Vermögensbarometer des Sparkassen- und Giroverbands
"Die Musik spielt am Kapitalmarkt"

Cord Köster, Regionaldirektor der Sparkasse Harburg-Buxtehude, in der Filiale in Buchholz
  • Cord Köster, Regionaldirektor der Sparkasse Harburg-Buxtehude, in der Filiale in Buchholz
  • hochgeladen von Oliver Sander

os. Buchholz. 43 Prozent der Deutschen sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden, weitere 29 Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die von der Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband in Auftrag gegeben wurde. Für die Umfrage unter dem Titel "Vermögensbarometer 2019: Die Deutschen und ihr Geld" wurden im Mai und Juni dieses Jahres bundesweit 5.806 Bürger im Alter ab 14 Jahren telefonisch bzw. online befragt.
Bei der Umfrage erklärten 54 Prozent der Befragten, dass sie vor allem auf Sicherheit bedacht sind - das waren sechs Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Immer mehr Bürger gehen demnach mehr ins Risiko, um in Zeiten der anhaltenden Niedrigzinsphase eine etwas höhere Rendite zu erwirtschaften. Sie tun damit das, was z. B. die Sparkasse Harburg-Buxtehude rät. "Die Musik spielt derzeit am Kapitalmarkt", erklärt Cord Köster, Regionaldirektor der Sparkasse Harburg-Buxtehude, im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Dort sei mittel- und langfristig ein Vermögensaufbau bzw. -sicherung möglich.
Die Deutschen seien bislang im internationalen Vergleich am Aktienmarkt unterdurchschnittlich unterwegs. "Sie haben ein hohes Maß an Sicherheitsbedürfnis und wollen ihr Geld lieber nicht ins Risiko stellen", beschreibt Köster. Ein Grund seien wahrscheinlich die negativen Erfahrungen, die viele Deutsche Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre mit Aktiengeschäften gemacht hätten. "Damals wurde oft die Hoffnung auf schnelle Gewinne geweckt, viele haben sich die Finger verbrannt", erinnert sich Köster.
In der langfristigen Betrachtung zeigten allerdings alle Parameter an den Aktienmärkten positive Entwicklungen, betont Köster. Jeder Sparer müsse für sich selbst entscheiden, welches Risiko er eingehen möchte. "Wer eine höhere Rendite möchte, wird das nicht ohne Nullrisiko umsetzen können", betont Köster. Aber: Alle Kreditinstitute bieten mittlerweile Produkte an, die durch die Streuung auf verschiedene Bereiche der Finanzwelt das Risiko minimieren sollen. "Die Beratung z. B. für einzelne Aktien ist heute eher unüblich", erklärt Köster. Stattdessen gebe es viele Fondslösungen. Wichtig sei, dass diese Lösungen speziell auf den Kunden abgestimmt seien. "Der Wunsch des Kunden steht absolut im Mittelpunkt", betont Köster. Seit der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 sind die Kreditinstitute verpflichtet, regelmäßig mit dem Kunden sein Profil festzulegen. Entsprechend der ermittelten Risikoklasse wird die Form der Geldanlage festgelegt.
Bei den meisten Anbietern gibt es mittlerweile Produkte, in denen der Kunde festlegen kann, in welche Projekte sein Geld investiert wird. Es gebe derzeit eine starke Nachfrage z. B. nach Fonds mit dem Thema Nachhaltigkeit. "Die Nachfrage nach solchen Fonds wird steigen", ist sich Köster sicher.
In Zeiten, in denen die Sorge vor Altersarmut steigt und nicht sicher ist, wie hoch später die individuelle Rente sein wird, wird es immer wichtiger, privat vorzusorgen. "Es gibt immer noch das Vorurteil, dass private Vorsorge nur etwas für Wohlhabende sei", erklärt Köster. Dabei müssten Bürger keine riesigen Summen vorhalten. Es gebe Fondssparpläne bereits ab 25 Euro pro Monat.
Wichtig sei, dass die Kunden den Weg in die Filialen der Kreditinstitute finden. "Lassen Sie sich beraten!", rät Cord Köster. Das sei in Zeiten, in denen faktisch fast eine Minuszinsphase herrsche, besonders wichtig. Er rechne nicht damit, dass die Zinsen in den kommenden Jahren angehoben würden. Viele Staaten hätten daran gar kein gesteigertes Interesse, denn in der aktuellen Niedrigzinsphase sei es für sie deutlich einfacher, sich zu entschulden.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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