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Parkpalette statt Wald?

Drei Varianten für eine Parkpalette standen zur Wahl. Die Mehrheit favorisiert die Lösung 2 (blau) im Waldstück zwischen Krankenhaus im Norden und Schützenplatz im Süden (Foto: Grafik: Stadt Buchholz / Bearbeitung: MSR)
 
Das Waldstück links des Fußwegs soll für die Parkpalette weichen Foto: os

Diskussion um zusätzliche Parkplätze für das Krankenhaus Buchholz

os. Buchholz. Um die prekäre Parkplatzsituation am Buchholzer Krankenhaus zu entschärfen, soll eine Parkpalette gebaut werden. Die Mehrheit im Buchholzer Stadtrat empfiehlt als Standort ein Waldstück zwischen dem Sandparkplatz des Krankenhauses am Mühlenberg im Norden und dem Schützenparkplatz an der Richard-Schmidt-Straße im Süden. Der Stadtentwicklungsausschuss empfahl am Mittwoch mit großer Mehrheit einen entsprechenden gemeinsamen Antrag von CDU und SPD.
Laut Antrag soll die Stadtverwaltung weitere Planungen anschieben, die u.a. möglichen Bewirtschaftungsarten der künftigen Parkpalette umfasst und die größtmögliche Schonung bestehender Bäume in dem rund 3.500 Quadratmeter großen Plangebiet vorsieht. Dort stehen heute vor allem Ahornbäume, Eichen und Birken. Um die Planungen voranzutreiben, soll ein Sperrvermerk über Mittel in Höhe von 25.000 Euro im aktuellen Haushalt aufgehoben werden.
Wie berichtet, reichen die derzeit rund 550 Stellplätze rund um das Buchholzer Krankenhaus bei Weitem nicht aus, um die Fahrzeuge von Mitarbeitern und Besuchern aufzunehmen. Deshalb wurden drei mögliche Standorte für eine Parkpalette untersucht: Variante 1 sieht eine Palette mit 300 Stellplätzen auf dem jetzigen Sandparkplatz am Mühlenberg vor, Variante 2 die Palette im Waldstück mit 127 Stellplätzen und Variante 3 eine Palette auf dem Schützenplatz mit 180 Plätzen. Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Winsen und Buchholz, sprach sich in einer Informationsveranstaltung mit den Ratsmitgliedern offenbar sehr deutlich für die Variante 2 aus. Gegen Variante 1 spreche, dass das Krankenhaus den Sandparkplatz als potenzielle Erweiterungsfläche für Umbauten benötige (das WOCHENBLATT berichtete).
"Das Krankenhaus benötigt dringend neue Parkplätze. Da es für die Stadt Buchholz sehr wichtig ist, sollten wir noch vor der Sommerpause die Planungen vorantreiben", erklärte CDU-Ratsfrau Heike Meyer. Unterstützung erhielt die CDU von der SPD. Diese hatte bereits im vergangenen Jahr einen Parkplatz-Antrag gestellt, diesen aber zurückgezogen, nachdem die Verwaltung ein Gutachten hierzu angekündigt hatte. Dieses liege bis heute nicht vor, kritisierte Gudrun Eschment-Reichert. "Ich hatte erwartet, dass die Verwaltung mehr Initiative zeigt. Wir halten mehr Parkplätze am Krankenhaus für ausgesprochen dringlich", sagte die SPD-Ratsfrau. Aus beiden Anträgen formulierten SPD und CDU deshalb einen gemeinsamen Antrag.
Kritik kam von den Grünen und der FDP. Im Vorfeld seien die Alternativstandorte nur "pseudeoobjektiv" verglichen worden, erklärte Grünen-Politiker Frerk Meyer. Die Grünen favorisierten die Alternative 1, man müsse dann nur die Parkplatzprobleme während der Bauphase lösen. FDP-Ratsherr Dr. Martin Pries warnte davor, "dem Krankenhaus vorschnell das Waldgrundstück rüberzureichen." Er halte Krankenhaus-Chef Norbert Böttcher für einen "hervorragenden Krankenhaus-Manager, der ein Fuchs ist und uns über den Tisch zieht, wenn es dem Krankenhaus dient".
Die Stadt soll jetzt eruieren, welche Einnahmemöglichkeiten es für Buchholz bei der Bewirtschaftung einer Parkpalette gibt. Das Grundstück soll in Stadtbesitz bleiben. Der Bau der zweistöckigen Palette im Wald würde rund 1,3 Millionen Euro kosten.