Die Weltreise abgebrochen
Drei junge Leute warteten in Kuala Lumpur auf den Rückflug nach Deutschland

Hätten gern noch länger eine unbeschwerte Zeit in Asien genossen: Silja Seegmüller und Helge Hossfeld am Strand in Thailand
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  • Hätten gern noch länger eine unbeschwerte Zeit in Asien genossen: Silja Seegmüller und Helge Hossfeld am Strand in Thailand
  • Foto: Silja Seegmüller
  • hochgeladen von Susanne Böttcher

(bo). Mit dieser Reise wollte sich Silja Seegmüller einen großen Traum erfüllen: Die 29-jährige Physiotherapeutin aus Bliedersdorf hat lange für ihre Weltreise gespart und viele Monate im Voraus alles geplant. Drei Monate wollte sie zusammen mit Freunden verschiedene Länder rund um den Erdball erkunden. Nach gut zwei Monaten hat den jungen Leuten Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie mussten ihre Reise abrupt abbrechen. In Kuala Lumpur (Malaysia) warteten sie auf den Rückflug nach Deutschland - eine Rückreise mit ungewissem Ausgang.
Angefangen hat das große Abenteuer gleich nach Neujahr: Am 2. Januar flog Silja Seegmüller mit ihren Freunden in die USA. Von Las Vegas reisten sie im Mietwagen durch Nevada, Arizona und Kalifornien. In Florida waren sie auf den Keys und in den Everglades unterwegs. Anfang Februar ging es nach Bangkok. Es sollte der Beginn einer ausgedehnten Südostasien-Tour werden. Die ersten drei Wochen blieben sie in Thailand, fuhren mit dem Zug in den Süden und waren auf zwei Inseln im Westen des Landes. Kurzfristig entschloss sich Siljas Schwester Anja (23) dazuzukommen und buchte für den 5. März einen Flug. Als Treffpunkt war Kuala Lumpur vereinbart. Hier gab es bereits die ersten Sicherheitsmaßnahmen aufgrund von Corona: Bei der Einreise nach Malaysia mussten sich alle einer Temperaturkontrolle unterziehen.
Die kleine Reisegruppe, die jetzt aus Silja und Anja Seegmüller sowie Siljas Freund Helge Hossfeld (28) bestand, fuhr nach ein paar Tagen in der Hauptstadt weiter Richtung Westen und auf die kleine Insel Pulau Pangkor. Dort erreichten die Weltenbummler schließlich die Nachrichten von Familie und Freunden, dass die Lage langsam ernst würde und sie sich Gedanken über eine Rückkehr machen sollten. Es sei eine internationale Reisewarnung ausgesprochen worden. Das Trio erkannte den Ernst der Lage und kehrte nach Kuala Lumpur zurück. In einem beginnenden Chaos aus Rückreisewelle und abgesagten Flügen mussten die drei nun aus dem Stegreif ihre Rückkehr organisieren.
Silja und Helge wollten sich zwei Plätze in der Maschine sichern, mit der Anja am Freitag, 20. März, zurückfliegen sollte. Doch der Flug wurde gestrichen. Anja wurde auf einen Flug mit einer malaysischen Airline nach London mit Weiterflug nach Hamburg umgebucht. Silja und Helge konnten einen Flug am Donnerstag, 19. März, über Singapur und Helsinki ergattern. Vorsichtshalber suchten sie auch schon die deutsche Botschaft in Kuala Lumpur auf. Dort machte man ihnen Mut: Sie hätten Glück, diese Woche noch eingebucht zu sein. Ab der folgenden Woche fliege keine Airline mehr nach Europa. Am Donnerstag waren die beiden dann schon ganz früh am Flughafen, um mögliche Komplikationen rechtzeitig klären zu können. Sollten die Flüge ausfallen, müssten sie sich bei der Botschaft als "gestrandete Reisende" melden. Doch am Ende ging alles gut aus. Die drei Weltreisenden kamen zwar auf Umwegen, aber wohlbehalten und bislang gesund wieder zu Hause an.
Eigentlich sollte für Silja und Helge die Reise noch nach Indonesien, Kambodscha und Vietnam führen. Leider blieb ihnen nur die vorzeitige Rückkehr. "Wir sind darüber natürlich sehr traurig, doch was wir bisher erlebt haben, ist trotz allem eine wunderschöne Erfahrung, die uns bleibt und von der wir lange zehren werden", erklärt Silja gegenüber dem WOCHENBLATT.

Autor:

Susanne Böttcher aus Buxtehude

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