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Hortensie und Rausch: Das ist eine Fiktion

Die Hortensiendiebe sind für ihren Raubzug sogar nachts die Böschung heraufgeklettert - vergeblich, Hortensien sind kein Rauschmittel Foto: tk
Erneut dreister Hortensien-Klau in Buxtehude

tk. Buxtehude. Es war offenbar eine reiche Ernte: Vor kurzem haben Unbekannte auf dem Grundstück einer WOCHENBLATT-Leserin im Buxtehuder Süden 20 Hortensienbüsche rasiert. Auch auf Nachbargrundstücken seien sie aktiv gewesen, berichtet die Leserin. Die Pflanzendiebe zeigten dabei Einsatz und Risikobewusstsein. "Sie sind sogar die Böschung raufgekrabbelt", so die Buxtehuderin, deren Garten von einem Wall eingefasst wird, "und haben auch vor einem Busch mit nächtlicher Dauerbeleuchtung nicht halt gemacht." Für die Hobbygärtnerin war es nicht der erste ungebetene Besuch von Hortensiendieben: "Letztes Jahr war Ruhe, in den zwei Jahren zuvor sah es so aus wie jetzt."

Stellt sich die Frage: Wirken Hortensien, die immer wieder gestohlen werden, tatsächlich als Rauschmittel mit Cannabis-ähnlicher Wirkung?
Sabine Auf dem Felde leitet den "Verein für Sozialmedizin" in Stade, der sich um Sucht und Abhängigkeit kümmert. Sie kennt Konsumenten von Hortensien-Bestandteilen, die meistens geraucht oder als Tee konsumiert werden. "Es sind vor allem junge Leute, die das probieren und die berichten, dass es eine berauschende Wirkung gibt." Grundsätzlich rät sie auch von Rauschmitteln ab, die legal sind. Bei Mischungen zum Beispiel wisse niemand, was genau enthalten sei.

Die Polizei geht allerdings davon aus, dass der "Hortensien-Rausch" mehr Fiktion als Wirklichkeit ist. Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach hat beim Landeskriminalamt (LKA) in Hannover nachgefragt. Dort hat ein Experte sich bereits 2011 intensiv damit befasst. Zentrales Ergebnis: Die in Deutschland wachsende Gartenhortensie besitzt keine psychoaktiven Inhaltsstoffe. Sprich: Kein Rausch nach Hortensienkonsum! Allerdings könne das Rauchen gefährliche Auswirkungen haben, denn es können Blausäureverbindungen entstehen, die toxische Effekte besitzen. Über lebensbedrohliche Zustände sei dem LKA aber nichts bekannt, so Bohmbach.

Bleibt wohl nur der Appell von Hobbygärtner an "Hortensien-Kiffer". Wenn es nichts bringt, lasst die Büsche doch einfach in Ruhe.