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Der sichere Einstieg in die Vielseitigkeit

Bundestrainer Hans Melzer und Nachwuchsreiterin Lena Reinstorf auf dem wackeligen Holzpferd (Foto: FN-Archiv/Thomas Ix)

REITSPORT: Gelungenes Seminar im Ausbildungszentrum Luhmühlen


(cc). „Start frei – im Cross dabei“ lautete das Motto des Seminars im Ausbildungszentrum in Luhmühlen,(AZL) bei dem sich auf Einladung der Deutschen Reitlichen Vereinigung (FN) und der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport zahlreiche Besucher den Einstieg in die Vielseitigkeit erklären ließen. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Sport sicherer zu machen – durch gute Ausbildung, passende Ausrüstung und die Weiterentwicklung im Geländeaufbau“, erklärte Philine Ganders-Meyer, Vielseitigkeits-Koordinatorin des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei.
„Vielseitigkeitsreiten beginnt damit, über einen Baumstamm zu springen“, erklärte AZL-Ausbildungsleiter Michael Meier. Wie das am besten geht, zeigten gleich zu Beginn Nike Meier mit Sammy Joe, Smilla Phillipp mit Orly, Lena Reinstorf mit Mariestad und Greta Tidow mit Steendiek Mac Diamond mit ihren Ponys. Unter Anleitung von Sandra Auffarth, Mannschafts-Olympiasiegerin und Doppelweltmeisterin von 2014, und Bundestrainer Hans Melzer lernten sie, dass es im Geländereiten vor allem darauf ankommt, unterschiedliche Sitzpositionen im Sattel einnehmen zu können. „Wichtig ist, dass ihr immer gut in der Balance seid und euer Pferd oder Pony möglichst wenig stört“, so Auffarth. Für die jungen Reiter hieß das, Bügel kürzer schnallen und beim Springen den Oberkörper aufrechter zu halten als im Parcoursspringen. „Die Faustregel heißt ‚Fuß vor Knie‘“, erklärte Melzer. „Schaut beim Springen nicht nach unten, sondern merkt euch einen Punkt am Horizont. Das hilft, um im Gleichgewicht zu bleiben.“
Nicht mehr nur hoch, weit und breit sind die Hindernisse im modernen Geländekurs, sondern vielfach schmal und schräg. Wie man lernt, sie richtig anzureiten, demonstrierten Antonia von Baath mit Chance Choice, Anna Lafrenz mit Weingräfin und Sabrina Siemsglüß mit Emily Erdbeer.
Ohne echte Geländehindernisse haben die Teilnehmer unter der Anleitung von Mannschaftsolympiasieger und Landestrainer Claus Erhorn bewiesen, dass bunte Stangen, Tonnen und sogar Stühle genügen, um sich auf spezielle Aufgaben im Gelände vorzubereiten und damit die Winterarbeit in der Halle abwechslungsreicher zu gestalten. In Luhmühlen feierte auch der „Rocking Movie“, ein auf einem Kugelkopfgelenk gelagertes Reitlehrgerät, eine Weltpremiere. Auf ihm können Reiter lernen, sich in unterschiedlichen Positionen auszubalancieren. „Der Entwicklung solcher Reitlehrgeräte, aber auch die Erforschung deformierbarer Hindernisse oder Seminare wie dieses sind Teil des Projektes Mit Sicherheit besser reiten der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport“, erklärte Philine Ganders-Meyer, die den Prototyp aus Warendorf mitgebracht hatte. Ein wichtiger Aspekt für die Sicherheit ist neben Ausbildung und Training auch die richtige Ausrüstung“, erklärte Dr. Manfred Giensch, Mannschaftsarzt des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei. „Bei der Auswahl von Helm und Schutzweste sollten, wenn nötig, drei bis vier Modelle getestet werden.“ Den krönenden Abschluss der praktischen Vorführungen bildeten Nikolai Aldinger mit Firefly und Paula Reinstorf mit Magic Blüte, die in der Halle einen kompletten Stilgeländeritt präsentierten, der anschließend von Dietmar Hogrefe aus Richtersicht und Hans Melzer aus Trainersicht kommentiert und bewertet wurde.