Das "Haus der Diakonie" wird saniert
Buxtehuder Tafel für ein Jahr im Übergangsquartier

Ein Teil der Ehrenamtlichen der Tafel (v.li.): Heino Wehmeyer, Karin Singer, Pastor Michael Glawion, Hannelore Hesse und Heiderun Lund Fotos: tk
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tk. Buxtehude. Der Umzug in ein provisorisches Domizil muss nicht nur mit Nachteilen verbunden sein: "Wir haben hier mehr Platz", sagen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Buxtehuder Tafel über ihr Übergangsquartier "Zum Fruchthof 6". Das Gebäude der Diakonie an der Harburger Straße wird saniert und daher musste auch die Tafel bis voraussichtlich Frühjahr 2022 weichen. "Wir sind dankbar, dass wir ein Ausweichquartier gefunden haben", sagt Pastor Michael Glawion.

Was derzeit besser ist: Die Wege zum Packen der Lebensmittel-Tüten sind kürzer und der Platz, um die Waren zu sortieren, ist größer. "Das hat durchaus Vorteile", sagt Karin Singer.  Gleichwohl blendet das Tafel-Team die Nachteile nicht aus: Vom zentralen Standort in Altstadtnähe ist die Tafel an den Stadtrand in das ehemalige Gebäude von "Crane", schräg gegenüber vom Autohaus Eberstein, gezogen. Für manche der Kundinnen und Kunden bedeutet das einen längeren Weg.

Hilfe kommt allerdings vom Lions Club Buxtehude. Der wird Busfahrkarten finanzieren, so dass Tafel-Kunden, die nicht mobil sind, weiterhin die beiden Ausgabetage nutzen können. Auch aus der Politik liegen Anträge von Grünen und CDU vor, der Tafel bzw. deren Kunden zu helfen.

Das Tafel-Team ist aus den vergangenen Monaten ohnehin erprobt, was Umbrüche betrifft. Es gehörte vor Corona zum Grundsatz, dass sich die Tafel-Kunden selbst die Waren aussuchen konnten. Seit Beginn der Pandemie geht das nicht mehr. Jetzt werden Tüten gepackt. "Das ist ein Kompromiss, aber anders geht es derzeit nicht", so Michael Glawion. Dafür fällt derzeit der kleine, symbolische Obolus weg, den die Kunden sonst entrichtet haben.

Wichtig ist, dass es weitergeht - während der Pandemie und auch im Übergangsquartier. Denn: Die Zahl der Menschen, die auf die Tafel angewiesen sind, ist nicht gesunken. Es sei schon spürbar, dass sich in einigen Fällen die Kurzarbeit bemerkbar mache. Egal, ob Familien, Senioren, Geflüchtete oder Alleinerziehende - viele Menschen in Buxtehude sind auf die Tafel angewiesen. Und vermutlich sind es deutlich mehr, als tatsächlich kommen. Es sei mitunter schambehaftet, den Gang zur Tafel anzutreten. Das haben die Ehrenamtlichen in vielen Gesprächen gehört.

Die Tafel ist von der Harburger Straße vorübergehend "Zum Fruchthof" umgezogen
  • Die Tafel ist von der Harburger Straße vorübergehend "Zum Fruchthof" umgezogen
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Genau das fällt aber Corona-bedingt jetzt zu oft unter den Tisch: der direkte Draht, das Gespräch mit- und untereinander. Die Tafel ist eben sehr viel mehr als "nur" eine Verteilstation für Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden.
Wenn alles nach Plan läuft, wird die Buxtehuder Tafel im April 2022 wieder an die Harburger Straße zurückziehen. Das alte Domizil soll dann ein neues sein. Das, was an baulichen Gegebenheiten die Arbeit ein Stück weit beeinträchtigte, soll dann verschwunden sein. Die alten Tafelräume, sie waren ursprünglich eine Wärmestube für obdachlose Menschen, waren schließlich auch nicht für das gedacht, was sie heute sind: eine Anlaufstelle für 800 Menschen.

Ein Teil der Ehrenamtlichen der Tafel (v.li.): Heino Wehmeyer, Karin Singer, Pastor Michael Glawion, Hannelore Hesse und Heiderun Lund Fotos: tk
Die Tafel ist von der Harburger Straße vorübergehend "Zum Fruchthof" umgezogen
Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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