Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Bitte stellen Sie Ihre Mitarbeiter ab!"

Wirtschaftsrunde trifft Feuerwehr: (v. li.) Frauke Petersen-Hanson, Freddy Brühler, Frank Krause, Oliver Weiß, Stadtbrandmeister André Emme und Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse

Feuerwehr wirbt bei Unternehmertag der Buchholzer Wirtschaftsrunde für Stärkung der Tageseinsatzbereitschaft

os. Buchholz. "Wir sind darauf angewiesen, dass Sie Ihre Mitarbeiter für Einsätze freistellen. Bitte tun Sie das auch!" Das sagte André Emme, Stadtbrandmeister in Buchholz, am Donnerstagabend beim Unternehmertag der Buchholzer Wirtschaftsrunde. Rund 50 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kamen in das Feuerwehrhaus an der Bendestorfer Straße, um sich über die Arbeit der fünf Buchholzer Ortsfeuerwehren zu informieren. Rund 270 ehrenamtlicher Feuerwehrleute tun in der Nordheidestadt ihren wichtigen Dienst.
Emme verdeutlichte, dass es gerade in der Tageseinsatzbereitschaft Engpässe gibt. Problem: Viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Buchholz arbeiten nicht vor Ort und können somit tagsüber nicht zu Einsätzen in der Nordheidestadt ausrücken. Um das Problem zu lindern, dürfen in Buchholz auch Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren aus dem Umland mit zu Einsätzen fahren. Diese sogenannten "Satelliten", die in Buchholz arbeiten, seien sehr wichtig für die Schlagkraft am Tage, betonte Stadtbrandmeister Emme. Die Unternehmen täten der Feuerwehr einen großen Gefallen, wenn sie diese "Satelliten" für Einsätze freistellen. Bei der Stadt Buchholz könnten sie Verdienstausfälle geltend machen.
André Emme stellte den Gästen auch den Feuerwehrbedarfsplan vor, der im vergangenen Jahr mit Hilfe des Planungsbüros Forplan erstellt wurde. Dabei war herausgekommen, dass es in Buchholz einige weiße Flecken gibt, in denen Bürger im Ernstfall nicht innerhalb der festgelegten Frist von acht Minuten nach Eingang des Alarms erreicht werden können. Deshalb soll jetzt das Feuerwehrhaus von Holm nach Holm-Seppensen sowie das Feuerwehrhaus innerhalb von Sprötze verlegt und ein weiteres Feuerwehrhaus in Steinbeck gebaut werden. Dadurch verbessere man die Erreichbarkeit der Bürger auf rund 87 Prozent, verdeutlichte Emme.
Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse versicherte, dass die geplanten Investitionen in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro allein für die neuen Gebäude und Fahrzeuge auch tatsächlich getätigt werden. Die Freiwilligen Feuerwehren seien ohne Wenn und Aber so auszustatten, dass sie ihre Aufgabe erledigen können. Dabei müsse man die Planung der neuen Gebäude wohl bedenken, weil die Standorte auch in 30 Jahren noch richtig sein sollen. Das Feuerwehrhaus an der Bendestorfer Straße sei ein schlechtes Beispiel: Es sei deutlich zu klein, allerdings gebe es wegen der Bauweise keine Möglichkeit für eine Erweiterung.
Auch Röhse warb bei den Unternehmen dafür, Mitarbeiter für ihren Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr abzustellen: "Seien Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst!" Der Bürgermeister ging in seiner Rede auch kurz auf den angespannten Haushalt ein. Obwohl die Investitionen größtenteils nur mit neuen Schulden umgesetzt werden könnten, spiele eine Erhöhung der Gewerbesteuer keine Rolle, beruhigte Röhse die Unternehmer. Kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2014 hatte der Bürgermeister die Gewerbesteuer erhöht. "Der Unterschied war, dass der Haushalt damals nicht ausgeglichen war. Es gab keine Alternative zur Steuererhöhung."
Die Vorstandsmitglieder der Wirtschaftsrunde, Frank Krause und Oliver Weiß, erklärten den Gästen, warum sie seit vielen Jahren Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr sind. "Unsere Triebfeder ist es, Gutes für die Gesellschaft zu tun", betonte Frank Krause, Regionaldirektor der Volksbank Lüneburger Heide. "Feuerwehrmann oder -frau zu sein, ist kein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung", ergänzte Oliver Weiß, Inhaber einer Werbeagentur.