Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"NISA" wird zum Pionier

Urte Niedzwiedz (li.) und Astrid Rabeler zeigen es an: In der WG ist noch ein Zimmer frei

Verein gründet in Buchholz die erste private Wohngemeinschaft für Behinderte im Landkreis Harburg

os. Buchholz. Der Verein "Netzwerk für Inklusion in Sozialarbeit und Assistenz" (NISA) aus Buchholz geht neue Wege: Die Verantwortlichen haben ein Haus in der Nordheidestadt angemietet und wollen die erste Wohngemeinschaft für Behinderte im Landkreis Harburg gründen. Erste Interessenten gibt es bereits, mindestens ein WG-Zimmer ist aber noch zu haben.
"Unser Grundsatz ist es, dass sich jeder Mensch selbstbestimmt um sich selbst kümmert. Danach handeln wir auch bei der WG", erklärt Urte Niedzwiedz, Geschäftsführerin des Vereins NISA. Deshalb habe man auch zugegriffen, als der Hauseigentümer dem Verein anbot, seine WG im frischrenovierten Einfamilienhaus in der Straße "Drögenhorst" zu gründen. "Uns war wichtig, dass es sich um ein eigenständiges Haus mitten in einem Wohngebiet handelt und nicht um eine Immobilie im Nirgendwo", erklärt Astrid Rabeler, die für NISA die WG als Moderatorin betreuen wird.
Diese Moderation war die einzige Bedingung, die NISA mit der WG verband. Ansonsten steht es den künftigen Bewohnern frei - wie im Teilhabegesetz festgelegt - sich ihre Assistenzen für die Bewältigung des Alltags selbst zu wählen. Das kann der Verein NISA sein, aber auch jeder andere Anbieter der entsprechenden Assistenzen. Astrid Rabeler wird sich später regelmäßig mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zusammensetzen, um Probleme im Alltag rechtzeitig zu erkennen und schnell gegensteuern zu können.
Vier einzelne Zimmer zwischen zehn und 23 Quadratmetern Größe können gemietet werden. Dazu kommen Gemeinschaftsräume wie Küche, Bäder und Wohnzimmer. Finanzieren können die Bewohner das Zimmer aus allen "öffentlichen Refinanzierungsmöglichkeiten", wie es Urte Niedzwiedz nennt. Dazu gehören auch die Grundsicherung oder das Jobcenter. Ziel von NISA ist es allerdings, dass die Bewohner einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt finden und ihr Zimmer, zumindest teilweise, selbst finanzieren können.
Interessenten können sich bei Astrid Rabeler unter Tel. 04181-2107340 melden. "Im Idealfall bringen sie einen Pflegegrad von der Pflegekasse mit", erklärt Urte Niedzwiedz. Die WG soll nämlich Behinderten eine Alternative zu einer Wohnung in stationären Einrichtungen bieten und nicht von Nicht-Behinderten bewohnt werden.