Falschgeld im Darknet gekauft: Falsche Fuffziger wurden sehr teuer

Zahlen mit Falschgeld wird teuer bestraft  Foto: tk
  • Zahlen mit Falschgeld wird teuer bestraft Foto: tk
  • hochgeladen von Tom Kreib

Keine schlaue Idee! Harsefelder bestellte Falschgeld im Darknet

tk. Buxtehude. Neugierde und Mut, etwas Neues zu wagen, sind eigentlich positive Eigenschaften. Für einen Mann (24) aus Harsefeld endete seine Entdeckungsreise ins Darknet, die halblegale Seite des Internet, allerdings vor dem Schöffengericht des Amtsgerichtes Buxtehude. Er muss eine saftige Geldstrafe von 6.300 Euro bezahlen, weil er gefälschte 50-Euro-Scheine in Umlauf gebracht hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar eine Haftstrafe gefordert. Die Geldnoten hatte der Angeklagte im Darknet gekauft.

Der Mann räumte gegenüber dem Gericht die Vorwürfe ein. "Ich wollte mir selbst ein Bild vom Darknet machen", sagte er. In einem Shop sei das Falschgeld das günstigste Angebot gewesen. "Da soll es sogar Auftragskiller geben", drückte er seine Verwunderung über scheinbar unbegrenzten illegalen Einkaufsspaß aus. Er überwies 40 Euro auf ein zypriotisches Konto und bekam dafür 30 falsche 50-Euro-Scheine. Auf den ersten Blick ein "echtes Schnäppchen", denn bestellt hatte er nur 25 gefälschte Banknoten. "Ich hätte auch nicht gedacht, dass das wirklich klappt", erklärte er dem Gericht. Doch das Falschgeld landete tatsächlich in seinem Briefkasten.

Eigentlich wollte er die Fälschungen auch gar nicht in Umlauf bringen, sagte der 24-Jährige. Das fand Richter Erik Paarmann jedoch wenig überzeugend. "Sie hatten den Vorbehalt, damit auch loszugehen." Geldprobleme habe er keine, versicherte der Angeklagte. Aufgrund zweier Schicksalsschläge habe er aber eine "Scheiß-egal-Haltung" entwickelt und die Fälschungen dann doch ausgegeben, erklärte der junge Mann dem Gericht.

So richtig clever war sein Vorgehen dabei nicht. Er kaufte zwei Mal mit dem Falschgeld Kleinigkeiten in Harsefeld ein. Beim dritten Mal prüfte die Kassiererin die Note und erkannte die Fälschung. In diesem Geschäft war der junge Mann mit Namen und Anschrift bekannt. Damit war er aufgeflogen und die Polizei stand mit einem Durchsuchungsbeschluss vor seiner Tür.

Der Beamte der Polizeiinspektion Stade sagte als Zeuge vor Gericht aus. Der Angekagte habe seine Geldbörse mit dem Rest des Falschgeldes sofort ausgehändigt. Während der Vernehmung habe er zudem erklärt, einige Scheine weggeworfen zu haben, weil er sich beim ersten Falschgeld-Einkaufsbummel doch nicht getraut habe, die Scheine einzusetzen.
Der Staatsanwalt schoss in seinem Plädoyer scharf: Er forderte ein Jahr und sieben Monate Haft, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Eine solche Tat gefährde das Währungssystem der Bundesrepublik "nicht unerheblich".

"Von dieser Härte bin ich überrascht", setzte die Anwältin Sabine Hippert-Otromke dagegen. Sie betonte, dass ihr Mandant nicht mit krimineller Energie gehandelt habe und daher von einem minder schweren Fall ausgegangen werden könne. Sie forderte eine Geldstrafe von 1.300 Euro.

Das Gericht hielt dem Angeklagten sein Geständnis und das Fehlen jeglicher Vorstrafen zu Gute. Zudem sei der Schaden gering. Aber: "Wer Falschgeld bestellt, will es auch benutzen", urteilte das Schöffengericht und verhängte die hohe Geldstrafe von 6.300 Euro (180 Tagessätze zu 35 Euro), die in Monatsraten von 150 Euro bezahlt werden kann.

