fechten vergleichbar mit einem Bastian Schweinsteiger, Mario Goetze oder Manuel Neuer beim Fußball. Da waren die Buchholzer Nachwuchsfechter natürlich hin und weg“, berichtet Lattemann.
Mehr Fotos unter www.wochenblatt-kreiszeitung.de

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