tk. Buxtehude. Die meiste Zeit ging fürs Warten drauf: Vor dem Amtsgericht Buxtehude waren drei Männer wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung angeklagt. Allerdings fehlte anfangs der Hauptbelastungszeuge. Nachdem der doch noch erschienen war, aber von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht hatte, wurde das Verfahren gegen die drei Männer aus Buxtehude eingestellt. Damit wurde der letzte juristische Schlussstrich unter eine Gewalttat gezogen, die sich bereits im August 2013 ereignet hatte.

Rückblick: Damals gerieten Mitglieder der inzwischen aufgelösten Bruderschaft "Original Gangster" (OG) in Buxtehude an der Sagekuhle mit anderen in eine handfeste Keilerei, bei der auch Baseballschläger zum Einsatz kamen. Zwei Brüder, die jetzt vor dem Amtsgericht aussagen sollten, gehörten zu den Opfern. Von den Tätern wurden zwei - auch wegen anderer Delikte - zu Haftstrafen verurteilt, ein Dritter erhielt eine Bewährungsstrafe.

Zwei der jetzt Angeklagten erschienen ohne Anwalt, der Dritte wurde von Lorenz Hünnemeyer verteidigt. Der wies mit Nachdruck auf ein Kuriosum hin: Das Opfer, das als Hauptbelastungszeuge aussagen sollte, hatte seinen Mandaten - und die beiden Mitangeklagten - erst bei der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Stade gegen die anderen drei Männer als Täter benannt. Der Strafverteidiger hatte arge Zweifel am Wahrheitsgehalt der Beschuldigung. Dabei, so Hünnemeyer, sei sein Mandant als Zuschauer beim ersten Prozess im Amtsgericht Buxtehude dabei gewesen. "Der Zeuge hätte damals nur auf meinen Mandanten zeigen müssen", so Hünnemeyer.

Dieses Mal wollte sich der Zeuge nicht mehr äußern. "Ist schon alles schlimm genug. Ich will das jetzt gut sein lassen", so der 33-Jährige. Um sich nicht eventuell selbst wegen einer vorher falschen Aussage zu belasten, durfte er schweigen. Auch der Bruder des Mannes, 2013 ebenfalls eines der Opfer, nutzte sein Aussageverweigerungsrecht. Damit war der Fall erledigt. Verfahren eingestellt.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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