• Das Darknet ist die sogenannte dunkle Seite des Internet. Nur mit speziellen Browsern, die schwer nachverfolgt werden können - und die vollkommen legal sind -, können diese Seiten im Netz angesteuert werden. Das ist unter anderem für Menschen wichtig, die in Diktaturen leben und nur so Informationen austauschen können. Auf der anderen Seite ist das Darknet ein Tummelplatz für Kriminelle. Das WOCHENBLATT hatte vor rund zwei Jahren ausprobiert, wie schnell theoretisch ein Nutzer eine Waffe kaufen könnte. Es brauchte nur zehn Minuten.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

Panorama
Stramme Waden und äußerst fesche Dirndl: Die WOCHENBLATT-Leser zeigen, dass auch Norddeutsche im zünftigen Oktoberfest-Outfit eine sehr gute Figur machen. Zudem so originell wie dieses „O' zapft is!“-Foto
30 Bilder

Schöner geht es kaum
Das sind die Gewinner der Foto-Aktion im WOCHENBLATT: Zeigt uns eure Waden!

(tw). Was für eine überwältigende Resonanz: Sie, liebe WOCHENBLATT-Leser, haben uns wirklich sehr schöne Fotos von ihren "Wadln" geschickt und sind oftmals sogar extra in Dirndl und Krachlederne geschlüpft. Dies machte die Entscheidung so schwer, dass das WOCHENBLATT-Redaktionsteam den Lostopf aktivierte und die Gewinner daraus zog. Die drei zünftigen Oktoberfestpakete für je drei bis fünf Personen erhalten - - im Landkreis Harburg:  Uwe Kugel aus Buchholz, Maike Häcker aus Holm-Seppensen...

Panorama
"Inspirierender Abend": Auch Empore-Chef Onne Hennecke (li.) war beeindruckt vom Gastspiel des Filmproduzenten, Autors und TV-Moderators Hubertus Meyer-Burckhardt
3 Bilder

Interview mit dem Filmproduzenten, Autor und TV-Moderator
Hubertus Meyer-Burckhardt las in Buchholz aus neuem Buch

ce. Buchholz. "Seine NDR-Talkshow ist eine TV-Instanz wie die Tagesschau und der 'Tatort'": So fulminant kündigte Onne Hennecke, Geschäftsführer des Buchholzer Veranstaltungszentrum Empore, Hubertus Meyer-Burckhardt (64) an, als der dort am Mittwoch aus seinem neuen Buch "Diese ganze Scheiße mit der Zeit - Meine Entdeckung des Jetzt" (ISBN 978-3-8338-7037-8) las. Es war die erste Veranstaltung in der Empore nach halbjähriger Corona-Pause vor - wenn auch reduziertem - Publikum. Eine bei...

Politik
Klaus-Jörg Bossow, Geschäftsführer der kreiseigenen Rettungsdienstgesellschaft

Einstimmiger Beschluss
Unterversorgt: Landkreis Harburg will zusätzlichen Notarzt

(ts). Der Landkreis Harburg sieht den dringenden Bedarf für ein zusätzliches Notarztfahrzeug im 24-Stunden-Betrieb in seinem Gebiet. Die Kreisverwaltung wird deshalb in Verhandlungen mit den Krankenkassen treten, die die Kosten übernehmen müssten. Den Auftrag dazu hat der Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz des Kreistags am vergangenen Dienstag einstimmig erteilt. Das politische Mandat, der Bedarfsfeststellungsbeschluss des Kreistags, gilt als hilfreich bei den Verhandlungen mit den...

Blaulicht

Prozess vor dem Amtsgericht Buxtehude
Versuchter Missbrauch und Kinderpornos: 1.500 Euro Strafe

tk. Buxtehude. Wenn der Richter eindringlich nachfragt, ob der Angeklagte viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, etwa als Jugendtrainer, und die Anklage auf den Besitz von Kinder- und Jugendpornographie lautet, dann sollte der Mann auf der Anklagebank ahnen, dass eine Geldstrafe noch ein relativ milder Schlussstrich unter einem Verfahren ist. In Buxtehude wurde ein 56-Jähriger wegen Besitzes dieser Pornos zu 60 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt.   Bei dem Buxtehuder, der ohne...

Blaulicht

zehn tage Bauarbeiten
A7 im Horster Dreieck wird in Richtung Hamburg gesperrt

(ts/ce). Wegen Fahrbahnerneuerungsarbeiten wird die A7 im Bereich des Horster Dreiecks in Richtung Hamburg von Montag, 21. September, 7 Uhr, bis voraussichtlich Mittwoch, 30. September, 18 Uhr, voll gesperrt. Das teilt das Landesstraßenbauamt mit. Die Umleitung erfolgt innerhalb des Autobahnnetzes: Der Kraftfahrzeugverkehr wird für die Dauer der Bauarbeiten ab dem Horster Dreieck über das Maschener Kreuz auf die Autobahn 1 in Fahrtrichtung Bremen bzw. auf die Autobahn 39 und anschließend auf...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen