"Der Krieg hat nach wie vor das Gesicht des Todes"

Der graue Novembermorgen sorgte für den passenden Rahmen zum Volkstrauertag
  • Der graue Novembermorgen sorgte für den passenden Rahmen zum Volkstrauertag
  • hochgeladen von Björn Carstens

bc. Buxtehude. Der Klang des Posaunenchors, eingebettet in einen tristgrauen Novembermorgen, gab dem Volkstrauertag den passenden Rahmen. Mit Kranzniederlegungen und einer Feierstunde wurde am Sonntag im Buxtehuder Stadtpark der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Auch Buxtehudes Erste Stadträtin und Bürgermeister-Kandidatin Katja Oldenburg-Schmidt legte einen Kranz nieder. Am Volkstrauertag wird in Deutschland alljährlich an die Toten beider Weltkriege und der Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

Oliver Friedrich, Pastor der St.-Petri-Kirchengemeinde, zog diesmal auch die Bundeswehr in seine Rede mit ein: "Sie ist längst wieder zu einer Einsatzarmee geworden. Seit 1992 starben 102 Bundeswehrangehörige." 37 Soldaten fielen durch Fremdeinwirkung, 65 kamen durch sonstige Umstände ums Leben und weitere 20 Personen töteten sich während ihres Auslandseinsatzes selbst, wusste Friedrich zu berichten. Der Volkstrauertag 2013 sei deshalb für ihn ein Tag des Erinnerns an vergangene und an gegenwärtige Kriege. "Es ist gut, sich nicht nur an die Opfer der großen Kriege des letzten Jahrhunderts zu erinnern. Es ist auch wichtig, sich an die zu erinnern, die irgendwo auf der Welt ihren Dienst im Rahmen der internationalen Verpflichtungen unseres Landes tun", so der evangelische Kirchenmann.

Die im Stadtpark anwesenden Militärvertreter dankten Friedrich, dass "am Volkstrauertag endlich auch mal die Bundeswehr erwähnt wurde". Immerhin beteiligen sich zurzeit etwa 5.200 Soldaten an Einsätzen im Ausland. "Der Krieg hat nach wie vor das Gesicht des Todes und des Leidens - auch dann, wenn wir hier in unserem Frieden nicht allzu viel davon spüren und nur durch Fernsehbilder einen Eindruck von der Fratze der Gewalt bekommen, die überall auf der Welt wie ein Krebsgeschwür zu wuchern scheint", sagte Friedrich.

Worte, die nachwirken. In den Köpfen der jungen Leute scheint der Volkstrauertag aber vollkommen verschwunden zu sein. Nicht mal eine Handvoll Jugendlicher nahm an der Gedenkveranstaltung in Buxtehude teil. Die, die nicht da waren, verpassten die Rede von Christel Lemm, stellvertretende Bürgermeisterin. Sie fand mahnende Worte: "Friede ist nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern eine Geisteshaltung."

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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