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Einsatz für den Hausnotrufdienst

Dieter Steege ist für den Hausnotrufdienst unterwegs (Foto: Johanniter)
ah. Landkreis. Viele ältere Menschen möchten möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Mit Hilfe von Angehörigen, einem Pflegedienst und einem Hausnotruf kann dies in vielen Fällen gelingen. Dieter Steege arbeitet im Hausnotruf-Einsatzdienst der Johanniter im Regionalverband Harburg. Rund 1.700 Menschen im Landkreis Harburg und im Raum Süderelbe haben einen Notfallsender der Hilfsorganisation, den sie als Kette um den Hals oder als Armband tragen. Wie funktioniert der Hausnotruf? Wenn ein Betroffener den Notfallknopf drückt, wird automatisch eine Sprechverbindung zur Hausnotrufzentrale hergestellt, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche besetzt ist. Die Zentrale stellt dem Hilfesuchenden gezielte Fragen. Bei lebensbedrohlichen Situationen wird sofort der Rettungsdienst alarmiert, in allen anderen Fällen kommt der eigene Einsatzdienst. Dann startet Dieter Steege. Mit seinem Einsatzwagen fährt er im  Landkreis Harburg – von Hamburg-Finkenwerder bis Egestorf, von Hollenstedt bis in die Gemeinde Elbmarsch. Spätestens 45 Minuten nach der Alarmierung muss der 69-Jährige am Einsatzort sein.
Der überwiegende Teil der Einsätze erfolgt aufgrund von Stürzen. Oft verletzen sich die Senioren dabei und schaffen es nicht mehr, allein aufzustehen. Sie liegen hilflos in ihrer Wohnung. Für diesen Fall ist ein Wohnungsschlüssel beim Johanniter-Einsatzdienst deponiert. So muss kein Schlüsseldienst beauftragt werden und Steege kommt sofort in die Wohnung. Was ihn dort erwartet, weiß er nie genau. Zwar hat ihm die Zentrale in Kurzform den Fall geschildert, wie es aber tatsächlich um den Hilfesuchenden steht, das erfährt Steege erst, wenn er ihn sieht.
Die schönsten Einsätze sind für den Hausnotruf-Mitarbeiter die, bei denen nichts Ernsthaftes passiert sei. "Wenn ein Patient gestürzt ist, sich nicht verletzt hat, ich ihm nur hochhelfen muss und er dann dankbar ist – das ist wunderbar", sagt Steege. Manchmal muss er auch den Rettungsdienst alarmieren, damit der Patient im Krankenhaus durchgecheckt wird.Oft bedanken sich nach Einsätzen die Angehörigen ebenfalls bei ihm. Doch der Johanniter kennt auch andere Situationen: "Wenn wir zum Einsatz gerufen werden und sehen, dass Menschen auf dem Weg in die Verwahrlosung sind, weil sich niemand um ihn kümmert. Es gibt Fälle, in denen es die gesundheitliche Situation nicht zulässt, dass ein Mensch allein lebt – und er tut es trotzdem."
Steege ist Feuerwehrbeamter im Ruhestand und übernimmt bei den Johannitern 24-Stunden-Bereitschaftsdienste. Zwischen drei und fünf Einsätze arbeitet er in dieser Zeit durchschnittlich ab. "Während der Bereitschaft bin ich zu Hause – der Einsatzwagen steht vor der Tür, so dass ich sofort starten kann, wenn ein Anruf erfolgt."
Der Tipp von Diter Steege: "Menschen, die im Hausnotruf-Einsatzdienst arbeiten, sollten empathisch sein, zuhören und sich organisieren können. Von der medizinischen Seite sollten sie über eine sanitätsdienstliche Ausbildung verfügen oder sich von der Johanniter-Unfall-Hilfe entsprechend ausbilden lassen. Die Kosten werden übernommen."