"Beweislast ist erdrückend": Hausdurchsuchungen im Umfeld der "Elbstrand Resort"-Planer

Das Elbstrand Ressort während der Bauphase: Ab Mai sollen alle Hotelzimmer und Ferienwohnungen vermietet werden
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tk. Landkreis. Die Beweislast soll erdrückend sein, so Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas. Am Donnerstag wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade sieben Wohnungen und Geschäftsräume in Drochtersen, Stade und Buxtehude durchsucht. Es laufen Ermittlungen gegen vier Beschuldigte. Einer davon ist Rigo Gooßen, Steuerberater und Fußball-Manager bei D/A. Der zentrale Vorwurf lautet auf Prozessbetrug.

Und darum geht es: Um das neue Feriendomizil "Elbstrand Resort" auf Krautsand bauen zu können, benötigten die Investoren um Rigo Gooßen ein Grundstück, auf dem ein vermietetes Haus stand. Der Mieter soll sich aber geweigert haben auszuziehen - trotz lukrativer Entschädigungsangebote.

Ein im beruflichen Umfeld von Gooßen tätiger Mann (29) soll daraufhin das Haus gekauft haben. Er klagte auf Räumung wegen Eigenbedarf und am Ende zog der Mieter aus. Das ist der entscheidende Verstoß: Weil der 29-Jährige nach Überzeugung der Ermittlungsbehörden nie beabsichtigt habe dort selbst zu wohnen, geht es um Prozessbetrug. Das Haus soll nämlich anschließend sofort an die Bauherren des Elbstrand Resorts zurückverkauft worden sein. Im Visier der Ermittler ist daher auch der Anwalt, der den 29-Jährigen vor Gericht vertrat. Zudem soll Gooßen die Kaufsumme, es ist von 200.000 Euro die Rede, dem 29-Jährigen zur Verfügung gestellt haben. Das Haus sei nur gekauft worden, um Eigenbedarf geltend zu machen, was faktisch jedoch nur ein Vorwand gewesen sei, um das Resort-Projekt realisieren zu können, so Breas. Aufgrund der Geldflüsse an den 29-Jährigen sollen die Ermittlungen durch den Hinweis einer Bank in Gang gekommen sein. Die Ermittlungen richten sich jetzt gegen Gooßen, den Anwalt, der in Buxtehude tätig ist, einen Geschäftsführer des Elbstrand Ressorts sowie gegen den Hauskäufer.

"Die Beschuldigten waren sich offenbar nicht bewusst, dass sie sich durch ihr Handeln strafbar gemacht haben", erklärt Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas. Allerdings sei nach einer ersten Sichtung des Unterlagen nach der Durchsuchung das Beweismaterial erdrückend.

Für die Beschuldigten haben die Ermittlungen jetzt schon spürbare finanzielle Konsequenzen. "Wir haben einen sechsstelligen Betrag gesichert", so Breas. Hintergrund: Durch den mutmaßlichen Prozessbetrug sind die potentiellen Einnahmen durch das Resort sehr viel höher als die durch die Vermietung des ursprünglichen Hauses. Der daraus gewonnene Vermögensvorteil werde gesichert, so der Oberstaatsanwalt, Ziel sei es, einen hohen sechstelligen Betrag einzuziehen.
Im Zuge der Auswertung beschlagnahmter Unterlagen hat sich nicht nur der Verdacht erhärtet, es könne laut Breas auch zu einer Erweiterung der Vorwürfe auf gewerbs- oder bandenmäßigen Betrug kommen. Darauf steht eine Strafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Rigo Gooßen erklärte gegenüber dem WOCHENBLATT, dass er von den Beschuldigungen überrascht worden sei. "Wir sind der Auffassung, dass alles korrekt gelaufen ist." Außerdem werde er dazu beitragen, dass die Vorwürfe aufgeklärt würden.

• "Das Elbstrand Resort" ist eine Hotel- und Ferienwohnungsanlage auf der Elbinsel Krautsand. Der erste Bauabschnitt mit 37 Appartments und dem Bistro "StrandZeit", wurden schon eröffnet. Die Anlage liegt direkt am Krautsander Strand.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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