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Mühlentunnel-Neubau: Spannung vor öffentlichem Teilnahmewettbewerb

Erste Maßnahme des Mühlentunnel-Neubaus: Die Bauarbeiten für die Verlegung des Schmutzwasserkanals auf der Südseite des Bahndamms haben bereits begonnen
 
Fachbereichsleiter Jürgen Steinhage zeigt es: Auch der neue Kreisel an der Bremer Straße gehört zum Projekt "Mühlentunnel-Neubau"

Buchholzer Stadtverwaltung bereitet europaweite Ausschreibung für Millionen-Projekt vor

os. Buchholz. Die Herstellung von Baustraßen und der Einsatz der ersten Bagger sind ein untrügliches Zeichen, dass die ersten Arbeiten für den Neubau des rund 20 Millionen Euro teuren Mühlentunnels in Buchholz begonnen haben.
Als erste Maßnahme bereitet die Berliner Firma "Witte Spezialtiefbau" derzeit die Verlegung des Schmutzwasserkanals vor. Diese erfolgt später mit einem Spezialverfahren auf einer Länge von rund 154 Metern mit einem Rohr von 80 Zentimetern Durchmesser. "Dieses Spülbohrverfahren wurde vor Kurzem auch in der Parkstraße angewendet", erklärt Lother Meyer, Leiter Fachdienst Stadtentwässerung bei der Buchholzer Stadtverwaltung. In Kürze sollen auf beiden Seiten des Bahndamms die Baugruben eingerichtet werden. Das sei ein aufwendiges Verfahren, da große Presswiderstände aufzufangen seien, betont Lothar Meyer. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 600.000 Euro, die Verlegung des Schmutzwasserkanals soll im Oktober abgeschlossen sein. Angeschlossen wird der neue Kanal übrigens erst nach Fertigstellung des Tunnelneubaus. So lange wird das Schmutzwasser noch durch das alte System geleitet.
Wie geht es weiter? Darüber hat das WOCHENBLATT mit Meyer und Jürgen Steinhage, Leiter Fachbereich Betriebe bei der Stadt Buchholz, gesprochen. Noch im Juli soll der öffentliche Teilnahmewettbewerb für den Neubau starten. Europaweit sind Baufirmen aufgerufen nachzuweisen, dass sie den umfangreichen Bauauftrag bewältigen können. Auch nach Referenzen fragt die Stadt Buchholz. Der Millionen-Auftrag umfasst das Tunnelbauwerk, den Straßenbau sowie die Verlegung des Steinbachs, der über ein Rohr mit 2,40 Metern Durchmesser erfolgen wird. Bei dem Teilnahmewettbewerb sollen die Baufirmen ermittelt werden, die später bei der offiziellen Ausschreibung ihr Angebot machen können. Die Ausschreibung soll über den Winter erfolgen. "Wir wollen den Bauauftrag dann bis zum zweiten Quartal 2019 vergeben", erklärt Jürgen Steinhage. Er gehe wegen der Komplexität des Neubaus von Bietergemeinschaften aus. Das sogenannte Pipearch-Verfahren, mit dem der Tunnel gebaut werden soll, sei in Deutschland so noch nicht angewendet worden. Bei dem Verfahren bilden mehrere Röhren, die vor Ort geschweißt werden sollen, das gewölbte Dach des Tunnels. "Der Teilnahmewettbewerb wird für uns sehr spannend", sagen Jürgen Steinhage und Lothar Meyer. Danach werde feststehen, ob sich die kalkulierten Baukosten halten lassen. "Letztlich bestimmt der Markt die Preise", verdeutlicht Steinhage.
Apropos Komplexität des Bauvorhabens: Bis dato sind bereits Planungskosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro entstanden. Das sei der umfangreichen Plangenehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt und den vielen notwendigen Bauschritten geschuldet, erklärt Steinhage. Bislang hätten 24 (!) verschiedene Planungsbüros zugearbeitet, wobei man stets die Ergebnisse eines Fachbüros für einen Teilbereich mit der Arbeit der anderen Fachplaner abstimmen und koordinieren müsse. U.a. muss die Stadt für die Überwachung der Bauarbeiten einen "Baulärmverantwortlichen" benennen und die Lenkung des Verkehrs organisieren. Für Letzteres gibt es bereits 18 verschiedene Pläne. Allein die Lenkung des Verkehrs während des Kreiselbaus an der Bremer Straße/Steinbecker Mühlenweg/Seppenser Mühlenweg ist eine Wissenschaft für sich.
Ein weiterer wichtiger Punkt während der Bauarbeiten ist das Monitoring des Bahndamms. Mit speziellen Sonden wird gemessen, ob sich die Bahngleise auf der vielbefahrenen Strecke Bremen-Hamburg absenken. Für jeden Bauabschnitt ist eine maximale Absenkung festgeschrieben. Diese liegt bei höchstens 17 Millimetern. Wird dieser Wert überschritten, "wird der Bau sofort gestoppt. Dazu darf es nicht kommen", betont Steinhage. Allein das Gleismonitoring schlägt mit mehreren hunderttausend Euro Kosten zu Buche. Wenn alles glattläuft, soll der neue zweispurige Mühlentunnel Ende 2023 in Betrieb genommen werden.
• Wer sich über den Mühlentunnel-Neubau informieren will, sollte sich den Tag der offenen Tür der Stadt Buchholz anlässlich "60 Jahre Stadtrechte" vormerken: Am Samstag, 18. August, von 11 bis 16 Uhr in der Rathauskantine (Rathausplatz 1) werden Infotafeln aufgestellt. Zudem erklären die Experten aus der Stadtverwaltung über den Tag verteilt in drei jeweils rund zehnminütigen Vorträgen, welches die nächsten Schritte beim Mühlentunnel sind.