Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Buchholz 2025plus" wird zum Streitthema

Übte harsche Kritik an der Verwaltung: Gudrun Eschment-Reichert (Foto: Stadt Buchholz)

Wieder Diskussionen zum Stadtentwicklungskonzept / SPD kritisiert Verwaltung scharf

os. Buchholz. Das Projekt "Buchholz 2025plus", bei dem die Parteien eigentlich gemeinsam die Stadtentwicklung der Nordheidestadt vorantreiben wollten, wird immer mehr zum Zoffthema. Jüngstes Beispiel war die Diskussion im Stadtentwicklungsausschuss, in dem es um einen Antrag der SPD-Ratsfraktion ging, zur Erstellung des Rahmenplans einen städtebaulichen Wettbewerb durchzuführen. Der Ausschuss empfahl mehrheitlich, dem Vorstoß der SPD nicht zu folgen. Stattdessen wurde ein Vorschlag der Verwaltung angenommen.
Wie berichtet, sollen im Projekt "Buchholz 2025plus" zwei wichtige Themen, der Bau einer Ostumfahrung und die Schaffung von bis zu 1.500 Wohneinheiten im Osten von Buchholz, zusammen geplant werden. Die SPD wollte nun einen Wettbewerb durchführen lassen. Für die Entwicklung eines so großen Wohnquartiers wären unterschiedliche Ansätze und Ideen hilfreich, argumentierten die Sozialdemokraten. Die Verwaltung verwies auf die geschätzten Kosten für einen städtebaulichen Wettbewerb in Höhe von rund 600.000 Euro. Zudem habe ein großes Werttbewerbsverfahren in Kiel - dort ist Buchholz' Ex-Baurätin Doris Grondke Chefin des Baudezernats - nicht zum Erfolg geführt. Zudem stünden die komplexen Rahmenbedingungen gegen einen solchen Wettbewerb. Stattdessen solle man ein Planungsbüro beauftragen, drei Konzeptvarianten zu erstellen und in einer Ratswerkstatt gemeinsam eine Vorzugsvariante festzulegen. Das spare Kosten.
Die Stellungnahme der Verwaltung nutzte SPD-Ratsfrau Gudrun Eschment-Reichert zu einer Generalabrechnung mit der Bauabteilung. Die Verwaltung habe alle Register gezogen, um einen städtebaulichen Wettbewerb zu verhindern, kritisierte Eschment-Reichert. Die genannten Kosten in Höhe von 600.000 Euro seien deutlich zu hoch angesetzte, ein Wettbewerb könne deutlich günstiger durchgeführt werden. Zudem verschweige die Verwaltung, dass es in Kiel auch andere Arten des Wettbewerbs gegeben habe, die sehr wohl zu einem Erfolg geführt hätten. "Ich fühle mich von Ihnen schlecht informiert. Die Vorlage ist gegenüber der Politik respektlos", sagte die SPD-Ratsfrau.
Baudezernent Stefan Niemöller erklärte, er sei entsetzt über die Kritik der SPD. "Wir wollten das Thema bewusst schlank halten", betonte er. Er warnte davor, das Thema "Buchholz 2025plus" schon vor dem Start zu "zerhacken". Die Politik folgte letztlich der Verwaltung und empfahl mit deutlicher Mehrheit, deren Vorschlag umzusetzen.
• Wie berichtet, hatte es zuletzt heftige Diskussionen über "Buchholz 2025plus" gegeben, nachdem eine Mehrheit im Kreistag auf Betreiben der SPD Planungsmittel für die Ostumfahrung verweigert hatte. Die SPD habe sich nicht gegen den Bau der Straße ausgesprochen, betonten die SPD-Poltiker Eschment-Reichert und Frank Piwecki im Ausschuss. Das Thema sei nicht gescheitert. Die Sozialdemokraten plädierten lediglich für Klarheit, wofür die Planungsmittel durch den Kreis in Höhe von rund einer Million Euro verwendet werden sollen.
Auch bei den WOCHENBLATT-Lesern ist das Thema Ostumfahrung noch aktuell. Kai Kuhlmann aus Buchholz schreibt etwa: "Es ist frustrierend für die Mehrheit der in Buchholz lebenden Menschen, zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass dieselben Parteien (SPD, Grüne, AfD), die in unserer Stadt den Konsens zum Bau der östlichen Umfahrung mittragen, diesen auf Kreisebene ablehnen." So werde das nichts mit einer neuen Glaubwürdigkeit in der Politik, im Gegenteil: Die allgemeine Politikverdrossenheit nehme zu.
Er habe die Ablehnung im Kreistag als Befreiungsschlag empfunden, erklärt dagegen Friedhelm Ritzmann aus Buchholz. Bei einem positiven Votum hätte man die alten Ostring-Pläne hervorgeholt und eine neue Planung nach den alten Vorlagen aufgelegt. Das Ergebnis hätte zu einer Katastrophe für Buchholz geführt - "Hittfeld mit seinen gigantomanischen und landschaftszerscheidenden Zubringerbauwerken ließe grüßen", so Ritzmann. Er befürworte eine Ostumfahrung, die Planung müsse aber "feinsinnig" sein und vorsichtig mit den Ressourcen umgehen.
• Wie sehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Situation um Oststadt und Ostumfahrung? Senden Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an oliver.sander@kreiszeitung.net.