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Der Katastrophenschutz soll gestärkt werden

So soll das Schulungs- und Logistikzentrum für den Katastrophenschutz des DRK Harburg-Land in Winsen aussehen. Im Bereich links (hellgrau) soll der Kreisverband untergebracht werden, der Bereich rechts (rosa) ist eine optionale Erweiterungsfläche. Die Förderung des Landkreises soll nur für das Schulungszentrum gelten (Foto: DRK / Planungsgruppe Niemeyer GmbH)

Ordnungsausschuss des Landkreises Harburg empfiehlt Finanzierung des Schulungs- und Logistikzentrums des DRK in Winsen

(os). Mit dem Einsatzkonzept "Katastrophenschutz Niedersachsen" hat das Land Niedersachsen am 21. Juni 2017 eine einheitliche Rahmenempfehlung zum Aufbau und zur Strukturierung des Katastrophenschutzes in den Landkreisen erstellt. Das Konzept umfasst u.a. die landesweite Vereinheitlichung von taktischen Komponenten, Fahrzeugen und beschreibt die Leistungsfähigkeit einzelner Module für den Katastrophenschutz. Der Landkreis Harburg trägt dem Einsatzkonzept Rechnung: Der Kreis-Fachausschuss Ordnung und Feuerschutz empfahl am Mittwoch einmütig die finanzielle Unterstützung des Schulungs- und Logistikzentrums Katastrophenschutz, das der Kreisverband Harburg-Land des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Benzstraße im Gewerbegebiet in Winsen-Luhdorf bauen möchte. Der Landkreis investiert rund 3,3 Millionen Euro in die Stärkung des Katastrophenschutzes.
Der Neubau sei dringend notwendig, betonte Norbert Böttcher, Präsident des DRK-Kreisverbands Harburg-Land, bei der Ausschusssitzung. Das mehr als 100 Jahre alte, kreiseigene Gebäude an der Rote-Kreuz-Straße in Winsen, in dem derzeit Komponenten für den Katastrophenschutz untergebracht sind, entspreche energetisch und brandschutztechnisch nicht mehr den Vorgaben und könne wirtschaftlich vertretbar nicht mehr saniert werden, erklärte Böttcher. Zudem decke das Gebäude nur 30 Prozent des benötigten Bedarfs ab, weshalb die Einsatzkomponenten auf sieben Standorte im gesamten Landkreis Harburg verteilt seien. Das stelle ein Problem für die Einsatzbereitschaft im Katastrophenfall dar, zudem sei die eingeschränkte Schulungsmöglichkeit für die dezentralen Komponenten ein "wesentlicher Mangel".
Mit dem modernen Logistik- und Schulungszentrum ist der Landkreis Harburg noch besser gegen die zunehmenden Extremsituationen nach Hochwassern oder Starkregen, mögliche großflächige Stromausfälle, Tierseuchen oder auch die Bedrohung durch Terrorismus gewappnet. Auch eine bessere Prävention gegen Cyber-Attacken auf lebenswichtige Kommunikations-Netzwerke und Infrastrukturen soll mit dem Neubau ermöglicht werden.
Das Zentrum soll der Schulung der Aktiven von DRK, Feuerwehren, DLRG und Johannitern dienen, vor allem aber als Lagerfläche für Einsatz- und Hilfsmaterial. Dazu gehören unter anderem Betten, Zelte und Zeltheizungen zur Versorgung von Notunterkünften ebenso wie Großküchen, sanitäre Ausstattung und Medikamente. Das Zentrum sei neben der Feuerwehr-Technischen Zentrale in Hittfeld ein wesentlicher Baustein für den Krisen- und Katastrophenfall im Landkreis Harburg, erklärt Ausschuss-Vorsitzender und DRK-Vizepräsident Jan Bauer.
In dem Gebäude sind u.a. 930 Quadratmeter für eine Fahrzeughalle vorgesehen sowie 481 Quadratmeter für den Personalbereich, 117 Quadratmeter für Werkstatt/Lager und 313 Quadratmeter für Verkehrs- und Funktionsflächen. Mit dem Bau soll in diesem Jahr begonnen werden, sobald der Kreistag endgültig grünes Licht für den Neubau gegeben hat. Die nächste Sitzung des Kreistags ist für den 27. März terminiert.
Mit dem Neubau endet die Planungszeit, die im Juni 2014 begonnen hatte. Damals fand die erste Zielabsprache zur Stärkung des Katastrophenschutzes zwischen dem damaligen Landrat Joachim Bordt, Winsens Bürgermeister André Wiese und DRK-Präsident Norbert Böttcher statt. 2016 erwarb das DRK das Grundstück an der Benzstraße in Winsen, bis 2018 entwickelten DRK und Landkreis Harburg gemeinsam die Pläne für den Neubau. Im September 2018 beantragte das DRK die finanzielle Beteiligung durch den Landkreis Harburg. In der Beschlussvorlage kommt die Kreisverwaltung zum Ergebnis, dass "die Inhalte des Antrages des DRK notwendig, nachvollziehbar und nachhaltig sind". Deshalb werde eine Umsetzung empfohlen.