Landhof: Artenschutz, Nachhaltigkeit und Milch von glücklichen Kühen
Bauernhofidylle anstatt Massentierhaltung in Neu Wulmstorf

WOCHENBLATT-Redakteurin Susanne Laudien war bei der Geburt des Kälbchens dabei, das dann nach ihr benannt wurde
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sla. Neu Wulmstorf. Letzte Woche hat die Niedersächsische Landesregierung die Vereinbarung "Der niedersächsische Weg" unterzeichnet und sich mit Bauern und Naturschützern auf neue Ziele für den Artenschutz verständigt. Bereits vor sieben Jahren begann der Neu Wulmstorfer Thomas Hauschild, gelernter Koch und erfolgreicher Unternehmer (Zum Dorfkrug, Sylter Salatfrische), seinen Traum von naturnaher Landwirtschaft zu verwirklichen - und wurde anfangs belächelt.

Wohl der Tiere steht im Mittelpunkt

Jetzt ist sein Landhof im Süden Neu Wulmstorfs fast fertig: Rassen alten Ursprungs wie Bunte Bentheimer Schweine, Angler Rotvieh, Holsteiner Schwarzbunte, Welsh Black, Texas Longhorns sowie Katzen, Hühner und Zwergziegen leben hier und zeichnen sich durch Robustheit und Widerstandsfähigkeit aus. Das Wohl der Tiere steht im Mittelpunkt - mit viel Bewegung, artgerechten Gruppengrößen, gesundem Futter und respektvollem Umgang.

Die Milchviehrasse Angler Rotvieh alter Zuchtrichtung gilt als gefährdete Nutztierrasse und zählt nicht zu den sogenannten Hochleistungskühen. "Wir schätzen aber die Qualität dieser Milch mit ihrem höheren Fettgehalt und nehmen die geringere Milchmenge gern in Kauf", sagt Thomas Hauschild. Auch die Futterzusammensetzung auf dem Landhof sei für eine hohe Milchqualität ausgelegt und nicht für die höchste Milchmenge. Durch den Anbau von nahrhaften Gräsern, Kräutern und Feldfrüchten wird dafür gesorgt, dass es auf den Weiden gesunde Nahrung gibt. Dadurch haben die Tiere Beschäftigung und Bewegung an der frischen Luft.

High-Tech im Kuhstall

Herzstück auf den weitläufigen Weideflächen ist ein 100 Meter langer Stall für bis zu 120 Milchkühe. Eine Seite ist komplett offen, die andere Seite kann zum Schutz vor schlechtem Wetter mit Jalousien geschlossen werden. Der Liegebereich wird regelmäßig gereinigt und mit frischem Stroh eingestreut. Die Kühe bedienen sich am Futtertisch mit frisch gemischten Leckerbissen wie Gras- und Maissilage, Strohanteilen, Mineralfutter, Rübenschnitzel, Mais- und Rapsschrot. Die Milchkühe haben ein Drittel mehr an Stallfläche als konventionell gehaltene Tiere (12 Quadratmeter pro Kuh, anstatt der vorgeschriebenen acht) und sind an mindestens 200 Tagen im Jahr auf der Weide. Damit darf die Milch offiziell als Weidemilch bezeichnet werden.

Jede Kuh entscheidet selbst, wann sie gemolken werden will

Die automatisierte Melkstation ist frei zugänglich, sodass jede Kuh selbst entscheiden kann, wann sie gemolken werden möchte. Durch einen Chip am Halsband der Kühe erkennt der Melkroboter, welche Kuh gerade im Melkstand steht. Neben ihrem Namen werden auch Informationen wie Maße des Euters für die genaue Positionierung der sogenannten Melkbecher gespeichert. Der Melkroboter übernimmt auch das Reinigen der Zitzen automatisch, denn Sauberkeit ist beim Melken oberstes Gebot. Im Durchschnitt werden die Kühe auf diese Weise dreimal pro Tag gemolken.

Nach dem Melken wird die Milch sofort in einem großen Kühltank in den rund zwei Kilometer entfernten Zum-Dorfkrug-Produktionsbetrieb im Neu Wulmstorfer Gewerbegebiet geliefert und hier in der Milch-Aufbereitungsanlage für die Verarbeitung zu Milchdesserts aufbereitet. 1,6 Millionen Liter Milch pro Jahr erzeugt der Landhof gemeinsam mit seinen Partnerhöfen in der Umgebung.

"Viele haben mich für verrückt erklärt"

Die Arbeit auf dem Landhof übernimmt ein starkes Team erfahrener Landwirte, das sich täglich für das Wohl der Tiere einsetzt, dazu gehört auch Hauschilds Tochter Lea, die ökologische Landwirtschaft studiert. „Viele haben mich für verrückt erklärt, als mir die Idee kam, einen Bauernhof zu gründen“, so Hauschild. „In einer Zeit, in der die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe rückläufig ist und die Milchpreise fallen, einen Hof zu errichten, der seinen Fokus allein auf Qualität, nachhaltige Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung setzt – das ist ein Experiment, aber wir gehen diesen Weg mit großer Zuversicht", so der 55-Jährige. Auf dem Gelände wurde eine bienenfreundliche Wiese angesät, die demnächst blüht, und rundherum Obstbäume gepflanzt, demnächst kommt noch eine Hecke aus heimischen Gehölzen dazu und Nistkästen.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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