Baumfrevel: Grüne legen nach, kritisieren Unterhaltungsverband

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"Man schaut doch zuerst, was man nicht darf"

bc. Stade-Hagen. Die Baumfällungen im Naturschutzgebiet (NSG) Steinbecktal (das WOCHENBLATT berichtete) dürfen sich nicht wiederholen. Das macht die Grünen-Kreistagsfraktion in einem Statement nochmals deutlich. Fraktionschefin Verena Wein-Wilke ist fassungslos, dass 14 Jahre nach Ausweisung des Steinbecktals als NSG dem Unterhaltungsverband Schwinge die Schutzverordnung im Detail noch nicht bekannt zu sein scheint.
„Jeder weiß doch, dass Naturschutzgebiete einen hohen Schutzstatus genießen. Wenn man in einem Schutzgebiet etwas vorhat, dann schaut man doch zuerst in die Verordnung und klärt, was darf ich, was darf ich nicht“, wundert sich Wein-Wilke.
Die Fällungen von mehr als 50 Bäumen veranlasste der Unterhaltungsverband Schwinge. Die sogenannte "Unterhaltungsmaßnahme" war jedoch nicht genehmigt und wäre in dieser Form auch nicht genehmigungsfähig gewesen. Zur Zeit läuft ein Anhörungsverfahren, der Landkreis wird voraussichtlich ein Bußgeld und die Wiederherstellung anordnen, wie Kreisbaurat Hans-Hermann Bode im jüngsten Kreis-Umweltausschuss anklingen ließ.
Wein-Wilke: „Die Untere Naturschutzbehörde sollte diesen Vorfall zum Anlass nehmen und den Informationsstand der Unterhaltungsverbände über die Naturschutzgebiete im Landkreis mit ihren Verordnungen auffrischen".
Unterdessen hat der frühere Stader Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms den Unterhaltungsverband ein Stück weit verteidigt: "Wer die Situation an der Schwinge kennt, weiß um den Ärger mit den Oberliegern, was bei entsprechenden Witterungsverhältnissen die Entwässerung angeht." Es dauere sehr lange bis das Wasser aus Fredenbeck in Stade ankomme.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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