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Kamikaze kinotauglich

Die Filmemacher Lars Kokemüller und Nisan Arikan (Mitte) mit Schauspielerin Virginia Roncalli in der "Höllenschlucht" bei Buchholz - auch hier wird gedreht (Foto: kb)
Junge Filmemacher drehen Kino-Film in Buchholz / Unterstützer für Crowdfunding gesucht

kb. Buchholz. Eine Jugend in der Kleinstadt - die wollen die Schauspieler und Filmemacher Lars Kokemüller (27) und Nisan Arikan (27) jetzt auf die große Leinwand bringen. Kokemüller ist in Buchholz aufgewachsen und hat als Regisseur bereits zahlreiche Low-Budget Produktionen gedreht. Sein Film "Leon muss sterben" lief erfolgreich auf Film-Festivals und wurde hoch gelobt. Mit ihrem neuem Projekt "F60 Kamikaze" wollen Lars Kokemüller und Nisan Arikan weg vom Low-Budget. Mit einer Crowdfunding-Kampagne werben sie um Unterstützung für ihren Film, der zu einem Großteil in Buchholz gedreht werden wird. "Wir haben bisher mit sehr wenig Budget große Erfolge gehabt, jetzt wollen wir den nächsten Schritt machen", sagt Lars Kokemüller.
Aufwachsen in der Enge, aber auch der vermeintlichen Idylle einer kleineren Stadt - die beiden Filmemacher wissen selber, was das bedeutet. Die Idee zu "F60 Kamikaze" lag daher nah. Der Coming-of-Age-Film beschäftigt sich mit der Tristesse des jugendlichen Kleinstadtlebens. Die beiden "Helden" des Films - Nicki und Banzai - sind beide 19 und Außenseiter mit Hang zur Selbstzerstörung. Nicki zieht mit ihrer Mutter ständig um und bleibt nie lange an einem Ort. Punk Banzai, der eigentlich Michael heißt, hat eine totkranke kleine Schwester, der er einen letzten Traum erfüllen will und ihr ein Disney Land in den Garten baut. Insgesamt drei Monate haben Lars und Nisan am Drehbuch gearbeitet, in das auch viele eigene Erfahrungen und Erlebnisse eingeflossen sind.
Ab 20. Oktober soll gedreht werden - vor allem in Buchholz. "Es ist total super, wie viel Unterstützung wir hier bekommen", sagt Lars Kokemüller. Ihr Studio bauen die Filmemacher im Keller der Theaterwerkstatt Bischu auf, Drehorte sind u.a. eine Schule, private Gärten und die "Höllenschlucht". "Aktuell suchen wir noch ein Gelände, auf dem wir eine Konzertszene mit Live-Band und etwa 100 Komparsen drehen können", erzählt Lars Kokemüller. Die Filmcrew wird letztlich aus etwa zehn Leuten bestehen, dazu etwa 15 bis 20 Darsteller. Kamera, Ton, Maske, Kostüm, Klappe - die jungen Filmemacher sind professionell organisiert. Und drehen bei "F60 Kamikaze" zum ersten Mal mit einer richtigen Kino-Kamera. Der Soundtrack zum Film stammt von einem Jazz-Komponisten aus Edinburgh, außerdem arbeiten Lars Kokemüller und Nisan Arikan mit dem Hamburger Label Audiolith und der Elektropunk-Band Egotronic zusammen.
Wie hoch das Budget der Filmproduktion ausfällt, hängt jetzt auch von der Crowdfunding-Kampagne ab, die noch knapp einen Monat läuft. Auf www.indiegogo.com kann man das Projekt finanziell unterstützen. "Jeder Euro hilft uns weiter", sagt Lars Kokemüller. Denn auch wenn die Gagen für die Mitwirkenden eher symbolisch ausfallen, frisst die Produktion des Kinofilms einiges an Geld.
Lars und Nisan, die auch als Schauspielerin arbeitet, sind Filmemacher aus Passion. Einen Plan B haben beide nicht. "Ich habe schon als kleiner Junge Kameras aus Toilettenpapierrollen gebastelt", erinnert sich Lars Kokemüller. Wenn sie nicht an eigenen Projekten arbeiten, steht Nisan für Filme und Serien vor der Kamera, Lars arbeitet mit einer Hamburger Schauspielschule zusammen. Nebenjobs, die nichts mit Film zu tun haben, haben die beiden aufgegeben. "Wir geben alles für unseren Traum", sagt Nisan.
• Infos zum Projekt gibt es auch auf www.youtube.com. Kontakt zu den Filmemachern per Mail an lh.obsessivefilmmakers@gmail.com.