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"Konzertierte Gespräche mit der Kreis-Verwaltung"

So leer wie hier ist der Buenser Weg leider selten. Deshalb will die FDP jetzt einen Strategieplan zur Lenkung des Verkehrs

Buchholz: FDP fordert nachhaltiges Entlastungskonzept für den Verkehr rund ums Schulzentrum am Buenser Weg

os. Buchholz. Die Buchholzer Freidemokraten wollen das bislang kategorische Nein des Landkreises Harburg zum Abfluss des Verkehrs aus dem Neubaugebiet an der Schaftrift in Richtung der Kreisstraße "Hamburger Straße" nicht akzeptieren. Die FDP-Ratsfraktion hat jetzt einen Antrag an die Buchholzer Stadtverwaltung gestellt, in dem sie die Aufnahme "konzertierter Gespräche mit der Landkreis-Verwaltung mit dem Ziel, ein nachhaltiges Entlastungs-Konzept zu entwickeln", fordert. "Der Kreis muss sich bewegen", erklärt FDP-Fraktionsvorsitzender Arno Reglitzky.
Hintergrund: Zwischen der Hamburger Straße und dem Buenser Weg entsteht gerade ein Neubaugebiet mit rund 180 Wohneinheiten in zehn Mehrfamilienhäusern (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach). Der Verkehr aus diesem Gebiet soll ausschließlich über den Buenser Weg abgeleitet werden - just auf die schmale Straße, die durch das benachbarte Schulzentrum mit der Grundschule Heideschule, der Integrierten Gesamtschule, dem Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) und der Förderschule An Boerns Soll in den Morgen- und Mittagsstunden schon jetzt erheblich belastet ist. Die FDP befürchtet zudem, dass auch die an den Buenser Weg angrenzende Berliner Straße den Verkehr nicht bewältigen kann. "Wir müssen generell eine neue strategische Überlegung für die Lenkung des Verkehrs anstrengen", fordert FDP-Urgestein Reglitzky. Bislang sei das nur halbherzig geschehen. Wie berichtet, hatte AEG-Leiter Hans-Ludwig Hennig im WOCHENBLATT vor einem Verkehrskollaps am Buenser Weg gewarnt und u.a. die Reduzierung der Fahrten von "Eltern-Taxis" von und zum Schulzentrum angemahnt.
Kern der jetzigen Forderung der FDP ist es, vom Neubaugebiet an der Schaftrift eine zusätzliche Zufahrt zur Hamburger Straße zu schaffen. "Die Stadt muss die ablehnenden Gründe des Landkreises in Verhandlungen entkräften", sagt Reglitzky. Der Kreis hat bislang eine Zufahrt zur Hamburger Straße mit dem Hinweis abgelehnt, diese Straße sei schon heute überlastet. Reglitzky möchte das mit Verkehrsuntersuchungen überprüfen: "Es kann nicht sein, dass das ganze Quartier rund um den Buenser Weg verkehrlich noch weiter belastet wird, ohne eine Perspektive für einen deutlich verbesserten Verkehrsabfluss zu schaffen."
Ihren Antrag hatte die FDP bereits im Mai formuliert, dann aber wegen des Urteils über ein Normenkontrollverfahren eines Nachbarn gegen den Bebauungsplan "Schaftrift West" zurückgestellt. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Lüneburg jüngst die Verfahren aus formalen Gründen abgewiesen hatte, holen die Freidemokraten ihren Antrag jetzt wieder hervor.
Zuvor hatten sich auch die Grünen Gedanken über die Entlastung für den Buenser Weg in den Stoßzeiten gemacht. U.a. soll die Stadtverwaltung ermitteln, ob eine temporäre Sperrung oder eine Einbahnstraßen-Regelung sinnvoll ist.
Eine besondere Bewertung im Zusammenhang mit den Verkehrsproblemen am Buenser Weg kommt laut FDP der zeitlichen Realisierung der Ostumfahrung zu. Diese führe zu einer entscheidenden Entlastung der Hamburger Straße, so Reglitzky: "Das ergibt eine zusätzliche Dringlichkeit, die Ostumfahrung zu forcieren und durch Priorisierung des Trassen-Nordbereichs frühzeitiger Problemlösungen für das 'Buenser Quartier' bewirken zu können." Ich halte den Vorstoß der FDP, dass Stadt und Landkreis noch einmal ernsthaft über eine zusätzliche Zufahrt zur Hamburger Straße verhandeln, für richtig. Ich befürchte nämlich, dass viele die Auswirkungen des Neubaugebietes an der Schaftrift auf den Verkehr im Buenser Weg und den angrenzenden Straßen total unterschätzen.
Auf ein Wort
Keiner sollte so blauäugig sein zu erwarten, dass alle Neubürger im Neubaugebiet an der Schaftrift nur zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren. Schon heute kommt es im Schulverkehr zu brenzligen Situationen, weil am Buenser Weg radfahrende Schulkinder, Schulbusse, genervte Eltern und Fußgänger aufeinandertreffen. Dieses Problem wird durch die zusätzlichen Autofahrten der Neubürger verschärft.
Ich befürchte, dass sich dieses Problem auf die anderen Straßen in der sogenannten Mädchensiedlung auswirken wird. Schon häufig haben Stadtverwaltung und Politik in Buchholz den Fehler gemacht, zwar neue Wohnbebauung zu beschließen, aber nicht auf die gleichzeitige Entwicklung der Infrastruktur zu achten. Dieser Fehler sollte zwischen Buenser Weg und Hamburger Straße nicht wiederholt werden. Oliver Sander Die Infrastruktur muss mitwachsen